„Das ist nach langer Zeit endlich wieder eine Frühschicht in Präsenz“. So begann die 42te Frühschicht des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., ausgerichtet durch die Gastgeber VPA Prüf- und Zertifizierungs GmbH und der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. FGW in Remscheid. Der Geschäftsführer des Vereins, Achim Gilfert, begrüßte nur kurz und erläuterte an einem Beispiel auf TikTok, wie sich soziale Netzwerke auch als Inspirationsquelle sehen lassen, um im eigenen Betrieb auf neue Gedanken für eigene Produkte oder Dienstleistungen zu kommen.

 

Im Weiteren übernahm Andreas Siefen, Geschäftsführer der VPA Prüf- und Zertifizierungs GmbH, begrüßte die Teilnehmer*innen im Namen der Firma und erläuterte das Leistungsspektrum und die Besonderheiten der VPA. Die Erwähnung, dass die VPA als einziger Zertifizierer weltweit eine „Solingenfähigkeit“ bescheinigen dürfe, provozierte doch Nachfragen durch die „Bergischen“. Hintergrund ist, dass die Stadt Solingen als Marke eingetragen ist und als Dachmarke für ein bestimmtes Werteversprechen Solinger Produktionswaren fungiert. Damit dies durch die Firmen eingehalten wird, überprüft die VPA eben diese „Solingenfähigkeit“.

Im Anschluss übernahm die Laborleiterin bei der VPA, Frau Dr. Gloede das Wort. „Die meisten Schäden gehen von der Oberfläche aus“ begann Frau Dr. Gloede ihren Input.

 

In dem Vortrag wurde beschrieben, dass die Aufklärung komplexer Schadensfälle deutliche Parallelen zur Kriminalistik zeigt. Meist hat man nur ein „entstelltes Opfer“ und vage Informationen zur Schadenshistorie, verlangt wird aber eine möglichst (rasche und) eindeutige Ursachenklärung. Neben der Kombination geeigneter Untersuchungen erfordert dies ein gutes Team mit nahezu kriminalistischem Gespür. Aus einer erfolgreichen Schadensanalyse ergeben sich zudem nicht selten Hinweise auf geeignete Präventionsmaßnahmen. Hilfreich ist dabei oft die Möglichkeit von Nachstellversuchen, ein Vorteil der vorliegenden „technischen Opfer“.

 

Nach dem spannenden Input wurde allen Teilnehmer*innen ein Rundgang durch die Labore und Werkstätten angeboten und auch wahrgenommen. „Viele standen zusammen und tauschten sich ernsthaft aus. Die Gedanken und die Kreativität, die solche persönlichen Treffen auslösen, sind per Video nicht zu transportieren“ fasste Gilfert zusammen.

 

Im Namen aller Mitglieder und Gäste bedanken wir uns sehr bei Frau Dr. Gloede und Herr Siefen für die Möglichkeit der Frühschicht.

Hier ist der Link zur VPA und auch zur FGW in Remscheid.

Am 25.11.2020 trafen sich das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das automotiveland.nrw e.V. mit Ihren Mitgliedern, weiteren Vertretern aus der Industrie, sowie Wissenschaftler*innern für die erste digitale Praxiszeit Oberflächen- & Galvanotechnik 2035.

 

Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerkes, begrüßte die Teilnehmer und stellte zu Beginn der Veranstaltung den Verein mit einem Rückblick auf die Arbeit des Vereins im Jahr 2020 vor. „Die Umstellung auf digitale Formate ist für fast alle eine große Herausforderung, die auch in den nächsten Monaten weiterhin Einschränkungen für alle bedeute“, so Gilfert mit Blick auf die erste digitale Praxiszeit.

 

Ohne große Umschweife begann dann die Veranstaltung mit dem ersten Impuls von Kathrin Peters, Leiterin des Kompetenzzentrum für Energie-, Effizienz- und Ressourcen-Optimierung (zeero). Unter dem Banner „Unsere Zukunft: Warum sind Veränderungen nötig?“ präsentierte Frau Peters, welche ökologischen Herausforderungen auf die gesamte Industrie zukommen und wie Unternehmen adäquat darauf reagieren können. Um der gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen, sei die Umstellung auf klimaneutrale Produktionsverfahren nötig, wo immer dies möglich sei.

 

Im Nachgang zu dem Vortrag merkte Herr Dr. Irle, Vorstandsmitglied des Kompetenznetzwerks, an, dass eine derartige Umstellung der Produktionsverfahren oftmals kaum zu bewerkstelligen sei. Man müsse das Thema realistisch und problemorientiert in den Fokus rücken, ohne den Blick für harte Fakten zu verlieren. Eine Verlagerung energie- und ressourcenintensiver Produktionsprozesse ins Ausland, nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“, sei nicht vernünftig. Und auch durch die oftmals aufkommende Euphorie bei „Zukunftstechnologien“ wie z.B. Elektromobilität, vergesse man oft diese globale Perspektive der ressourcenintensiven Produktion.

 

Mit dem Vortrag „Automobilität 2035: Wie wir in 15 Jahren von A nach B kommen“ zeichneten Dr. Michael Krause und David Bickenbach vom Centrum für automatisierte Mobilität (camo.nrw) im Anschluss ein konkretes Bild des Automobilsektors der Zukunft. Setze sich die Elektromobilität wie prognostiziert bis 2025 durch, so werden sich viele Automobilzulieferer einer stark sinkenden Nachfrage nach Komponenten für Verbrennungsmotoren gegenübersehen. Anhand von Trendanalysen zeigte Dr. Krause auf, wann welche Automobilzulieferer vom Megatrend der Elektromobilität betroffen sein werden. Auch verändertes Konsumverhalten im Automobilsektor, wie z.B. Car-Sharing Konzepte hätten einen großen Einfluss auf die Anforderungen von Zukunftsautomobilen. Anpassungsfähigkeit und Funktionalisierung von Bauteilen sei so ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Designprozesses.

 

Als nächster Redner folgte nach einer kurzen Pause Herr Dr. Hans Peter Schlegelmilch von der Brain of Materials AG der imat uve GmbH mit seinem Vortrag „Wie Materialien die Zukunft beeinflussen“. Die Brain of Materials AG katalogisiert sämtliche neuen Materialien in einer Datenbank und hilft so Ihren Kunden, das passende Material für Ihre Produkte zu finden. Der Megatrend der nachhaltigen Produktion veranlasst die Brain of Materials AG dazu, Materialien auch nach ihrer Umweltfreundlichkeit zu bewerten.

 

Die Nutzbarmachung von Materialien, welche heutzutage noch als Abfall behandelt werden, ist entscheidend, um zu einer nachhaltigen Zukunft zu gelangen. Während die Verwendung von Plastikmüll aus den Meeren von größeren Unternehmen wie Adidas fast schon alltäglich erscheint, sind neuere Designmaterialien, wie z.B. die Nutzung von Fleischabfällen für Blutleder o.Ä. noch ziemlich kontrovers. Aber nur wenn wir den bereits in die Natur eingetragenen Müll ökonomisch verwertbar machen, können wir dem Klimawandel effektiv entgegentreten.

 

Dazu, so Herr Schlegelmilch werden wir von hierarchischen Lieferketten zu „Liefernetzwerken“ übergehen müssen, in denen Unternehmen auf allen Ebenen versuchen nachhaltigerer Lösungen für den gesamten Produktlebenszyklus von der Ressourcengewinnung bis zur Wiederverwertung zu finden. Herr Schlegelmilch lobte in diesem Zusammenhang zudem Frau Peters für ihre konstruktive und sinnvolle „Provokation“. Sie rücke das Thema in den Vordergrund und zeige oftmals die erschreckende Kluft, die wir noch schließen müssen, um zu einer komplett nachhaltigen Produktion zu gelangen.

 

Besonders das Auffinden von Alternativen ist für Unternehmen der Oberflächentechnik schon seit Jahren ein sehr wichtiges Thema. Seit dem Inkrafttreten der europäischen REACH-Verordnung sehen sich vor allem Galvanikbetriebe vor große Herausforderungen gestellt. Um diesem Prozess systematisch entgegenzutreten entwickelte Dr. Martin Metzner vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA aus Stuttgart ein Verfahren, welches er in seinem Vortrag „Analyse der Alternativen – oder doch Alternativlosigkeit?“ vorstellte.

 

Den Abschluss der Veranstaltung macht Hanno Paschke vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST aus Braunschweig mit seinem Vortrag über „Simulation & Modellierung in der Plasmaoberflächentechnik“. Besonders bei komplexen Geometrien oder teuren Beschichtungsobjekten könne so der Entwicklungsaufwand mit Hilfe der Simulation des Teilchenflusses und der Schichtbildung am Substrat stark reduziert werden.

 

Kevin Oliveira von der WKW Group fragte im Nachgang, welche Anwendungsfälle allgemein mit der Software des Fraunhofer-Instituts simulierbar seien. Paschke erklärte, dass die Simulationen prinzipiell auch auf Galvanik Prozesse anwendbar seien. Erste Industrieprojekte wurden auch schon erfolgreich durchgeführt. So konnte die Beschichtung extrem teurer Linsen, deren hohe Produktionskosten keine umfangreichen physischen Tests erlauben, mit Hilfe der Simulationen getestet werden.

 

Wir möchten uns im Namen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. und des automotiveland.nrw e.V. bei allen Teilnehmer*innen und insbesondere bei allen Referent*innen für ihre spannenden und konstruktiven Beiträge bedanken und hoffen, uns bald persönlich wieder zu sehen.

Das Fachgruppentreffen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. und des automotiveland.nrw fand dieses Mal in den Räumlichkeiten der Hochschule Bochum beim SolarCar Team Bochum statt.

 

 Noch vor dem eigentlichen Beginn des Treffens konnten die Teilnehmer die in der Halle stehenden Solarfahrzeuge anschauen und einen ersten Eindruck der Arbeit vor Ort bekommen. Nachdem Achim Gilfert und Fritz Förstmann die Vereine automotiveland.nrw und Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., deren gemeinsamen Ziele und Aufgaben im Rahmen der Fachgruppe Oberflächentechnik vorstellten, ging es in eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmer.

 

In Folge stellten die Studierenden des SolarCar Teams Bochum um Maximilian Frankholz ihr Projekt vor. Sie beschäftigen sich mit der Forschung und Entwicklung von solarbetriebenen Fahrzeugen, mit denen das Team u.a. an Rennen durch das australische Outback teilnimmt. Um unter den enorm anspruchsvollen Bedingungen vor Ort bestehen zu können und die Energie der Solarzellen maximal zu nutzen, sind die Fahrzeuge auf maximale Effizienz getrimmt. Das unterscheidet sie beispielsweise von herkömmlichen Fahrzeugen mit regenerativem Antrieb. Um den Gedanken der Nachhaltigkeit weiter zu verfolgen und auch das Laden der Batterie möglichst umweltfreundlich zu gestalten, entwickelt das Team zurzeit eine mobile, solarbetriebene Ladestation. Diese ist einzigartig, da sie flexible Solarpanels verwendet, die von beiden Seiten Sonne aufnehmen können. Neben den Fahrzeugen konnte auch diese Ladestation von den Anwesenden angeschaut werden.

 

Beim Netzwerken versammelten sich in Folge kleine Gruppen um die beeindruckenden Fahrzeuge des SolarCar Teams und tauschten sich untereinander aus. Hier konnte auch das SolarCar Team noch einmal gezielt auf Nachfragen zu ihren Fahrzeugen und ihrer Arbeit eingehen.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für den Besuch und freuen uns schon auf das nächste Treffen, welches  voraussichtlich noch im Dezember 2020 stattfinden soll – sofern Corona dies zulässt.

Auf diesem Wege laden wir Sie zum dritten (Video) Erfahrungsaustausch „produzierendes Gewerbe“ ein. Diesmal haben wir einen Schwerpunkt auf einen Aspekt des Technologiemanagement gelegt. Das Thema ergab sich aus den vorangegangenen Austauschen.

Herr Wörheide, geschäftsführender Gesellschafter von der ORONTEC GmbH & Co. KG, wird einen Impuls zum Thema liefern. Neue Produkte und Geschäftsideen sind nicht der Blick in eine Glaskugel, sondern es gibt Methoden, dies systematisch anzugehen. Dabei liegt der Fokus nicht auf dem technisch Machbaren, sondern dem, was ein Kunde wirklich benötigt – oder in Zukunft benötigen wird.

Herr Wörheide wird uns einen Überblick über den Kernzusammenhang geben und Werkzeuge vorstellen, wie man strukturiert in der Sache vorgehen kann.

Der Austausch findet via ZOOM am 24.September 2020 in der Zeit von 8 Uhr 30 bis 10 Uhr max. statt.

Bitte melden Sie sich bei Herrn Gilfert via Mail an. Sie erhalten im Anschluss den Zugangslink.

Mail: gilfert@netzwerk-surface.net

Auf diesem Wege laden wir Sie zu unserer ersten Praxiszeit „Kompakt“ ein. In dieser bieten interessante Unternehmen, die nicht Vereinsmitglied sind, einen gemeinsamen Austausch im Rahmen eines Frühstücks an. Die Zeiten sind, wie bei den Frühschichten, von 7 Uhr 30 bis 9 Uhr.

Diesmal werden wir von Uwe Feller eingeladen. Mit seinen beiden Unternehmungen, Feller Yachting und Feller Design, bekommen wir Einblick in nicht alltäglichen Arbeitsinhalt. Herr Feller wurde 1976 geboren und hat in Lowestoft (England) eine Lehre im klassischen  Bootsbau absolviert. Im Anschluss studierte er drei Semester Schifftechnik und wechselte in Folge in ein Design Studium in Köln. Noch während des Studiums, gründete er seine Firma. Der Rumpf des in der Einladung abgebildeten Bootes, der Dynax Power, ist das Ergebnis der erfolgreichen Diplomarbeit.

Herr Feller möchte uns seine Gründerwerkstatt vorstellen und die Gedanken, die er an moderne Produktentwicklung hat. Er fördert den Zusammenhang von Industrie und Handwerk und weist darauf hin, welchen Stellenwert Kompetenzen von Menschen haben, unerheblich ihres Alters oder ihrer Herkunft.

Weitere Informationen zu den Unternehmen finden Sie hier: http://www.felleryachting.de/ und http://fellerdesign.de/

Einladung pdf  

Nachlese zu Praxiszeit Funktionale Oberfläche vom 27.8.2020

Mit großem Abstand und unter den Auflagen der Corona Schutzverordnung startete die Praxiszeit Funktionale Oberfläche mit 21 Teilnehmer*innen. „Diese Praxiszeit ist für uns Besonders, da wir erstmalig auch zwei Vorträge über Videokonferenz durchführen“, sagt Achim Gilfert, der als Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. pünktlich um 13 Uhr 30 alle Anwesenden begrüßte. „Gerade, wenn wir spannende Themen auch mit internationalen Referenzen besetzen, ist es für uns notwendig, den Effekt und die Darstellung der Onlinevorträge zu bewerten“, so Gilfert weiter. Und das hat gesessen. Bei einer Bandbreite von nur 6 Mbit waren die beiden Vortragenden scharf zu sehen und sehr gut zu hören. Es gab keine Aussetzer und ebenso wenig andere technische Probleme.

In dem ersten Vortrag berichtete Dr. Heyer von der Forschungsvereinigung 3D- MID e.V. über die Herstellung, Funktion und Anwendung von Microdevices. Kleinste Schalteinheiten, die beispielsweise als Layer in Oberflächen eingelegt werden können und diese damit „aktiv“ werden lassen. Herr Dr. Heyer zeigte dabei die Entwicklung der Bauteile und deren Herstellung auf. Das Thema, dass Oberflächen aktive Funktionen übernehmen zog sich entsprechend durch die gesamte Praxiszeit.

Anna Schott von der Gruppe Mikro- und Sensortechnologie am Fraunhofer IST in Braunschweig wurde als zweite Rednerin dann via ZOOM Videokonferenz hinzu geschaltet. In ihrem Vortrag ging es um multisensorische Dünnschichtsysteme und deren Anwendungen. Dabei geht es darum, verschleißfeste und sensorische Oberflächen zu ermöglichen, die Messungen von Kenndaten in Hauptbelastungszonen ermöglichen. Auf diesem Wege lassen sich reale Werte, beispielsweise von Lastverteilungen, Temperatur und Verschleiß bestimmen. Anhand anschaulicher Beispiele hat Frau Schott die praktische Anwendung und die Funktion der Datenerfassung in Bauteilen aufgezeigt. Nach Rückfragen aus dem Publikum ging es dann zur ersten „Netzwerkpause“.

Frisch gestärkt ging es mit Alexander Dürkopp von der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid weiter. Sein Thema war das Morphing durch formvariable Strukturen aus Formgedächtnislegierungen und Faserverbundwerkstoffen (MOFF). Nach einer Einführung in die Funktionsweise der Materialien, die sich an „Formzustände“ erinnern können, erläuterte Herr Dürkopp am Beispiel von Flugzeugtragflächen, wie beispielsweise durch Anlegen von Spannungen an einen Aktuator, die Wölbung der Tragfläche aktiv verändert werden kann. Die Folge sind bessere Luftströme, die Treibstoffverbrauch einsparen können. Auch wird das Eigengewicht des Fluggerätes geringer. Das bedeutet, dass mehr Nutzlast (Passagiere) befördert werden können. Für die Oberflächentechnik ist die Herausforderung das Aufbringen von Schutzbeschichtungen, die eine aktive Bewegung der inneren Struktur schadlos mitmachen, ohne ihre Funktion einzuschränken oder zu verlieren.

In dem folgenden Beitrag berichtete Dr. Stefan Schäfer von MacDermid Enthone in Langenfeld über die nahtlose Integration von Displays, ihre Funktion, Form und Haptik. Die Anzahl der Displays in Automobilen nehmen immer weiter zu. Neben großen, zentralen Monitoren finden auch kleinere Displays unterschiedliche Anwendung. So lassen sich beispielsweise Anzeigen komplett verbergen, sodass sie sich optisch in das Design des Armaturenbretts einfügen. Erst, wenn eine Funktion aktiviert werden soll, oder auch eine Warnung zu erscheinen hat, leuchten auf dem Display Funktionsbereiche auf. Die Oberfläche des Displays sollte bei Bedingung des Touch Screens möglichst frei von Fingerabdrücken und Schmutz bleiben. Ebenso lassen sich Reflexionsverhalten, Glanz und Mattigkeit beeinflussen. Dr. Schäfer zeigte anschaulich auf, wie viele Aspekte aus den Bereichen Funktion, Design und Oberflächentechnik in teilweise unscheinbaren Bauteilen Eingang finden.

Nach der zweiten Pause, welche zu den Netzwerken bei Kaffee und Kuchen genutzt wurde, ging es mit Ivica Kolaric vom Fraunhofer IPA aus Stuttgart weiter. Dies war der zweite Video Vortrag und Herr Kolaric sprach über Sensorik in Lackaufbauten. Wenn man beispielsweise eine Lackschicht gegen ein anders Schichtmaterial ersetzt, welches elektrisch leitfähig ist, dann ließen sich im Nachgang der Beschichtung weitere Bearbeitungsschritte anschließen, die eine Struktur innerhalb der Lackschicht erzeugt und damit eine sensorische Funktion der Schicht aktiviert. Dies ist sogar schon möglich. Wesentlich ist der Gedanke, dass die Schicht nicht nur passiv funktional ist, sondern aktiv. Als weiteres Beispiel führte Herr Kolaric Farbveränderungen von Lacken an. Durch Anlegen von Spannungen verändern diese ihre Farbe. Anwendung können hier Zusatzteile am Auto sein, die im Nachhinein erst ihre Farbe erhalten, unerheblich ob die Farbe des Herstellers die gleichen Farbwerte aufweisen.

Im Anschluss an die Vorträge folgten eine Zusammenfassung und ein Hinweis auf die erste Fotografie verschränkter Teilchen. Verschränkte Teilchen sind Element der Quantenphysik und durchqueren die klassischen Gedanken zu Energieerhaltung. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, geht es hier zu dem Artikel. https://www.scinexx.de/news/technik/erstes-foto-einer-quantenverschraenkung/

Wir bedanken und sehr für die Teilnahme der Anwesenden und freuen uns auf die nächste Praxiszeit mit dem Titel: Galvanotechnik 2035 am 25. November 2020

Nachlese der Frühschicht 39 via ZOOM Video mit der ORONTEC GmbH & Co. KG und der Jubo Technologies GmbH im Technologiezentrum Wuppertal (W-tec) am 25.06.2020

Zum ersten Mal richtete das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. eine Frühschicht in digitaler Form aus. Lediglich die Redner, Herr Wörheide, Geschäftsführender Gesellschafter der ORONTEC GmbH & Co. KG, Herr Dr. Jüptner, Geschäftsführender Gesellschafter der JUBO Technologies GmbH, sowie Herr Gilfert, Frau Becker und Herr Ladwig vom Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. waren vor Ort im Technologiezentrum Wuppertal (W-tec).
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Herr Gilfert die Teilnehmer. Danach stellte er die beiden Unternehmer vor und bedankte sich bei Ihnen für die Ausrichtung der Frühschicht. Zum Einstieg gab Herr Gilfert den Gästen einen Überblick über das Technologiezentrum und präsentierte dazu einen kurzen Imagefilm, der auf der Webseite des W-tec zu finden ist. Auf dem ehemaligen Kasernengelände, auf dem heute das Technologiezentrum Wuppertal angesiedelt ist, sind neben der ORONTEC GmbH & Co KG und der JUBO Technologies GmbH auch Büroräume, Gewerbehallen, Laboratorien und andere Räumlichkeiten von knapp 240 weiteren Unternehmen zu finden.

Anschließend führte Herr Dr. Jüptner die Teilnehmer mit einem kurzen Video durch das Labor der JUBO Technologies GmbH und erklärte dabei die Forschungsschwerpunkte seiner Arbeit. Zur Arbeit der JUBO Technologies GmbH zählt vor allem die Entwicklung maßgeschneiderter Produkte und Systemlösungen im Bereich Oberflächentechnik/Korrosionsschutz für Industriekunden. Zudem schilderte Herr Dr. Jüptner was ihn als Gründer der JUBO Technologies GmbH dazu bewogen hat sein Unternehmen im W-tec anzusiedeln. Vor allem habe Ihn die unbürokratische Hilfe des W-Tec überzeugt. Der direkte Austausch mit der großen Anzahl von Gründern und Gründerinnen rege stets zu kreativen Ideen an.

Nachfolgend gab Herr Dr. Jüptner ein Statusupdate des Projektes „Phosphatschlammrückgewinnung“. Beteiligt sind zurzeit unter Federführung der JUBO Technologies GmbH die Uni Siegen sowie sechs Mitgliedsbetriebe unseres Vereins. Nach Verzögerungen durch die Corona Pandemie nimmt das Projekt nun wieder Fahrt auf. Als zweiter Vortragender präsentierte Herr Wörheide den Gästen die Systemlösungen im Bereich der Farb- und Lackindustrie der ORONTEC GmbH & Co KG. Mit einem Rundgang durch die technischen Lösungen des Unternehmens, zeigte Herr Wörheide wie die oftmals noch technologisch hinterherhinkenden deutschen Betriebe in der Farb- und Lackindustrie Ihre Fertigungsstraßen, sowie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mit modernster Technologie nachrüsten können. Durch die automatisierten Systemlösungen, in Kombination mit der Softwarelösung „Q-Chain® Process AI“ von ORONTEC, für die Ablaufsteuerung von Prüflaboren werden Mitarbeiter von Routineaufgabe erlöst und können sich so auf den Prozess der kreativen Problemlösung fokussieren. Die Visualisierung und Zusammenführung der Auswertungsdaten unterstützten diesen Prozess zusätzlich.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer, welche Chancen die aktuelle Corona Pandemie für die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten birgt. Der Wegfall unnötiger Vertriebswege verschiebe den Fokus auf die Produktentwicklung und den allgemeinen Mehrwert von innovativen Lösungen. Zwar verlange die Corona Pandemie von vielen Unternehmen großflächige Investitionsstopps, aber es könne davon ausgegangen werden, dass die aktuellen Erkenntnisse langfristig zu einer erhöhten Lernbereitschaft und Investition in zukunftsfähige Technologien führen werde.

 

Im Namen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. möchten wir uns recht herzlich bei Herrn Wörheide und Herrn Dr. Jüptner für die interessanten Einblicke in Ihre Arbeit, dem Team des W-Tec für die Vorbereitung der Räumlichkeiten und bei den Teilnehmern für Ihre interessanten Beiträge bedanken.

Nachlese der Praxiszeit Personal vom 12.03.2020

Mit fortschreitender Digitalisierung und Prozessoptimierung in Unternehmen verändern sich die Anforderungen an Arbeitnehmer und Arbeitgeber rasant und auch kritisch. Das Augenmerk für den Menschen, bleibt dabei oftmals auf der Strecke. Um die Menschen besser vorzubereiten und mitzunehmen, lud das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., gemeinsam mit dem FachwerkMetall e.V. und der EN-Agentur am Donnerstag den 12.März 2020 zur Praxiszeit PERSONAL in das Henrichs, der Gastronomie im LWL Museum Henrichshütte in Hattingen ein.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Herrn Dr. Irle von der HUEHOCO Group Holding GmbH & co. Kg machte Herr Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. mit einem Vortrag über Mustererkennung den Anfang der Praxiszeit. Er zeigte spannende Erkenntnisse der Kognitionspsychologie auf und ließ die Teilnehmer mit kurzen Selbsttest in die Bereiche dieses Forschungsgebiets weiter hineintauchen. Die Anwendung eben dieser Erkenntnisse auf die Unternehmensstrukturen kann Konfliktkosten enorm reduzieren.

 

Unter dem Motto “führst du schon oder manipulierst du noch?“ stellte Marc Letzing von der Grauzone aus Hattingen einen faszinierenden Vortrag zum Thema Führungskultur vor. Passend zur Corona Krise stellte er verschiedene Führungspersönlichkeiten in Krisenzeiten vor und wog die Vor- und Nachteile ab. Als Diplom Psychologe konnte Herr Letzing darüber hinaus spannende Einblicke in das Innenleben verschiedener Persönlichkeiten liefern. Als Mitgründer der Grauzone, ein Co-Working Space in Hattingen leitete er seinen Führungsstil und den Recruiting Prozess in einem kreativwirtschaftlichen Unternehmen ab.

Nach einer kurzen Pause ging es mit dem Vortrag “Emotionen im Betrieb – Sand oder Öl im Getriebe?“ von Dr. Matthias Hartwig weiter. Er ging dabei der frage nach wie Emotionen unsere Entscheidungen im Berufsalltag beeinflussen und welche Konsequenzen wir daraus ableiten sollen. Die Schlussfolgerung, die daraus oftmals gezogen wird, nämlich das Beiseiteschieben von Emotionen, löst allerdings keineswegs dieses Problem. Emotionen, die nun mal ein essenzieller Bestandteil des Menschseins sind, sollten öfters offen angesprochen werden und in die Unternehmenskultur einbezogen werden. Herr Dr. Hartwig kam daher zu dem Schluss, dass der offene Umgang mit Emotionen der weitaus bessere Weg für Unternehmen ist, um langfristig erfolgreich zu wirtschaften.

Herr Michael Hanschmidt vom Büro für Zukunft stellte seine langjährigen Erfahrungen als staatlich anerkannter Erzieher und Diplom- Sozialarbeiter im Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in seinem Vortrag “Was soll ich denn mit denen…?“ vor. Auf Grund der geringen Bewerberzahl für Ausbildungsstellen müssten Unternehmen daher lernen auch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen umzugehen, die bis jetzt keine groß schulischen oder beruflichen Leistungen erbracht haben. Mit einem kurzen Video eines Workshops des Büros für Zukunft macht er deutlich zu welchen kreativen Leistungen Jugendliche oftmals bereits sind, wenn die richtigen Bedingungen geschaffen werden. Ein reiner Blick auf den Lebenslauf der Jugendlichen zeige oftmals nicht das Potential, das diese mit sich bringen. Um ein besseres Verständnis für die Jugendlichen zu entwickeln stellte der Redner anhand von drei Stofftieren unterschiedliche Persönlichkeitsmuster vor. Durch das bessere Verständnis der Psyche von Berufseinsteigern können Missverständnisse von Vornherein vermieden, ein produktiveres Lern- und Arbeitsumfeld geschaffen und eine längere Bindung ans Unternehmen erreicht werden.

„Wenn sich ein junger Mensch bei Ihnen bewirbt hat er sich statistisch gegen circa 19000 andere Möglichkeiten entscheiden. Dafür haben die Bewerber Ihnen bereits einen großen Vertrauensvorsprung gewährt, der von Seiten der Unternehmen erwidert werden sollte“, so der Referent.

Herr Hanschmidt schloss seinen Vortrag mit dem Apell ab die Individualität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Vordergrund zu rücken, um ihnen so den Freiraum für eine kreative und erfolgreiche Entwicklung zu geben.

In der zweiten Pause konnte sich die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen eine halbe Stunde lang stärken und die Fülle an Eindrücken verarbeiten.

Den Beginn der letzten Vortragsreihe machte Frau Birgit Beckert-Franke von der HUEHOCO GmbH und der wwaktiv Individuelle Gesundheitsförderung. Die oftmals langen Wartezeiten und die geringe Individualität des staatlichen Gesundheitssystems führen oftmals zu einer hohen Kostenbelastung für Unternehmen, da Mitarbeiter länger als nötig ausfallen und auch keine präventiven Gesundheitsmaßnahmen ergreifen würden. Vor allem die fehlende Gesundheitsvorsorge, die durch eine individuelle Beratung ermöglicht werden könnte, fehlt fast vollständig. Frau Beckert-Franke warb daher für einen Lösungsansatz der direkt am Unternehmen ansetzt, um das insuffiziente staatliche Gesundheitssystem zu umgehen. Dazu sollen Unternehmen einen eigenen Gesundheitsberater engagieren, der den Mitarbeitern in individuellen Beratungsgesprächen hilft die eigene Gesundheit langfristig aufrechtzuerhalten.

Herr Gilfert, der als Datenschützer für die EN-Agentur tätig ist, wandte ein das die Anamnese der Mitarbeiter schnell zu Datenschutzproblemen führen kann. Frau Beckert-Franke stimmt dem zu und erhoffe sich von der Politik in den nächsten Jahren einige Gesetzesänderungen in diesem Bereich, um die Unternehmen im Gesundheitsbereich zu entlasten.

Als nächste Redner folgten Herr Prof Dr. Michael Knappstein und Herr Lukas Fastenroth vom Kienbaum Institut @ ISM für Leadership und Transformation mit Ihrem Vortrag “Digital Readiness – worauf ist zu achten!“. Herr Fastenroth präsentierte den Teilnehmern den Digital Readiness Check und wie dieser durch quantitative und qualitative Studien abgeleitet wurden. Die Gäste erhielten dazu auch einen Zugang zum Onlinetest, um diesen im Anschluss selbst ausprobieren zu können.

Herr Prof Dr. Michael Knappstein gab abschließend einen Überblick über die Arbeit des Kienbaum Instituts. Er betonte, dass die Arbeit am Institut stets einen hohen Praxisbezug habe und er sich daher auf Input aus der Wirtschaft freue.

Als letzte Rednerin folgte Frau Prof. Dr. Katharina Lochner von der University of Applied Sciences Europe Iserlohn mit Ihrem Vortrag über Digitale Tools im Recruiting. Frau Lochner zeigte den Teilnehmer einen exemplarischen Recruiting Prozess mittels Digitaler Tools unter Einsatz von KI auf. Da künstliche Intelligenz oftmals überbewertet und auch falsch verstanden wird erklärte die Referentin die Definitionen von KI und verdeutlichte dies am Beispiel der Sprachanalyse. Die Anwendung von simplen if else Statements in der Programmierung der Analysesoftware ermöglicht dabei oftmals schon einen enormen Erkenntnisgewinn.

Im Anschluss der gelungenen Veranstaltung gab es für die Teilnehmer ein gemeinsames Buffett, bei dem die Teilnehmer die Fülle an Informationen in Ruhe sacken lassen und miteinander diskutieren konnten.

Wir möchten uns im Namen des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. bei allen Rednern für Ihre informativen und spannenden Beiträge, bei Herrn Dr. Irle für die professionelle Moderation, sowie allen Gästen für Ihr Interesse bedanken.

 

 

Nachlese der Frühschicht 38 bei der ABB AG in Ratingen am 13. Februar 2020

Trotz des frühen Beginns der Veranstaltung und der großen Teilnehmerzahl wurden wir dank der guten Organisation der Veranstaltung durch Herrn Bommes von der ABB AG herzlich am Standort Ratingen empfangen. Dort fertigt die ABB AG mit knapp 1200 Mitarbeitern gasisolierte Mittelspannungsschaltanlagen. Wir erhielten auch dank der Kontaktaufnahme durch unser Mitglied, dem Kreis Mettmann – vertreten durch Herrn Bialasinski in einem besonderen Ambiente die Möglichkeit zum Austausch im Kommunikationszentrum der ABB AG. Neben den Mitgliedern des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. waren auch das FachwerkMetall e.V. und weitere Unternehmer aus dem Kreis Mettmann vor Ort.

Den Beginn der Frühschicht machte Herr Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. mit einer kurzen Präsentation des Vereins, dessen Zielsetzung und der Vereinsarbeit. Anschließend gab Herr Gilfert den Teilnehmer, abgeleitet aus der Natur, einige Innovations-Anregungen. So z.B. die besonderen Oberflächeneigenschaften der durchsichtigen Flügel des Schmetterlings Greta Morgane oder die Robotik-Neuerungen von Boston Dynamics.

Herr Lamche, der für die Bereiche Epoxy- und Thermoplastpolteile, sowie Leistungsschalter am Standort Ratingen verantwortlich ist gab den Gästen einen Überblick über das Produktportfolio am Standort, die besonderen Anforderungen und das Einsatzgebiet der verschiedenen Produkte. Die in Ratingen produzierten gasisolierten Mittelspannungsschaltanlagen entsprechen dabei höchsten Sicherheitsstandards. „Die Temperatur eines Lichtbogens im Mittelspannungsbereich kann unter Extrembedingungen bis zum fünffachen der Temperatur der Sonnenoberfläche, etwa 25000 Grad Celsius erreichen“ so Herr Lamche. „Die dabei freigesetzte Energie entspricht etwa dem 3700-fachen einer vollständigen Abbremsung der Maximalgeschwindigkeit eines Porsche 917(ca. 370 Km/h)“.

Um eine schnelle Stromunterbrechung bei derart großen Energien bei Kurzschlüssen zu erreichen, kommen spezielle Unterbrechungsgeräte mit Sprengbücken zum Einsatz. Dadurch kann die Beschädigung empfindlicher Elektronik verhindert werden. Daher finden die Schaltanlagen z.B. auf Kreuzfahrtschiffen, im Schienenverkehr und auch im Bergbaubereich ihren Einsatz, wo eine Beschädigung eben dieser Elektronik kostspielig werden kann. Um die Sicherheit der Schaltanlagen bei derart hohen Energien zu garantieren, werden sie intensiven Prüfungen am Standort im firmeneigenen Prüflabor unterzogen.

Abschließend stellte Herr Bialasinski sein Aufgabengebiet im Kreis Mettmann vor. Dazu zählt vor allem die Fördermittelvergabe an mittelständische Unternehmen und die Evaluierung der mit der Fördermittelvergabe verbunden Kriterien. Er wies darauf hin, dass viele Fördermittel erst gar nicht abgerufen werden. Durch den Unternehmensaustausch erhofft er sich daher die Gründe dafür ermitteln zu können.

Im Anschluss an den Austausch im Kommunikationscenter erhielten die Gäste die Möglichkeit, an einer Unternehmensführung durch die gesamte Produktionsanlage teilzunehmen. Mit Warnwesten und Headsets ausgestattet besichtigten die Teilnehmer die zu einem Großteil vollautomatisierte Produktion vom Rohmaterial bis zur Galvanik- und Oberflächenbehandlungsanlage (Beize/Beschichtung). Vor allem die Prozessoptimierungen, die die Produktionskapazitäten um ein Vielfaches der anfangs am Standort geplanten erhöhten, waren von großem Interesse für die Teilnehmer. Die ABB-Mitarbeiter erklärten den Produktionsprozess in all seinen Facetten und standen im Anschluss noch für Fragen zur Verfügung.

Im Namen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. möchten wir uns recht herzlich bei der ABB AG, insbesondere Herrn Bommes, sowie bei unserem Mitglied Herrn Bialasinski vom Kreis Mettmann für die Organisation und Ausrichtung der spannenden und lehrreichen Frühschicht bedanken.

 

 

PRAXISZEIT PERSONAL – 12. MÄRZ 2020 – TOP THEMEN ZU RECRUITING, PERSONALENTWICKLUNG UND DIGITALISIERUNG

Am 12. März findet die Praxiszeit PERSONAL statt. Auch diese Praxiszeit geht mit dem Dreiergespann Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., FachwerkMetall e.V. und EN-Agentur, an den Start.

Es erwarten Sie sieben spannende Themen:

1 Digitale Tools im Recruiting
2 Unsere Sprache als Wirkinstrument
3 Emotionen im Betrieb – Sand oder Öl im Getriebe?
4 Was soll ich denn mit denen – Wie komme ich an den Nachwuchs?
5 Baustelle Gesundheitssystem – Konsequenzen und Chancen für Unternehmen.
6 Digital Readiness – worauf ist zu achten!
7 Mustererkennung – warum wir sind wie wir sind und welche Auswirkungen kann dies in der Personalarbeit haben?

Nach kurzer Zusammenfassung essen wir gemeinsam zu Abend und es ergibt sich die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Auf dem Flyer unter dem Link finden Sie eine Beschreibung aller Programmpunkte.

Die Anmeldung zu der kostenpflichtigen Veranstaltung und die Programminformationen finden Sie unter diesem Link.

NACHLESE ZUR WISSENSOFFENSIVE 2019 IN HAGEN AM 20.11.2019

„Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland in Zukunft aufrecht zu erhalten, führt kein Weg an einer Auseinandersetzung mit Kollaborativen Robotern und dem Einsatz von KI im Produktionsprozess vorbei“, betonte Herr Gruschinski von der Ruhbotics GmbH und eröffnete damit den Vormittagsworkshop der Wissensoffensive 2019.

In seinem Vortrag ging der Referent auf den wachsenden Markt für Kollaborative Roboter (Cobots) und deren Preis- und Nutzenvorteilen für Unternehmen ein. So ist eine Verzehnfachung der Marktgröße für Cobots innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwarten. Cobots verbinden dabei die Produktionsvorteile der manuellen und der automatisierten Fertigung hinsichtlich der Variantenvielfalt, Stückzahl, Flexibilität und Durchsatz. Das Zusammenspiel von Mensch und Roboter unterteilt sich dabei je nach Intensität der Exposition und Berührungsnähe in eine Form der Koexistenz, eine synchronisierte Arbeitsweise, eine Kooperation und die Kollaboration. Dabei ist die Überschneidung von Mensch und Roboter bei der Kollaboration am größten und ermöglicht eine maximal flexible Produktion.

Zusätzlich verdeutlichte Herr Gruschinski anhand des Beispiels einer automatisierten Produktfehler Erkennung eines Getränkeherstellers, welche Effizienz- und Qualitätsvorteile durch den Einsatz von KI erreicht werden können.

Anschließend an Herrn Gruschinski stellte Frau Prof. Dr.-Ing. Andrea Dedrichs-Koch von der Hochschule FOM die 5. Generation ihres Lern-Roboters Nao vor. Der interaktive Roboter dient als Lernwerkzeug, das Lehrer durch KI und Big-Data-Analytics dabei unterstützt für jeden Schüler ein optimales Lernklima zu schaffen.

Unter dem Motto Inklusion 4.0 soll  auch benachteiligten Personen ein Zugang zu hochwertiger und individuell maßgeschneiderter Bildung ermöglich werden. Frau Prof. Dedrichs-Koch konnte bereits in Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen Praxiserfahrungen sammeln. Schülern zwischen 10 und 16 Jahren wurden Einblicke in das Feld der Robotik ermöglicht – ein überaus wichtiger Beitrag, um Schülerinnen und Schüler für die Herausforderungen der Digitalisierung zu sensibilisieren und vorzubereiten. „Bei unseren Schulbesuchen haben wir schnell festgestellt, dass bei fast allen Schülern ein großes Interesse am Umgang mit Nao bestand.“ erzählte Frau Prof. Dedrichs-Koch „Uns ist fast kein/e Schüler*inn begegnet, der/die keine Affinität zu unserem interaktiven Roboter besaß.“ So die Referentin weiter.

Die einfache Programmierung des Roboters über eine benutzerfreundliche Oberfläche öffnet auch unerfahrenen Personen den Einstieg in die Welt des Programmierens. Zum Abschluss präsentierte Nao den Teilnehmern durch eine Tai Chi Präsentation sein Fähigkeiten.

Herr Gruschinski stellte abschließend als Vertreter der Rethink Robotics GmbH, die mittlerweile Teil der HAHN Group GmbH geworden ist, den Cobot Sawyer vor, der eine einfache Bedienung bei gleichzeitig hohen Sicherheitsansprüche miteinander vereinigt. Zusätzlich erreicht Sawyer mit einer Genauigkeit von 0,1mm eine hohe Präzision. Die präzise Messung biomechanischer Grenzwerte für Menschen wurde hierfür in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -Automatisierung IFF ermittelt. Zusätzlich wurde auf das Produkt Airskin der Firma Blue Danub Robotics verwiesen, dass mit Hilfe von druckempfindlichen Schaumstoffpolstern einen weiteren Schutz für Arbeiter im Umgang mit Cobots bietet.

Der wichtigste Vorteil der Cobot Lösung der Rethink Robotics GmbH liegt allerdings in der Einfachheit der Softwarelösung, die eine vollständige Programmierung mit nur wenigen Klicks ermöglicht. Als Technologieexperte verwies er jedoch auf fehlende Standards im Bereich der Industrie-Roboter. Dadurch wird vor allem die Kombination der Software verschiedener Anbieter kompliziert und kostspielig. Es wurde betont, dass sich die Rethink Robotics GmbH um Vereinheitlichung der Software Standards bemüht.

Vor allem Verantwortliche für Behindertenwerkstätten äußerten großes Interesse an Sawyer, um auch in Zukunft einen Mehrwert für ihre Kooperationspartner bieten zu können und körperlich beeinträchtigten Personen ein angenehmes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. „Wir sind mittlerweile starker internationaler Konkurrenz ausgesetzt.“ betonte ein Vertreter der SIHK. „Damit wir auch weiterhin einen Nutzen für unsere Kunden schaffen können müssen wir derartige Technologielösungen in unsere Produktionsprozesse implementieren. Gerade körperlich beeinträchtigte Personen können davon stark profitieren.“ So der Vertreter der SIHK weiter.

Gleichzeitig bietet der relativ geringe Kaufpreis und die niedrige Amortisationsdauer die Möglichkeit für den Einsatz in Klein- und Kleinstunternehmen. Als Teil der Hahn Group besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit über die HAHN RobShare GmbH Cobots zu mieten.

Die hohen Sicherheitsstandards von Cobots schaffen so auch neue Geschäftsmodelle. So wurde Sawyer unter dem Motto Rethink Barista bereits als Kaffee Service Roboter auf Messen getestet und von Kunden gut aufgenommen.

Einige Industrievertreter merkten an, dass durch den Wandel der Produktion hin zu kleineren Losgrößen mit höherer Produktvariabilität der Einsatz von Cobots essentiell wird, um gegenüber technologisch schnell aufholenden asiatischen Ländern (bspw.. China) konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei sei die Kombination von Cobots und KI notwendig.

Herr Gruschinski stimmte dem zu und verwies auf die fehlenden Effizienzzuwächse deutscher Industrieunternehmen in den letzten Jahren.   Dafür soll KI und der Einsatz von Cobots nicht als Rationalisierungsmaßnahme, sondern als wahrer Mehrwehrt für Unternehmen verstanden werden, der neue Chancen schafft. „Insgesamt können Cobots durch ihre präzise Arbeitsweise zu einem robusteren Produktionsprozess mit geringeren Fehlerquoten und damit weniger Ressourcenverschwendung beitragen“ so Herr Gruschinski.

Frau Dedrich-Koch zeigte am Beispiel des Smart Home, dass durch die Möglichkeiten zur individualisierten Produktionsfertigung Potential freigesetzt wird. Dies ermöglicht neue Denkweisen und damit verbunden auch neue Geschäftsmodelle. Vor allem der demographische Wandel und die steigenden Ansprüche für ältere Gesellschaftsmitglieder würden eine stärker individualisierte Produktion unabdingbar machen.

 

Um 13 Uhr begann der Hauptteil der Wissensoffensive.

Zunächst begrüßte Herr Prof. Dr. Andreas Kleine als Prorektor für Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung der FernUniversität in Hagen die knapp 140 Teilnehmer. Hierbei wurden die Forschungsschwerpunkte der Universität vorgestellt. Herr Kleine betonte, dass es Aufgabe der Universität sei, Forschungsergebnisse sichtbar zu machen, um so den „Transfer in die Gesellschaft“ zu bewerkstelligen. Der Studiengang Data Science wurde angesprochen, der sich derzeit an der FernUniversität Hagen in Planung befindet und so seinen Beitrag zur Überwindung der Digitalisierungsherausforderungen leisten soll.

Anschließend bestellte Herr Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalens und Schirmherr der Wissensoffensive 2019, mit einer Videobotschaft den Teilnehmern seine Grüße. Herr Pinkwart betonte, dass kein Weg an einer Auseinandersetzung mit den Themen Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen führt. Vor allem der exponentielle Wissenszuwachs führt dazu, dass eine automatisierte Datenstrukturierung unerlässlich für Unternehmen wird.

Abschließend stellte der Vorstandsvorsitzende des Wisnet e.V. Herr Dr. Erich Behrendt dessen Arbeit vor und begrüßte die Teilnehmer. Herr Behrendt musste feststellen, dass Digitalisierungsstrategien zur Effizienzsteigerung bislang in Deutschland gescheitert seien. Dies läge vor Allem an fehlenden digitalen Standards. Daher sei eines der Hauptziele des wisnet e.V. die Schaffung eben dieser digitalen Standards.

Darauffolgend stellte Herr Jan Henrik Holk, Head of Training Center der Maschinenfabrik B. Krone GmbH & Co. KG die, mit dem eLearning Award 2019 in der Kategorie „Internationaler Rollout: Lernportale im Best Practice Einsatz ausgezeichnete, firmenintern entwickelte Lernplattform vor. Die B. Krone GmbH & Co. KG konnte eine Problemlösung für die Einweisung von Käufern in ihre landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge, die im Zuge der Digitalisierung eine immer größere Palette von Assistenzsystemen beinhalten, entwickeln. Dies barg vor allem auf Grund des globalen Absatzmarktes und den damit verbunden hohen Aufwand für die Einweisung der Kunden ein enormes Einsparpotential. Nach anfänglicher Entwicklung von Lerninhalten durch externe Anbieter, ging die B. Krone GmbH & Co. KG in den letzten Jahren dazu über ein firmen internes Team damit zu beauftragen. Dadurch konnte das bereits im Unternehmen vorhandene Expertenwissen direkt in die Lehrinhalte miteinfließen.

Anschließend ging es nach einer kurzen Pause in die einzelnen Labs. Professor Lochner stellte in Lab 1 die ganze Bandbreite von Recruiting-Tools unter Einbezug von KI vor. Sie zeigte auf, dass sich bereits ein Wandel von einem Arbeitgeber- hin zu einem Bewerbermarkt vollzogen hat. Daher sei der Einsatz eines effizienten Bewerbermanagementsystems unter Verwendung von KI für Unternehmen heutzutage unverzichtbar.

Herr Wissenbach von der Heinrich Stamm GmbH stellte darauffolgend das firmeninterne Ausbildungssystem vor. Hierbei wird in erster Linie versucht bereits im Unternehmen vorhandene und motivierte Mitarbeiter die Chance zu geben sich weiter zu qualifizieren. Der Einsatz von KI kann dadurch ein wartungsarmes und auf jeden Mitarbeiter individuell zugeschnittenes Lernumfeld schaffen.

In Lab 2 stellten Prof. Dr. Thomas Schack vom Excellenz-Center CITEC und Prof. Dr. Ralph Dreher von der Universität Siegen individualisierte assistive Technologien zur Kompetenzentwicklung für Unternehmen vor. Herr Prof. Dr. Dreher verdeutlichte den Einsatz von KI anhand der Beispiel Expertensystem und AR-Authoring.

In Lab 3 stellte Ekkehard Wiechel von der Effizienzagentur NRW und Herr Dipl.-Ing. Marcel Graus von der Cambio Analytics GmbH Köln Möglichkeiten zum Aufspüren von Einsparpotentialen mittels Machine-Learning-Methoden und Big-Data-Technologien für Unternehmen vor, um so Ressourcenverschwendung zu vermeiden.

Nachdem sich die Teilnehmer in den Labs 1-3 intensiver mit den Themen KI im Recruiting, Assistenzsystem für die Weiterbildung und KI für Effizienz und Nachhaltigkeit beschäftigen konnten folgte das Kommunikationskaffe. Die Teilnehmer konnten sich über das neu gewonnene Wissen austauschen und bei Kaffee und Kuchen kurz innehalten.

Ab 15:40 Uhr folgte der nächste Vortrag von Herrn Hermann Ortmeyer, der als internationaler Produkttrainer bei der Miele & Cie. KG arbeitet. Herr Ortmeyer stellte das, mit dem eLearning Award 2019 in der Kategorie kompetenzorientiertes eLearning, interaktive eLearning System zur Kompetenzentwicklung von Verkäufern für Haushaltsgeräten der Miele & Cie. KG vor. Das auf dem vorgestellten Kompetenzatlas beruhende System stellt die Verkäufer in unterschiedlichen Kundengesprächen vor die Herausforderung die richtigen Kommunikationsmöglichkeiten zu wählen. Der Schwierigkeitsgrad der Kommunikationssituation past sich dafür an die bereits vorhandenen Kompetenzen des Verkäufers an und kann dann stufenweise gesteigert werden. Zusätzlich werden die Verkäufer mit insgesamt sieben unterschiedlichen Persönlichkeitsprofilen der Kunden konfrontiert. Der Referent verwies auf die gute Resonanz von Verkaufsmitarbeitern bzgl. des Systems und die gute Anpassungsmöglichkeit der eLearning Plattform an andere Kulturkreise.

Ab 16:10 Uhr folgten die Labs 4-6. In Lab 4 stellte Herr Dr. Frank Boeger von der MHP Management- und IT-Beratung GmbH, ein Tochterunternehmen der Porsche AG, das Konzept Agiles Management und Susanne Hein von der artaro GmbH das Konzept Agile Lernkultur vor.

In Lab 5 präsentierten Herr Dirk Burkhard vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Saarbrücken und Herr Maximilian Poretschkin vom Fraunhofer IAIS und KI:NRW die Wichtigkeit und Umsetzungsmöglichkeiten für KI-Training vor.

In Lab 6 zeigten Herr Prof. Dr. Vieregge vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum eStandards und Herr Timo Manke von der LMB-Laser-Materialbearbeitungs GmbH wie anhand von Daten-Robotern Umsatzsteigerungen erreicht werden. Vor allem die Auswertung der Firmen-Website gilt als überaus nützliches Tool zur Neukunden-Identifizierung und Bestandskundenbetreuung.

Anschließend an die einzelnen Labs und einer kurzen Pause ging es um 17 Uhr mit der abschließenden Podiumsdiskussion weiter. Volker Ruff, Geschäftsführer der HAGENagentur GmbH, Heinz Leymann, Bundesvorsitzender IfKom, Heiker Schneider-Jenchen, Vizepräsidentin Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. und weitere Industrievertreter diskutierten unter der Moderation von Herrn Martin Hilbig über Digitalisierungsherausforderungen, Innovationskosten und, bedingt durch die Globalisierung verschwimmende Grenzen und verstärkte Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Die Diskussion zeigte, dass Deutschland durch sein hohes Bildungsniveau ein solides Fundament besitzt, um auch in Zukunft an der Weltspitze zu bleiben. Dennoch müssen sich, gerade auch klein- und mittelgroße Unternehmen Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Big Data Analytics aneignen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandort Deutschlands langfristig aufrechtzuerhalten.

 

Nachlese unserer Frühschicht 37 an der Große Dhünntalsperre am 10.12.2019

„Beindruckend, Beindruckend, Beindruckend! Das war eine der besten Frühschichten“ sagt Michael Busenbecker, Vorstandmitglied des Unternehmervereins.

„Absolut, dem kann ich nur zustimmen“, bestätigt Achim Gilfert, Geschäftsführer von surface.net. „Wir sind unserem Mitglied, dem Wupperverband sehr dankbar für die Ausrichtung dieser schönen und informativen Frühschicht“, so Gilfert weiter.

In der letzten Frühschicht des Jahres 2019 erhielten die Teilnehmer mit der Präsentation der Große Dühnn – Talsperre in Wuppertal durch Herrn Thorsten Luckner vom Wupperverband noch einmal ein Highlight. Direkt von Anfang an konnten sich die Mitglieder, angeregt durch Herrn Luckners Enthusiasmus von der Komplexität des Themas Wasserwirtschaft überzeugen.

Herr Luckner zeigte den Mitgliedern dafür zunächst das Aufgabengebiet des Wupperverbandes auf. In erster Linie obliegt dem Wupperverband dabei die Sicherstellung der Wasser-, insbesondere der Trinkwasserversorgung im Einzugsgebiet der Wupper mit insgesamt knapp einer Millionen Einwohner. Gerade in Zeiten des Klimawandels eine zunehmend komplexere Aufgabe. Die Große Dühnn – Talsperre, die zweitgrößte Trinkwassertalsperre in Deutschland, ist dabei das Herzstück des Wupperverbandes. Zum Schutz unseres kostbarsten Lebensmittels besteht dabei um die gesamte Dühnn – Talsperre die höchste Wasserschutzzone. Herr Luckner zeigte dabei zusätzlich auf, wie sich die Veränderung der Niederschlagszyklen in den letzten Jahren auf den Füllstand der Talsperre ausgewirkt hat. Trotz gleichbleibender Niederschlagsmengen pro Jahr verringert sich die Zuflussmenge der Dühnee – Talsperre durch die Zunahme von Starkregenereignisse und geringerer Niederschlagsmengen in den Sommer- und Frühlingsmonaten.

Zum Abschluss der Präsentation stellte Herr Luckner den Gästen noch das Vorzeigeprojekt des Wupperverbandes, den Thermorüssel vor. Dabei handelt es sich um ein System, angebracht an den Entnahmeturm, zur Ansaugung wärmeren Oberflächenwassers. Dadurch wird die Temperatur im Unterlauf der Dhünn erhöht, um die Fischpopulation zu stabilisieren.

Im Anschluss an den Vortrag ging es dann direkt bei bestem Wetter zum 66m hohen Entnahme Turm. Auf dem Weg dorthin konnten die Teilnehmer anhand des knapp einen Meter dicken Bohrkerns, der zur Anbringung des Thermorüssels aus der Außenwand des Entnahmeturms ausgeschnitten werden musste, einen Eindruck von dessen Ausmaßen erhalten. Über die Zugangsbrücke gelangten die Besucher zum Eingang des Turms. Im Inneren des Turms erhielten die Gäste dann auch die seltene Möglichkeit den gesamten Entnahmeturm hinabzusteigen. Vor allem die Größe der gesamten Technik, insbesondere die gut 1,4 Meter dicken Durchflussrohre wurden interessiert begutachtet. Trotz der ca. 60 Meter Treppensteigen herrschte unter den Teilnehmer sichtlich gute Laune. Auch am Boden des Turms, knapp 45 Meter unterhalb der Wasseroberfläche erklärte Herr Luckner noch detaillierter die einzelnen technischen Neuerungen und deren Integration in die bestehenden Systeme.

Zum Abschluss konnten die Teilnehmer noch einen kurzen Blick in das Innere der Staumauer werfen. Herr Luckner verwies noch auf den kommenden Tag der offenen Tür, an dem die Teilnehmer noch die Möglichkeit haben werden das Innere der Staumauer weiter zu erkunden.

Obwohl die Frühschicht deutlich vom bisherigen Format abgewichen ist, wurde von den Mitgliedern insgesamt eine überaus positive Bilanz gezogen. Dies regt uns dazu an auch zukünftig unser Programm durch gleichartige Veranstaltungen zu ergänzen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Luckner und Frau Bornemann vom Wupperverband, für die Organisation dieser durch und durch gelungenen und interessanten Veranstaltung.

 

      

 

       

Nachlese zur Praxiszeit Digital Update 19

„In Zukunft brauchen wir Menschen nicht mehr arbeiten. Es gibt keinen Grund, warum man nicht alles durch Maschinen erledigen lassen sollte“ und „Es ist wichtig, dass wir Menschen unsere Arbeit haben, denn die macht Spaß und gibt auch Sinn im Leben.“ Die beiden Zitate zeigen anschaulich die Spannweite der Meinungen und Thesen, die am 3. Juli 2019 auf der Praxiszeit Digital Update ´19 in der Henrichshütte in Hattingen thematisiert wurden.

31 Teilnehmer/innen diskutierten zu verschiedenen Themen der Digitalisierung. In sieben Vorträgen wurden die Impulse für den Austausch gesetzt. Nach einer kurzen Begrüßung des Landrates des Ennepe-Ruhr-Kreises, Olaf Schade und Jürgen Köder, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsagentur im Ennepe-Ruhr-Kreis, ging es inhaltlich mit dem ersten Impuls los.

Wolf Strotmann zeigte auf, wie bei der Digitalisierung auch klassische „Anpacker“ im Betrieb mitgenommen werden können. Wie kann man Befürwortern und Gegnern im Betrieb begegnen. Dabei machte er deutlich, dass Digitalisierung nicht zum Nulltarif zu bekommen ist. Digitalisierungsprozesse kosten Geld und dauern auch. Die Veränderungsprozesse, gerade wenn es sich um umfangreiche Digitalisierung handelt, brauchen Zeit und sind nicht über das Knie zu brechen.

Frau Dr. Theißen referierte über das Arbeitsrecht 4.0 und mögliche Auswirkungen auf die neuen Arbeitsformen, die mit der Digitalisierung einhergehen können. Kreativität und Vertrauensarbeitszeiten sind Stichworte, die möglicherweise den gesetzlichen Anforderungen entgegenstehen. Schnell wurde klar, dass die entsprechenden Gesetze einzuhalten sind, jedoch durchaus Spielräume – gerade für kleinere Unternehmen – bestehen.

Marc Letzing, der als Geschäftsführer der GRAUZONE in Hattingen den Ausführungen praktische Aspekte beisteuerte, erläuterte die Besonderheiten der Arbeit in einem Open Space beziehungsweise eines Co-Working Space. Am Ende gilt es auch abzuwarten, da die aktuelle Gesetzgebung der EU noch nicht in den Mitgliedsstaaten angekommen ist. Beobachten heißt die Devise.

Nach einer kurzen Pause ging es mit Professor Vieregge weiter. Thema war die Frage, wo Datenroboter in Unternehmen bereits heute Unterstützung leisten können. Anschaulich wurde die unstrukturierte Datenflut im Internet dargestellt. Im Weiteren ging es dann darum, mit welchen Möglichkeiten diese Informationen strukturiert, ausgewertet und – noch besser – zusammengeführt werden können. Hier sind Maschinen einfach Maß der Dinge, da für unser tausende Jahre altes Gehirn die Zusammenhänge einfach zu komplex sind. Hier scheitert unsere, in anderen Kontexten so bewährte Hardware „Gehirn“.

Bereits in den vorangegangenen Impulsen ging es um Künstliche Intelligenz (KI), sodass Herr Wörheide mit dem Beitrag „Chancen und Risiken durch künstliche Intelligenz“ einen guten Anschluss fand. Wie können praktische Umsetzungen in kleinen und mittleren Betrieben aussehen? Dabei ist darauf zu achten, nicht Opfer von Verklausulierungen und unverständlichen Formulierungen zu werden. „Liegt der Fokus nur auf Algorithmen, kann man durchaus für dumm verkauft werden, wenn die Qualität der zugrunde liegenden Daten nicht zentraler Bestandteil von Systemen ist“, so Wörheide. Das A & O sind valide Messdaten, die ebendiese Datenqualität ausmachen. Nur dann kann ein System verwertbare Ergebnisse liefern. Das gilt auch für Künstliche Intelligenz, denn auch diese „lebt“ ausschließlich von den zur Verfügung gestellten Daten. Wenn die KI aufgrund nicht valider Daten lernt, dann lernt sie falsch. Shit in, Shit out – das gilt auch hier. Herr Wörheide wies auch darauf hin, dass Prozesse digitalisiert werden und daher die Branche weniger relevant ist. Anders gesagt: Wo Prozesse regieren, kann man Digitalisieren.

Nach Ende der zweiten Pause ging es weiter mit Dawid Schäfers, der über die Entwicklung eines Webshops berichtete, bei welchem keine Fotos oder Bilder verwendet werden sollten. Es ging hier um einen Shop für Chemikalien, was für die Oberflächentechnik sehr interessant war. Im Fokus der Entwicklung standen die Usability, das Nutzererlebnis und die Datenintegration. Letzteres war wichtig, damit vorhandene Daten nicht händisch neu verarbeitet werden müssen, sondern sich elegant in das System importieren ließen. Das sparte Zeit und Mühe, denn – so Schäfers – bei IT Projekten gibt es immer ein knappes Budget. Internetauftritt und Webtools werden eher als „Beiwerk“ gesehen. Andererseits wurde deutlich, dass der Vertrieb mit den richtigen Tools effizienter werden und den Umsatz steigern kann. Die „Fotofreie“ Lösung in diesem Praxisbeispiel waren farbliche Formen, in welchen die Summenformeln hinterlegt wurden. Der Nutzer findet jederzeit schnell das, was gesucht wird.

Jürgen M. Möckel erläuterte in dem folgenden Impuls, wie man in nur 17 Minuten eine erste, digitale Analyse der Geschäftsprozesse vornehmen und eine Digitalisierungsstrategie für das eigene Unternehmen entwickeln kann. Der Ausbau von Informations-Technologien und -Konzepten, habe in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Grenzen von ERP-Systemen zunehmend aufgebrochen werden können, so Möckel. Dadurch sei es möglich geworden, Geschäftsprozesse bis auf Mikro-Funktionsebene als einzelne, digitale Teilprozesse zu modellieren und in einer Business Engine wirklich real auszuführen. Wie in einem Stellwerk sieht man dann, was gerade im Geschäftsprozess passiert. Jeder einzelne Prozessschritt entspricht einem kleinen Stück Programmcode, der kurzerhand einzeln getestet, verbessert oder ausgetauscht werden kann, führte Möckel weiter aus. Entscheidungsregeln werden dabei in Excel-ähnlichen Tabellen (DMN) eingetragen und in den Prozessschritten maschinell ausgewertet.

Den Abschluss der Vorträge bildet Achim Gilfert mit dem Gedankengang des Emotional Risk Mapping (ERM)®. Mit diesem digitalen Tool lassen sich Risikopotentiale bei Veränderungsprozessen – vornehmlich Digitalisierungsprozessen kartographieren. Mit der Schaffung von Interessenausgleich lässt sich diesen dann begegnen. Dabei wurde erläutert, warum „ausgedachte“ Prozesse und deren Umsetzung erst einmal nichts miteinander zu tun haben. Das Gehirn des Menschen verarbeitet Informationen auf verschiedene Arten und erfordert daher unterschiedliche Arten von Kommunikation. Das Wissen darum ist wesentlich, um Konfliktkosten und vor allem zusätzliche Konfliktkosten bei Digitalisierungsprozessen zu vermeiden. Denn mit einer technischen Lösung kaufen Betriebe auch zusätzliche Begleitprobleme. Die Kosten dafür fallen meist höher aus als der gesamte Technologieeinsatz.

Nach einer kurzen Abschlussdiskussion gab es bei dem anschließenden gemeinsamen Abendessen weiteren Austausch. Allen Teilnehmer/innen werden die Präsentationen der Praxiszeit zur Verfügung gestellt. Sollten Sie Interesse daran haben, können Sie bei unserem Geschäftsführer, Herrn Gilfert unter 0163 175 8937 nachfragen. Die Praxiszeit wurde gemeinsam von dem Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., dem FachwerkMetall e.V. und der Wirtschaftsförderungsagentur des Ennepe-Ruhr-Kreises durchgeführt. Wir bedanken uns herzlich für alle Beiträge und das ehrenamtliche Engagement der Referentinnen und Referenten.

Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. Eickener Straße 41 45525 Hattingen Mobil: +49/163/175 8937 Fax: +49/2324/5648-48 Mail: gilfert@netzwerk-surface.net Web: www.netzwerk-surface.net

     

 

Einladung zur Praxiszeit Digital UPDATE 19 am 3. Juli 2019 – Henrichshütte Hattingen

Am 3. Juli 2019 ist es wieder soweit: Die zweite Praxiszeit Digital geht mit dem Dreiergespann Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., FachwerkMetall e.V. und EN-Agentur, erneut an den Start. Mit dabei ist auch das netzwerkdraht e.V. Wie immer sind damit die betrieblichen Praktiker im Boot. Denn darum soll es auch diesmal wieder gehen. Themen rund um die Digitalisierung für den betrieblichen Alltag prägen das spannende Programm.

Als erstes schauen wir darauf, wie bei der Digitalisierung auch klassische „Anpacker“ im Betrieb mitgenommen werden können. Hier werden Methoden aus der Praxis aufgezeigt, um Befürwortern und Gegnern im Betrieb zu begegnen.

Anschließend widmen wir uns dem Thema Arbeitsrecht 4.0. Hier gibt es ein großes Spannungsfeld, wenn wir darauf schauen, dass Digitalisierung im Kern auch Veränderungen in der Arbeitsorganisation mitbringt (zum Beispiel flache Hierarchien oder mobiles und ortsunabhängiges Arbeiten etc.), die im Arbeitsrecht klassisch kaum betrachtet werden. Wie verhält es sich mit der Kreativität, der die Kontrolle entgegensteht – besonders wenn wir auf die neuesten Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes zur Arbeitszeiterfassung blicken. Im Vortrag wird neben dem Fachinput auch aus der Praxis der GRAUZONE berichtet, die als Co-Working Space und New Work Plattform hier Erfahrungen betragen kann.

Des Weiteren blicken wir kurz in die Zukunft (Wie sieht es bei mir in 10 Jahren aus?), um dann wieder in der Gegenwart Daten Roboter kennen zu lernen, die den Vertrieb intelligent unterstützen können. Hier werden verschiedene Praxisbeispiele vorgestellt und die Funktionsweise dieser Systeme erläutert.

Im nächsten Vortrag wird am Beispiel der Smart Paint Factory erklärt, welche Auswirkungen und Chancen der Einsatz von KI, gerade in kleinen und mittleren Betrieben, haben kann. Das Thema sieht kompliziert aus, aber wenn wir uns darauf einlassen, erscheint es logisch und sinnvoll umsetzbar.

Thema des kommenden Praxisteils ist der Vertrieb (hier sind es Chemikalien) von industriellen Produkten über einen Internetshop, der ohne Bilder auskommt. Das ist wichtig, da auch im B2B Bereich das „Einkaufserlebnis“ wesentlicher Teil des Erfolgs ist. Das liegt daran, dass Effizienz und Digitalisierung dazu führen, dass über den Preis so gut wie keine Kriterien mehr geschaffen können, die einen Betrieb zu Mitbewerbern abgrenzen. Der Impuls zeigt beispielhaft auf, wie man einen solchen virtuellen Verkaufsraum aufbauen kann.

Im vorletzten Beitrag wird es um Erfahrungen bei der Umsetzung digitaler Strategien gehen. Die Frage Sinn oder Unsinn spielt hier eine zentrale Rolle. Zwar ist es möglich, „mal eben so“ etwas zu digitalisieren, aber die Nachhaltigkeit bleibt ohne Strategie auf der Strecke. Der Vortrag erläutert verständlich, wie Sie die „digitale Führung“ im Betrieb übernehmen.

Wir beschließen den inhaltlichen Part der Praxiszeit mit dem Thema Emotional Risk Mapping (ERM) und der Frage, warum teuer erkaufte Prozesse häufig nicht umgesetzt oder gelebt werden. Hier geht es um Bremsklötze bei der Umsetzung und auch um die Erfolgspotentiale, die im Betrieb liegen. Sie lernen die Grundlage kennen, warum es Menschen oft nicht möglich ist, rationale Prozesse umzusetzen. Neben einer neurobiologischen Begründung blicken wir auf den Lösungsansatz Interessenausgleich, der dabei helfen kann, zusätzliche Konfliktkosten durch Digitalisierungsprozesse zu vermindern oder zu vermeiden.

Nach kurzer Zusammenfassung essen wir gemeinsam zu Abend und es ergibt sich die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Die Anmeldung zu der kostenpflichtigen Veranstaltung und die Programminformationen finden Sie unter diesem Link.

Nachlese der Praxiszeit Metallisieren

„Das war MEGA. So viel Praxis habe ich gar nicht erwartet. Spitze“ – so die Rückmeldung eines Teilnehmers der Praxiszeit Metallisieren, die das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. am 13.3.2019 im Henrichs in Hattingen ausgerichtet hat. „Das freut mich besonders, weil es genau darum geht. Unsere Mitglieder und alle Gäste sind die Experten – hier geht es um die Sache und den Austausch“ sagt Achim Gilfert, der Geschäftsführer des Kompetenznetzwerkes.

Nach einer kurzen Begrüßung und einer kleinen Vorführung, was man mit dem vereinseigenen „Surface Monitoring“ im Bereich der Patentdaten so alles anstellen kann, ging es auch schon los.

Frau Pankow von der Gerhardi Kunststofftechnik GmbH aus Lüdenscheid berichtete aus der Welt des Zusammenspiels von Konstruktion und Oberflächentechnik unter dem Titel – Der lange Weg vom Styling zur Herstellbarkeit. Der lebendige Vortrag ließ sich in der folgenden Diskussion in Teilen auch auf die Lacktechnik übertragen. Fragen, beispielsweise in wie weit Know How vor Auftragszusage herausgegeben wird, wurden besprochen.

Im Anschluss erläuterte Dr. Schäfer von MacDermid Enthone aus Langenfeld, dass sich Chrom zwar auf der Oberfläche befindet, das Know How dafür aber in den Schichten darunter liegt. Die Komplexität des Schichtsystems ist schon eine große Herausforderung. Anhand von eindeutigen Folien wurde erklärt, die sich durch eine Analyse des Schichtsystems zuverlässige und sichere Prozesse gestalten lassen. In der anschließenden Diskussion ging es auch um die Frage, warum mikroporige Systeme anderen Systemen vorgezogen werden.

Nach kurzer Verschnaufpause trat Herr Tomaszewski von ZINQ in Gelsenkirchen vor die Teilnehmer und berichtete über MicroZinq als innovative Beschichtungsmethode. Das Verfahren kann für größere Fahrwerksteile angewendet werden und auf den präsentierten Bildern konnte man überall verrostete Teile an einem Fahrwerk erkennen – nur das Teil mit der MicroZinq Beschichtung sah aus „wie eine 1“. Die Freude eines jeden Konstrukteurs. Der Referent erklärte aber auch, dass andere Verfahren natürlich ihre Berechtigung haben und hier und da auch günstiger sind. Außerdem ist die Einführung neuer Beschichtungsverfahren beispielsweise in den Automobilbau aufgrund dort herrschender, teils schwerfälliger Strukturen, ein langwieriger Prozess. Da gilt es dranzubleiben – auch mal 4 Jahre lang – so Herr Tomaszewski.

Herr Schütte von der HSO Herbert Schmidt GmbH & Co. KG begann seinen Part mit einem klaren Bekenntnis, eine Lanze für die Nickelbschichtungen in seinem Vortrag zu brechen. Am Beispiel von großen Bauteilen, wie beispielsweise Stahlkugeln als Schaltelemente von Kugelhähnen (mehrere Tonnen schwer) oder auch Beschichtungen in Castorbehältern erläuterte Herr Schütte die großen Vorteile von Nickelbeschichtungen. Immer wieder wurde hier die Duktilität genannt. Das bedeutet, dass selbst bei größten Belastungen (Schlag/Stoß/Biegung) die Beschichtung keinen Schaden nimmt und seine Aufgabe zuverlässig erfüllt. Ebenso wurde der Ruf von Nickel thematisiert, der nach Meinung des Referenten auf schlechte und billige Qualitäten beispielsweise bei Duschköpfen zurückgeht – wie auch auf die Diskussion gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch den Stoff. Hieraus ergab sich noch der Hinweis, in Asien nicht mit offenem Mund zu duschen, da dort viele dieser mangelhaften Beschichtungen Anwendung finden.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Herr Feld, vom Feldlabor in Lüdenscheid sorgte an diesem Tag für einen weiten Blick über den Tellerrand, von dem viele Teilnehmer gar nicht annahmen, dass es auch die Oberflächentechnik betrifft. Hierbei geht es um die Novelle der 42. Bundes Immission Schutzverordnung – der sogenannten „Legionellen-Verordnung“. Diese betrifft alle Betriebe, die zum Beispiel Verdunstungskühlanlagen oder andere benutzen und mikrobakterielles Risikopotential in die Umgebungsluft abgeben. Hier geht es um die Gefahrenvermeidung der Bevölkerung (kurioserweise nicht der betrieblichen Mitarbeiter, die nicht unter diese Verordnung fallen) bei Legionellen. Das Ganze wurde durch den damaligen Vorgang der Brauerei in Warstein ausgelöst. Herr Feld berichtete über die Pflichten, die zu erledigen sind und die Zusammenhänge in der Praxis. Dabei ging es beispielsweise um Probenentnahmen, deren Abläufen und die anschließende Auswertung. Im Übrigen ist unser Mitglied Michael Feld öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Überprüfung von Verdunstungskühlanlagen und steht jederzeit für Fragen bereit.

Abschließend hielt Dr. Prinz von MacDermid Enthone seinen Vortrag „Leiterplatten – Die Rolle der Galvanotechnik in der globalen Informationstechnik“. Der Impuls kann ruhig als „Grand Finale“ der Praxiszeit gelten. Neben dem anschaulichen PowerPoint Vortrag hat Herr Prinz viele Musterteile mitgebracht. Gemäß den einzelnen Prozessschritten zur Herstellung von Leiterplatten wurde deutlich, wie viel Galvanotechnik – und vor allem wie filigran und durchdacht Galvanotechnik zum Einsatz kommt. Mehrere Schichten übereinander, versehen mit innen galvanisierten Bohrungen, die teilweise innerhalb verschiedener Schichten liegen…knapp gesagt es war schon technologisch wahnsinnig das zu erleben.

     

Insbesondere drei junge Studenten, die an der Praxiszeit kostenfrei teilnehmen durften, kannten beispielsweise Röhren nicht mehr. Nicht selten resultiert aus einer Praxiszeit ein anschließendes Praktikum oder eine Festanstellung.

Ebenfalls haben zwei Teilnehmer eines Solinger Schneidwarenbetriebes eine konkrete Lösung für eine Problemstellung gesucht und Anregung erhalten. Wir sind uns sicher, dass im Nachgang die Kontaktdaten ausgetauscht wurden um gemeinsam weiter über Lösungen zu sprechen.

Nach einem Applaus, der für alle Referenten und Referentinnen galt, ging es ans gemeinsame Abendessen. Fast alle sind geblieben.

Damit wurde auch diese Praxiszeit ihrem Ruf gerecht. Aus dem Betrieb für den Betrieb – von Experte zu Experte. Die Technikbegeisterung in ein wesentliches, verbindendes Element in unserem Kompetenznetzwerk.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Vortragenden und freuen uns schon auf die nächste Praxiszeit. Um uns kennen zu lernen haben Sie auf unseren Frühschichten immer die Möglichkeit. Das nächste Mal am 4. April in der Zeit von 8.30 Uhr bis 10 Uhr in Siegen, gemeinsam mit unserem Mitglied RIO GmbH.

Frühschicht 32, gemeinsam mit netzwerkdraht e.V. – Iserlohn 7.2.2019 – 07 Uhr 30 bis 09 Uhr 30

Am 7. Februar findet unsere 32te Frühschicht statt, die wir gemeinsam mit dem netzwerkdraht e.V ausrichten. Nutzen Sie die Möglichkeit, an der Frühschicht teilzunehmen. Mit den Jahren haben sich immer stärker Gemeinsamkeiten und Schnittstellen herausgestellt, die wir nun systematischer angehen wollen.

Die Anmeldung und Einladung können Sie hier herunterladen.

Infos zum Veranstaltungsort unter https://sase-iserlohn.de/

Frühschicht 30: „Erfahrungsaustausch DSGVO und offene Standards“ am 31. Oktober in Hagen

Hiermit laden wir Sie zu unserer nächsten Frühschicht am Mittwoch, den 31.10.2018 in der Zeit von 07:30 Uhr bis 9:30 Uhr ein. Dieses Mal sind wir zu Gast in der Offenen Werkstatt des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums „eStandards“.

Thematisch ziehen wir Bilanz:Seit 6 Monaten ist die europäische Datenschutzgrundverordnung in Kraft und die ersten Erfahrungsberichte liegen vor. Zeit den Blick auf das für uns wesentliche zu richten und den konkreten Umgang mit den gesetzlichen zu besprechen, um Nerven und Kapazitäten zu schonen bzw. effektiv zu nutzen.

Gleichzeitig haben wir Gelegenheit an den Demonstratoren der offenen Werkstatt das Thema Standards und Normen in der vernetzten Produktion zu sehen. Viele Arbeitsabläufe könnten durch einheitliche, vor allem offene Standards – wie es sie seit Jahrzehnten bei der E-Mail- und Dateiübertragung im Internet (TCP/IP) gibt – deutlich vereinfacht werden.

 

Ihre Anmeldung richten Sie bitte in Form einer kurzen Email mit dem Betreff „FS30“ an gilfert@netzwerk-surface.net

29. Frühschicht mit ‚feldlabor‘ in der Phänomenta in Lüdenscheid am 28. Juni

Hiermit laden wir Sie zu unserer nächsten Frühschicht am Donnerstag, den 28.06.2018 in der Zeit von 07:30 Uhr bis 10:00 Uhr ein.

Dieses Mal sind wir zu Gast bei unserem Mitglied feldlabor. Da das Labor voll mit Technik ausgestattet ist, hat Herr Feld die Phänomenta in Lüdenscheid – gleich neben dem Labor – ausgewählt. Hier dürfen wir uns auch umschauen.

Das feldlabor ist Partner für metallverarbeitende und oberflächenveredelnde Unternehmen. So überwacht das feldlabor Kühlschmierstoffe als externer KSS-Beauftragter und behandelt Fragen zum Korrosionsschutz zum Beispiel im Bereich von Feuerverzinkungen oder im Rahmen von Beschichtungsinspektionen. Aufgrund der neuen 42.BImSchV („Legionellenverordnung“) bietet das feldlabor nun auch die hygienetechnische Betreuung von Kühlanlagen inkl. der vorgeschriebenen Analytik an.

Ablauf:

Begrüßung

Das feldlabor stellt sich vor

Prof. Dr. Vieregge stellt die Erweiterung unserer digitalen Monitoring Tools vor

Kurzführung durch die Ausstellung

Netzwerken

ACHTUNG – VERÄNDERTES ANMELDEVERFAHREN

Beachten Sie bitte unbedingt die Hinweise zum Datenschutz auf der Anmeldung. Mitglieder können sich einfach per Mailantwort anmelden – Nichtmitglieder müssen das Anmeldeformular verwenden. 

Datenschutzhinweis: Für redaktionelle Zwecke werden während des Treffs audiovisuelle Medien aufgezeichnet. Sie stimmen mit Ihrer Unterschrift einer redaktionellen Verwendung zu. Diese erfolgt mit Rücksicht auf Datensparsamkeit gemäß DSGVO.

Für NichtmitgliederSie können Ihre Einwilligung durch Markierung des entsprechenden Feldes in der Anmeldung abgeben, wenn Sie in Zukunft Informationen von uns haben möchten.

Jedes Nichtmitglied darf zweimal kostenfrei teilnehmen. Danach freuen wir uns über Ihre Mitgliedschaft. Alternativ kostet jede weitere Frühschicht 250 Euro. Bei Rückfragen Herrn Gilfert anrufen: 0163 175 8937

Nachlese des ersten Projekttreffens – OptiKoM und Prädikat „Unternehmen mit Mediationskompetenz“

„Präventiv mit Kostenvorteilen zu kommen macht keinen Sinn bei Betrieben, die eher irrationale Entscheidungen treffen. Frei nach dem Motto – Will ich jetzt nicht, egal was es kostet. Da befinden wir uns eher in den kleineren Betrieben. Und mit Beratung klappt es auch nur schwerlich, da diese erstmal belastet als entlastet“ sagt Achim Gilfert, der im Medationsverbund Deutschland (M.V.D) das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. vertritt und der das erste gemeinsame Projekttreffen in diesem Rahmen organisiert hat.

Dr. Carmen Poszich-Buscher hält aber dagegen, dass man dies nicht so global sagen kann. Eine Vielzahl auch der kleinen Betriebe hat sehr wohl die Kosten im Blick und versuchen, diese zu optimieren. Das erlebt sie bei ihrer täglichen Arbeit in Unternehmen und sozialen Einrichtungen im märkischen Kreis, Ruhrgebiet und Bergischem Land. „Diese Unternehmen legen Wert auf die Entwicklung und das Trainieren von unternehmensspezifischen Standards in der Kommunikation, des Konfliktmanagements und der Personalentwicklung. Steigende Erfahrungswerte führen dazu, dass Endlosdiskussionen und eskalierende Kleinigkeiten reduziert werden und im Gegenzug eine konstruktive und kreative Arbeitsatmosphäre Einzug hält“, so die Neurobiologin.

Mit diesem Einstieg begann das erste Treffen der beiden M.V,D. Projekte OptiKoM (Optimierung von Konfliktkosten durch Mediation) und des Prädikats „Unternehmen mit Mediationskompetenz“. „Im Projekt OptiKoM wollen wir mit kleinen und mittleren Betrieben ein anwendbares Konflikterfassungsinstrument entwickeln. Es soll dazu dienen, auch verdeckte Konfliktkosten bilanzierbar zu machen. Zwar gibt es Berechnungsvorschläge in großen Unternehmen, die sind aber nicht so einfach bei kleinen Unternehmensgrößen anwendbar. „Je kleiner der Betrieb umso höher ist die Aufgabendichte pro Mitarbeiter. Konflikte können daher in Relation höhere Auswirkungen auf den Betrieb haben“ erläutert Gilfert. „In dem Projekt wollen wir also Optimierungspotentiale erkennen und Maßnahmen zu deren Reduzierung entwickeln“ so der Verantwortliche für die Unternehmernetzwerke weiter.

„Ein Werkzeug ist hier das Prädikat für „Unternehmen mit Mediationskompetenz““ führt Frau Dr. Poszich-Buscher aus. Das ist auch ein schönes Beispiel für die Verzahnung der Aktivitäten im M.V.D. Das Prädikat wird von den im M.V.D. zusammengeschlossenen Institutionen und Experten an Unternehmen für ihren herausragenden Beitrag zur Etablierung von mediativen Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen und zur Nutzung von Mediation in der Arbeitswelt verliehen. „Unternehmen haben die Möglichkeit, das Prädikat in der Werbung um Nachwuchs und Fachkräfte einzusetzen sowie es auch als Bindungsinstrument für die vorhandenen Mitarbeiter zu nutzen“ so Frau Dr. Poszich-Buscher weiter.

„Im Weiteren lässt sich das Prädikat bei Ausschreibungen und der Auftragsakquise als besonderes Engagement im HR Bereich heranziehen. Es zeigt auch Kunden und Lieferanten, dass man mit Ihnen sprechen kann“ erklärt Achim Gilfert und weist darauf hin, dass der Einsatz des Prädikats die Konfliktkosten reduzieren und für flüssigere Prozessabläufe sorgen wird.

Mit diesen Möglichkeiten im Gepäck plant das Projekt Gespräche auf Landesebene, um für Unternehmen abrufbare Fördermittel bei der Anwendung des Prädikats „Unternehmen mit Mediationskompetenz“ im Rahmen der Ressourceneffizienz in Kleinen und Mittleren Unternehmen zu ermöglichen. Gerade vor dem Hintergrund des Facharbeitermangels und der Komplexität und damit konfliktbehafteten Digitalisierung wäre diese Unterstützung umso wichtiger.

Folgend finden Sie Links zu den Beteiligten an den Projekten. Dr. Poszich-Buscher (mediation-als-kompetenz.de) und Achim Gilfert (mensch-und-betrieb.de) arbeiten auch außerhalb des Mediationsverbundes zusammen. Dabei kümmert sich auch im Rahmen der Digitalisierung in Betrieben Frau Dr. Poszich-Buscher um die präventiven Ansätze und Achim Gilfert darum, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Der Mediationsverbund Deutschland (M.V.D.) ist ein offenes Kompetenznetzwerk für Experten und Anwender. Auch unser Verein engagiert sich in diesem Verbund. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter mediationsverbund.de

Nachlese der Frühschicht 27 bei Ebbinghaus Verbund in Solingen

„Das Schneetheater im Bergischen konnte uns nicht davon abhalten, unsere 27te Frühschicht im Ebbtron durchzuführen“ sagt Achim Gilfert, der als Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. für die Frühschichten verantwortlich ist. Diesmal wurde das Netzwerktreffen gemeinsam mit dem Ebbinghaus Verbund und der Fehrian Steiner Consulting am Standort in Solingen durchgeführt.

Es war spannend! Nach einer Begrüßung und einem Vortrag über Bildung und Digitalisierung durch Herrn Gilfert, erhielt Marco Heinemann von der KST Kugelstrahltechnik GmbH aus Hagen, die Mitgliedsurkunde des Oberflächenvereins. KST ist das neueste Mitglied und eine für den Verein wichtige Fachkompetenz. Wir bedanken uns sehr für Herrn Heinemanns Engagement.

Im Weiteren stellte Herr Schroers vom Ebbinghaus Verbund den Oberflächenbetrieb, seine Geschichte und Leistungen anschaulich vor. Ebenfalls berichtete er von der Entstehung des Ebbtron in der Dunkelnbergerstrasse. „Der Vortragsraum ist ein zentraler Punkt, der durch die Co Workingplätze und für Veranstaltungen und Schulungen genutzt werden kann“ so Schroers weiter.

„Vor 20 Jahren war hier noch der richtige Beschichtungsbetrieb“, erinnert sich ein Teilnehmer der Frühschicht, „und durch die heutige Eingangstür dahinten haben damals schon die Chemikalien angeliefert.“ Es ist absolut spannend, wie sich das Unternehmen entwickelt hat und dabei weiterhin großen Wert auf die Wurzeln in Solingen legt.

Vor einem Betriebsrundgang für Mitglieder stellte sich die Ferihan Steiner Consulting vor. Unter dem Motto innovative Personalentwicklung für den Mittelstand stellte Geschäftsführerin Ferihan Steiner den Wandel der Arbeitswelt und die Veränderungen der Menschen dar. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer/Innen einen Einblick in die Vorgehensweise eines strategischen Personal- und Organisationsentwicklungsprojektes. Nähere Infos finden Sie hier.

Wir bedanken uns sehr bei Herrn Ebbinghaus für die Möglichkeit, im Ebbtron unsere Frühschicht durchzuführen. Un im Weiteren möchten wir uns bei Frau Leddin bedanken, die alles so gut organisiert hat.

Das nächste Treffen findet am 25. April 2018 bei WIWOX GmbH Surface Systems in Erkrath statt.

27. Frühschicht bei EBBINGHAUS in Solingen am 15. Februar – 7.30 bis 9 Uhr

Ein spannender Morgen erwartet die Gäste der 27. „Frühschicht“ des Kompetenznetzwerk Oberflächentechnik e.V.: Der Unternehmerverein führt dieses Mal sein Netzwerktreffen bei EBBINGHAUS in Solingen am Donnerstag, den 15. Februar durch:

Ab 7.30 Uhr stellt sich zunächst der Gastgeber und Spezialist für KTL-Beschichtung, Pulverbeschichtung, Nasslackierung und Verzinkung den Teilnehmern vor. Ob als Lohnbeschichtung in den eigenen Werken oder als Betreibermodell beim Kunden vor Ort: Ebbinghaus veredelt die Oberflächen aller Produkte und schafft so Qualität und einen langfristigen Werterhalt.

„Wichtig für den Verein ist, dass wir auch die Dinge abseits der Oberfläche diskutieren“, sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V., „deshalb lernen wir am 15. Februar auch etwas über innovative Arbeitsplatz- und Bildungskonzepte in einem spannenden Vortrag von Ferihan Steiner Consulting.“ Denn die ständig steigende Komplexität der Arbeitswelt fordert von Unternehmen ein neues Bewusstsein für ihre wichtigste Ressource: den Menschen!

Für Mitglieder des Vereins gibt es zudem die Gelegenheit während eines Rundgangs durch den Betrieb „hinter die Kulissen“ des EBBINGHAUS Verbundes zu schauen.

„Unsere Frühschichten sind immer kompakt, praktisch und konkret“, so Gilfert, „deswegen treffen wir uns alle 6-8 Wochen von 7.30 Uhr bis 9:00 Uhr bei einem Betrieb vor Ort. Meistens bleiben aber die Teilnehmer noch darüber hinaus in Gesprächen vertieft etwas länger.“

Unternehmer aus dem produzierenden Gewerk können sich mit einer kurzen Email mit dem Stichwort: FS EBBINGHAUS an gilfert@netzwerk-surface.net anmelden.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2018

Auf diesem Wege wünschen wir allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen angenehmen Übergang in das Jahr 2018. Ab dem 2.1.2018 stehen wir Ihnen wieder in gewohnter Weise zur Verfügung.

Nachlese der Frühschicht 26 bei der FGW in Remscheid vom 7.12.2017

„Auf dieser Frühschicht zeigte sich mal wieder der ganze Wert meiner Mitgliedschaft“ sagte ein Teilnehmer der 26ten Frühschicht des Kompetenznetzwerkes für Oberflächentechnik e.V.. Geschäftsführer Achim Gilfert freut sich über diesen Satz besonders und möchte das unterstreichen.

„Es treffen sich Menschen, die alle vom gleichen Geist der Unternehmerschaft geprägt sind. Wenn jemand ein Beschichtungsproblem oder ein anders Problem schildert, entwickelt sich rasch eine Diskussion, auf welchen Wegen eine Lösung zu finden ist. Dabei kommen Dinge ins Spiel, mit denen vorher niemand rechnen konnte – Spartenwissen oder auch Nischenverfahren, die kaum jemand kennt. In jedem Fall nehmen alle Impulse und „neue“ Gedanken mit“.

Die letzte Frühschicht 2017 fand bei der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge Und Werkstoffe e.V. FGW statt. Die FGW ist Gründungsmitglied unseres Vereins. Wir haben auch einen Einblick in die Abläufe, die Werkstätten und Labore erhalten. Dort konnten wir uns von den Vorteilen von Smart Material überzeugen. Teilweise können diese aufwendige Anlagen obsolet machen. Eine sehr spannende, aber auch komplexe Entwicklung, die ähnliche Konsequenzen mit sich bringt wie die der Digitalisierung.

Auf der Frühschicht konnten wir auch unserem Mitglied WIWOX Surface Systems die Mitgliedsurkunde an Herrn Hallensleben überreichen. Darüber haben wir uns sehr gefreut und wir möchten uns auch auf diesem Wege bei allen Mitgliedern für ihr Engagement und ihre Unterstützung bedanken. Ohne die Mitglieder wäre der Verein nur ein leerer Eimer – und für sich selbst nutzlos.

Vielen Dank an das Team der FGW für die Möglichkeit der Frühschicht.

 

 

 

Nachlese der Praxiszeit „Lack“ vom 19. Oktober 2017

„Wir haben Lösungen für Probleme, von denen Sie gar nicht wissen, dass Sie die haben.“ – Mit diesem treffenden Satz leitete Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V., die Praxiszeit „Lack“ ein.

Damit traf er genau den Kern dieser Veranstaltung – nämlich gemeinsam Kompetenzen und Ideen entwickeln – und hatte die Zustimmung der Teilnehmer, die der gleichen Meinung waren: „Das stimmt schon – manchmal ergeben sich die Lösungen an Stellen, wo man sie gar nicht vermutet“ sagte ein Teilnehmer. „Daher ist es so wichtig für mich, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen“ so der Besucher weiter.

Aus diesem Grund trafen sich am Donnerstag, dem 19. Oktober 2017 Unternehmer aus der Region in der Henrichshütte in Hattingen, um sich die Vorträge der sechs Referenten anzuhören und sich im persönlichen Gespräch auszutauschen, angeregt zu diskutieren und Erfahrungen bei fachspezifischen Themen weiterzugeben.

Die Praxiszeit begann mit einem Vortrag von Marco Heinemann der KST Kugel-Strahltechnik GmbH, der über die mechanische Strahltechnik berichtete. Nach dem Vortag wies ein Teilnehmer auf die Wichtigkeit der Reinigung der zu bearbeitenden Teile hin. Auch der zweite Referent, Micheal Bertzen von der Chemische Fabrik Wocklum aus Balve, stellte in angenehmer Atmosphäre den Weg vom Walzdraht zur Ferrari-Feder aus Sicht des Chemie-Partners dar.

Nach einer kurzen Pause stand das Thema „Farbe bekennen“ im Mittelpunkt. Frank Huppertsberg von der Huelsemann Coating GmbH aus Wuppertal berichtete in seinem Vortrag über Industrie-Nasslacke, deren Entwicklung sowie den Anforderungen an das Lackieren, während Marco Imhäuser von der Stüwe Beschichtungen GmbH aus Wetter gleiches im Bereich des Pulverlackierens erläuterte. Dabei wurde bei beiden Referenten die Faszination und Leidenschaft für ihr Thema besonders sichtbar.

Das letzte Drittel der Veranstaltung startete mit den ‚kleinen Helden des Alltags‘. Damit sind Massenkleinteile, wie Schuhösen, Reißverschlüsse, Federn, Nieten, Schrauben und ähnliches gemeint. Philipp Hülsemann von der ROTOVER Lackiertechnik GmbH aus Wuppertal brachte den Teilnehmern sein Sprühtrommellackierverfahren näher. Der Vortag von Hendrik Hustert, Geschäftsführer der ORONTEC GmbH & Co. KG aus Dortmund beschäftigte sich mit der Prozesssicherheit und den verschiedenen Herausforderungen bei Kunden/Lieferanten Beziehungen – besonders im Automotive Bereich.

Bei dieser Praxiszeit wurde erneut deutlich, wie wichtig und entscheidend der Austausch zwischen den Teilnehmern ist. Während den Vorträgen kamen einigen Zuhörern schon neue Ideen für weitere Themen, wie das Fügen oder Metallisieren, die in der nächsten Praxiszeit beleuchtet werden könnten.

„Praxiszeiten regen immer zu neuen Ideen an“ und „erfreulicherweise verselbstständigt sich das Ganze“ konstatierte Achim Gilfert am Ende der erfolgreichen Praxiszeit. Authentizität, Verlässlichkeit und Bodenständig zeichneten diese Veranstaltung aus. Die Heterogenität von Themen und Fachgebieten im Gegensatz zur Homogenität der Gedanken zu Vernetzung und Austausch bei den Menschen vor Ort – Das ist das Erfolgsrezept.

 

Absage 7. Galvano- und Oberflächentechniktreff

Leider müssen wir den diesjährigen Galvano- und Oberflächentechniktreff absagen. Wir sind als unabhängiger Verein darauf angewiesen, unsere Veranstaltungen mindestens kostendeckend zu halten – so wie jeder Betrieb.

Wir bieten qualitativ sehr hochwertige Vorträge und erfahren nach unseren Veranstaltungen immer ein sehr gutes Feedback. In diesem Fall scheint unser Angebot jedoch nicht auf Resonanz zu treffen.

Es tut uns leid, dass Sie den Termin blockiert haben. Positiv gesehen schenken wir Ihnen nun Zeit. Wir würden uns sehr freuen, Sie auf einer anderen Veranstaltung wieder zu sehen.

Sofern Sie eine Rechnung erhalten haben, ist eine Stornierung unterwegs.

Nachlese der Praxiszeit Digital – September 2017

„Die digitale Transformation ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Thomas Heenen, Geschäftsführer des FachwerkMetall e.V., „Wunsch und Wirklichkeit liegen dabei oft noch weit außeinander, wie man in dem ersten Vortrag „Die intelligente Pumpe 4.0“ des Anlagenherstellers HAUHINCO aus Sprockhövel sehen konnte.“ Wichtig ist bei diesem komplexen Thema jedoch, dass man versucht die Dinge konkret, greifbar und bewertbar zu machen.

Und dafür engagieren sich unsere Vereine, das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das FachwerkMetall e.V., die beiden Ihren Sitz in Hattingen haben. Dies freut auch den Landrat Olaf Schade, der zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort an die Teilnehmer/innen richtete.

In den regelmäßig stattfindenden Treffen und den von den Vereinen organisierten „Praxiszeiten“ fungiert der Austausch unter Unternehmern und Gleichgesinnten bei aller Digitalisierung als quasi „analoger Filter oder Datendienst“.

Am Mittwoch, den 20. September trafen sich daher erneut Unternehmer aus der Region in der Henrichshütte in Hattingen, um sich bei der Praxiszeit DIGITAL die persönlichen Erfahrungen der Referenten anzuhören und darüber zu diskutieren.

Digitale Pumpe

Als Vorreiter der Branche entwickelte HAUHINCO in den letzten Jahren gemeinsam mit Siemens eine mit Sensoren ausgestatte Hydraulikpumpe, die zum Beispiel eigenständig Störungen melden kann. Diese wurde den Teilnehmer/innen ausführlich vorgestellt.

KI

Ralph Jan Wörheide, Geschäftsführer der Orontec GmbH & Co. KG, beschäftigte sich in seinem Vortrag über KI damit, das doch recht mystische Thema „künstliche Intelligenz“ auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn auch hier geht es in erster Linie um meist mathematische Algorithmen die nach bestimmten Logiken vorgegebene Ergebnisse oder Reaktionen ausgeben. Er sieht vor allem eine große Chance in der Erleichterung bei zeitaufwendigen Routine- und Verwaltungsarbeiten durch die modernen, digitalen Systeme, die künstliche Intelligenz nutzen.

Daten, Software, Hardware

Im Zentrum des dritten Vortrags stand eine direkte Live-Schaltung in das Machine Executive System (MES) der Firma Erco Lemgo GmbH. Markus Rahn, Qualitätsbeauftragter der Firma Erco zeigte den Teilnehmern das Dashboard, mit dem er und die Betriebsleitung die Maschinenauslastung optimieren, Störungen erkennen und beheben und den Weg in die Papierlose Fabrik geschafft haben. Eine Digitalisierungsmaßnahme, die die Firma und Herr Rahn nicht mehr missen möchte. Etabliert wurde das System von dem auf MES spezialisierten Schwelmer Softwareunternehmen Syncos GmbH.

VR AR

Der aktuelle Virtual- und Augmented Reality Hype ist ungefragt der Unterhaltungsbranche zu verdanken, die diese Technologie gerne in jedem Wohnzimmer sehen würden. „Auch im produzierenden Gewerbe werden Datenbrillen u.ä. schon seit über 20 Jahren erfolgreich zur computerunterstützten Arbeit und zum erlernen verschiedenster Arbeitsabläufe eingesetzt“, sagt Claus Divossen, Geschäftsführer von Senselab.io und Referent auf der Praxiszeit Digital. Das Einsatzgebiet reicht von der Konstruktion über die Präsentation bis hin zur Fernwartung in China. „Das größte Hindernis hierfür ist aber die Datensicherheit“, sagt Ralph Jan Wörheide, der in der Fernwartung große Chancen sieht. „Denn in Asien ist es fast unmöglich mit den Datenbrillen den schnellen, firmeninternen Internetzugang zu nutzen“, so Wörheide weiter. Darauf haben die Entwickler der Applikationen allerdings keinen Einfluss und würden auch die Entwicklungen der Anwendungen nicht davon abhängig machen. Die Dateninfrastruktur ist mit zu bedenken, aber im Kern eine andere Baustelle.

Digitaler Nachrichtendienst

Was haben das Sauerland, die NSA und die Kundenakquise gemeinsam? Diese drei Punkte sind der Schlüssel zur modernen Vertriebsautomatisierung mit den digitalen Marktbeobachtungssystemen von Prof. Peter Vieregge. Denn nur mit der Neuen Sauerländer Akquisemethode (NSA) erfahren Vertriebler in Echtzeit, wenn sich etwas bei Ihren Stammkunden etwas tut und sorgen gleichzeitig dafür, dass der eigene Betrieb bei Google-Suchanfragen ganz oben steht während sie gleichzeitig statistische Zwillinge ihrer Stammkunden und damit potentielle Neukunden identifizieren. Und das alles für vergleichsweise sehr wenig Geld.

Fazit

Man sollte keine Angst vor den Technologien haben. Wasser kocht bei 100 Grad und wenn man genau hinschaut, lässt sich erkennen, wie sich die Werkzeuge für sich selbst einsetzen lassen und welchen Sinn sie machen.

Die Praxiszeit war sehr spannend und anregend. Die nächste Praxiszeit ist am 19.10.2017 mit dem Thema „Lack“.

Nachlese zur 25. Frühschicht bei der Hühoco GmbH

Am 06. April 2014 führte das in Hattingen ansässige Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. in der Zeit von 07.30 Uhr bis 09:00 Uhr die 25te Frühschicht des Vereins bei der Hühoco GmbH durch. Der Wuppertaler Betrieb ist Gründungsmitglied des Vereins und stellt mit Dr. Ulrich Irle den Vorstandssprecher. „Auf diesen Treffen finden sich alle 6-8 Wochen Vereinsmitglieder und interessierte Unternehmen der Region zusammen“ erläutert Dr. Irle in seiner Begrüßung der Gäste. Dabei steht das Motto „Gemeinsam tun, was alleine nicht geht“ an erster Stelle.

„Die Fachleute unterhalten sich bei den Treffen über aktuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten bei der Herstellung und Entwicklung von Produkten. Da sich verschiedene Branche treffen, lernen die Betriebe untereinander mehr über die Prozesse, die ihren eigenen vor- oder nachgelagert sind. In Summe ergibt dies einen Wettbewerbsvorteil – auch für die Standorte“, sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerkes.

„Für die zurzeit 44 Mitgliedsunternehmen, groß wie klein, stellt der Vorstand eine verlässliche Größe dar. Mit Dr. Urlich Irle, Michael Busenbecker und Ralph Jan Wörheide engagieren sich drei Unternehmen komplett ehrenamtlich für den Verein und seine Mitglieder. Wenn man sich überlegt, wieviel Zeit die drei für den Verein aufwenden, dann wird klar um welch intensiven Einsatz es sich handelt. Ich bin froh, in diesem Team mitzuwirken und spreche in meinem und im Namen der Mitglieder große Wertschätzung und Dankbarkeit aus“ so Gilfert weiter.

Neben einer Rückblende auf 24 vergangene Frühschichten stand diesmal das Thema „Mediation“ im Vordergrund. Verhandeln statt Gerichtsprozess ist ein Gewinn für alle. „Es ist schon eine große Ersparnis, wenn wir mit Hilfe der Mediation ein Problem in wenigen Sitzungstagen auflösen können, welches bei Gericht sicher über 300 Tage dauern würde. Dazu kommt noch, das man vor Gericht die Kontrolle abgibt. Anders als in der Mediation – hier ergeben sich sogar noch zusätzliche Kompetenzgewinne“ sagt Fr. Dr. Carmen Poszich-Buscher.

Anschaulich erläuterte die Referentin den Anwesenden neben den Vorteilen auch, wie Mediation im Gehirn funktioniert. Diese neurobiologische Sicht auf Mediation war für die Teilnehmer/innen eine neue Betrachtungsweise – denn neben den Kosteneinsparungen erklärte Frau Dr. Poszich-Buscher auch, dass Mediation für das Gehirn ein Ausnahmezustand ist und eine Höchstleistung darstellt. „Den mediativen Umgang mit Konflikten kann man sehr gut trainieren und bei einem Erfolg wird Dopamin ausgeschüttet, welches für uns Menschen ein Belohnungsstoff ist. Außerdem reduziert ein Konfliktverständnis im Sinne der Mediation den Stoff Amyloid im Gehirn, der für die Alterung des Gehirns zuständig ist. Neben all den positiven Effekten ist das noch ein schöner Zusatzeffekt“ so Frau Dr. Poszich-Buscher weiter. Im Anschluss wurde noch ein Rundgang durch den Betrieb angeboten, damit sich alle Anwesenden ein Bild von der Firma machen konnten.

Unser Verein bietet Wirtschaftsmediation für Unternehmen an. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Achim Gilfert telefonisch oder unter gilfert@netzwerk-surface.net

Nachlese der Frühschicht 24 bei Enthone Mc Dermind in Langenfeld

„Eine Forschungseinrichtung im Deutschen Bergbaumuseum, die sich sehr stark mit Oberflächentechnik beschäftigt – Das war fast jedem von uns neu“ erzählt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. Nach einer spontanen technischen Anfrage, vorgetragen durch Anika Diekmann vom Bergbaumuseum, ging es dann mit dem Part von Enthone Mc Dermid los.

Dr. Stefan Schäfer berichtetete von den Aktivitäten des Betriebes und zeige auf, wie sich die Technologie und die Verfahren über mehr als 100 Jahre bei Enthone verändert haben. Er wies auch die gewachsenen Anforderungen, hier besonders der Automobilindustrie, hin. Im Anschluss an die Ausführungen hatten wir die Möglichkeit, den Betrieb „von innen“ kennen zu lernen. „Eine ganz tolle Sache, dass wir einmal in die Labore schauen dürfen“ freute sich eine Teilnehmerin, die aus Lüdenscheid angereist kam.

Nach dem Rundgang wurde durch den Verband der Chemischen Industrie das neue Projekt ELECTRA vorgestellt. Die Protagonisten, neben namhaften Unternehmen der Region auch das Forschungszentrum Jülich sowie die RWTH Aachen, warben für eine Unterstützung bei dem Aufbau eines Kompetenzzentrums für Elektrochemie. Auch wir als Verein haben einen Letter of Intend abgegeben.

Eine hervorragende Frühschicht – und vielen Dank an das Team bei Enthone. Die nächste Frühschicht findet am 6.4.2017 bei Hühoco in Wuppertal statt. Hier gibt es ein Sonderthema: Mediation – Verhandeln statt Gerichtsprozess.

Nachlese der Frühschicht 23 bei Carl Aug. Picard in Remscheid

Mit 45 Teilnehmern fand am 26. Januar die erste Frühschicht des Kompetenznetzwerkes für Oberflächentechnik e.V. in 2017 statt. „21 Besucher waren zum ersten Mal dabei, um uns kennen zu lernen“ freut sich Achim Gilfert, der sich als Geschäftsführer des Vereins um die Frühschichten kümmert.

„Wir sind der Firma Carl Aug. Picard, vertreten durch unser Vorstandsmitglied Michael Busenbecker, sehr dankbar, dass wir im Nachgang der Betriebsvorstellung auch den Betrieb besichtigen konnten“ so Gilfert weiter. Die Stimmen aus den Teilnehmergruppen waren durchweg positiv. Der Austausch, den diese informellen Arbeitstreffen ermöglichen, ist nicht zu unterschätzen. Es gab wieder Gäste und Betriebe, die an den Gastgeber konkrete Anfragen hatten. Dabei geht es um Prozesse oder auch Auftragsfragen.

Gegen 10 Uhr 15, über eine Stunde nach Ende der Veranstaltung, machten sich die letzten Teilnehmer auf den Weg zu ihren Betrieben. Da bei dieser Frühschicht leider nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten, haben wir diese Anfragen aber bereits jetzt in die Liste für die nächste Frühschicht genommen.

Wir treffen uns am 8. März in der Zeit von 07:30 bis 09:00 Uhr bei Enthone in Langenfeld. Im Anschluss wird bis gegen 10 Uhr vor Ort ein Vorhaben im Bereich der Elektrochemie vorgestellt, an welches Federführend durch das Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen bearbeitet wird. Wer daran interessiert ist, kann gerne über die Frühschicht hinaus bleiben.

Die Einladung für die Frühschicht bei Enthone wird Mitte Februar versandt. Sie haben allerdings jetzt schon die Möglichkeit, sich bei Achim Gilfert vormerken zu lassen. Schreiben Sie dazu eine E-Mail an gilfert@netzwerk-surface.net.

Weitere Informationen zu Carl Aug. Picard finden Sie unter www.capicard.de/de/

Nachlese zur Frühschicht 22 bei RIO GmbH in Siegen

„Für uns ist das Bild einer Beschädigung unter dem Rasterelektronenmikroskop ein sehr ästhetischer Anblick – ein Kunstwerk. Für unsere Kunden ist die Beschädigung eher weniger schön“, so Dr. Günther, Geschäftsführer der RIO GmbH in Siegen.

Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. freute sich, dass es mit seiner letzten Frühschicht 2016 in dem im Technologiezentrum Siegen ansässigen Unternehmen zu Gast sein durfte. „Unsere nunmehr 22te Frühschicht war mit 20 Teilnehmer/innen sehr spannend und wir konnten uns von einem beeindruckenden Prüflabor überzeugen.

Wir sind stolz, dass die RIO GmbH Mitglied in unserem Verein ist.“ sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des in Hattingen ansässigen Oberflächenvereins. Nach einer Einführung in den Betrieb konnten sich die Teilnehmer/innen ein Bild von den einzelnen Prüflabors machen. Beim anschließenden, informellen Austausch ergaben sich, wie bei jeder Frühschicht, betriebliche Verbindungen und Anfragen.

„Die Qualität unserer Frühschichten erkennen wir daran, wenn um 10 Uhr immer noch Betriebe vor Ort sind, obwohl die Frühschicht um 9 Uhr endet“, erläutert Michael Busenbecker, Vorstandsmitglied des Vereins.

Wir bedanken uns sehr für die Ausrichtung der Frühschicht und danken dem RIO Team herzlich für Ihren Einsatz.

Informationen zur RIO GmbH können Sie hier herunterladen.

Nachlese der Frühschicht 21 bei Canto Ing.

„Wahnsinn, was es alles für Möglichkeiten gibt“, war der erste Eindruck nach den einleitenden Worten der Geschäftsführer Jörg Schmidt und Hagen Tschorn bei der Frühschicht am vergangenen Donnerstag bei der Firma Canto Ing. GmbH.

Zuvor überreichte Herr Gilfert noch die Mitgliedsurkunde an Dr.Ulrich Prinz, Mitglied und Vertreter der MacDermid Enthone GmbH & Co. KG. Mit der Urkunde können die Vereinsmitglieder auch ein sichtbares Zeichen für die Mitgliedschaft setzen.

Speziell Herr Tschorn ging in seinem Part auf die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Fertigungsmethoden in der Prototypenentwicklung ein und regte so die Kreativität der Zuschauer an. Egal ob Spritzguss, Stereolithographie, CNC-Bearbeitung oder Selective Lasermelting bzw. „Metalldrucken“ – Alle Verfahren finden sich bei Canto Ing. und werden bei der Prototypenentwicklung in Betracht gezogen. Die Vorteile additiver Fertigungsverfahren wurden deutlich, Herr Tschorn das Modell eines Spritzgusswerkzeugs mit optimierten Kühlkanälen vorgestellt wurde (links als durchsichtiges SLA-Teil, rechts das eigentliche SLM-Produkt).

Wobei Rapid Prototyping und 3D-Druck für die Firma ein alter Hut sind. Alle Verfahren gibt es schon seit über 20 Jahren und findet durch die abgelaufenen Patentlizenzen der Hersteller nun erst den reißenden Absatz. „Viel wichtiger ist jedoch, dass hierdurch ein Umbruch im Konstruktionsdenken stattfinden kann, wodurch losgelöst von althergebrachten/etablierten Maßen, Vorschriften und Normen das Ziel der Konstruktion in den Vordergrund im Mittelpunkt stehen kann: Nämlich z.B. die optimale Kühlung des Werkstücks“, sagt Geschäftsführer Jörg Schmidt. Das Sonnenbrillengestell aus Titan, das Canto Ing. für einen Kunden entwickelte, bildete dann die perfekte Überleitung zu Frau Dr. Beate Heisterkamp, die auf das Thema Ressourceneinsparung durch die Vorteile der hybriden Additiven Fertigung im Anschluss an den Unternehmensrundgang zu sprechen kam. Das jüngste Mitglied unseres Vereins stellt neben Ihren Kompetenzen als Korrosionsschutzexpertin und Materialconsultant das Projekt „Prozessschritte zur Industrialisierung der hybriden Additiven Fertigung (HAM) von Metallen in der Serienfertigung mittels selektivem Laserschmelzen“ vor. Diesen Impuls werden wir in der Vorstellung von Frau Dr. Heisterkamp näher darstellen.

Am 17. November findet der 6. Galvano- und Oberflächentechniktreff in Solingen statt

Am 17. November ist es endlich wieder soweit. Der sechste Galvano- und Oberflächentechniktreff findet mit einem umfangreichen Themenprogramm in der Zeit von 14 Uhr bis 18 statt.

„Die Themen in diesem Jahr zeigen wieder deutlich, wie umfangreich die Oberflächentechnologie ist. Galvanik ist nicht alles – aber sie hat einen großen Anteil“ erläutert Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V.. Und weiter ist Gilfert der Ansicht, dass mit jedem Treffen die Verknüpfungen zwischen den Gewerken der Oberflächentechnik gestärkt werden.

Josef Andrek, Geschäftsführer des IGOS (Institut für Galvano- und Oberflächentechnik Solingen GmbH & Co. KG.), freut sich ebenfalls, „dass zwei praktisch und auf den Betrieblichen Alltag ausgerichtete Institutionen den Galvano- und Oberflächentechniktreff ausrichten ist ein Gewinn für die Branchen und die Region“.

Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das IGOS ergänzen sich in hervorragender Weise bei der Organisation der Veranstaltung und hat spannende Themen zusammen gestellt. Diese sind vielfältig und greifen doch ineinander.

Es geht um Oberflächentechnik in der Medizintechnik (z.B. Bioverträglichkeit) um gelenkten Verschleiß zum Einstellen, um transparente Siliziuimbeschichtungen auf Messerschneiden sowie moderne Prozess-Steuerungen für die Galvanotechnik.

Weiter geht es mit sensorischen Dünnschichtsystemen zur Kenndatenerfassung in der Produktion und dem Korrosionsschutz für Bauteile. Abschließend werden die Möglichkeiten und Grenzen beim Galvanisieren von 3D gedruckten Bauteilen aufgezeigt. Im Anschluss essen wir gemeinsam zu Abend und lassen die Eindrücke des Tages einwirken.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Achim Gilfert unter gilfert@netzwerk-surface.net oder unter 02324564824 oder auf dieser Webseite.

Nachlese der 20. Frühschicht bei der GLW Velbert vom 30.06.2016

„Zwei Holzfäller sind im Wald zugange. Einer hat schon drei Bäume gesägt, der andere erst einen. Da sagt der mit den drei Bäumen – „hör mal, du musst deine Säge schärfen“ – worauf der mit dem einen Baum sagt „dafür habe ich keine Zeit, ich habe ja jetzt schon erst einen Baum“. Mit diesem Beispiel erläutert Volker Knipping, Geschäftsführer der Gemeinschaftslehrwerkstatt Velbert und Umgebung, das oftmals bei Betrieben erkennbare Bewusstsein für Bildungsfragen.

Ein Teilnehmer der Frühschicht sagte: „Ein Fräszentrum mit allem Drum und Dran für 1,5 Mio. Euro kaufen und für den Bediener vor Ort die Basisschulung von einem halben Tag buchen. Das ist ein Missverhältnis, denn die Potentiale der Maschine können mit so einer Schulung nicht genutzt werden“. Herr Knipping regte dann an, im Betrieb nicht nur den aktuellen Bildungsstand bei den Mitarbeitern zu reflektieren, sondern auch besonders die Potentiale bei den Mitarbeitern in den Fokus zu nehmen und mit den technologischen Herausforderungen abzugleichen.

Die 20.te Frühschicht unseres Vereins war wieder sehr spannend und neben den Maschinen und Anlagen der Lehrwerkstatt konnten wir auch das in der GLW beheimatete „Federnzentrum“ sehen. An modernsten Maschinen werden Mitarbeiter der Federnindustrie geschult und nach vorne gebracht. Das Federnzentrum ist einmalig in Deutschland.

Vielen Dank an die GLW, Herrn Knipping und die Crew, die das Frühstück vorbereitet hat. Weitere Informationen – auch über die Angebote der GLW finden Sie hier.

Nachlese Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“ vom 28.06.2016 in Hattingen

„Früher stand man als Teilereiniger eher am Ende der Nahrungskette und trug die Schuld an Prozessproblemen – heute spricht man mit uns und wir werden als wichtiger Partner in der Prozesskette wertgeschätzt“ erläutert Michael Schwerdtfeger in seinem Vortrag auf der Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“.

Eine runde Sache war die Praxiszeit am 28.6.2016 in der Henrichshütte in Hattingen, zu der das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. gemeinsam mit dem FachwerkMetall eingeladen hatte. Das Programm wurde von sieben Unternehmen gestaltet und ermöglichte verschiedene Blicke auf die Teilereinigung.

Dr. Norbert Schindler (RIO GmbH) zeigte einleitend, welche Faktoren bei der technischen Sauberkeitsanalyse eine Rolle spielen und welche Unterschiede es zwischen der Reinigung unter Laborbedingungen und der industriellen Teilereinigung gibt: „Man könnte sagen, dass sich industrielle Teilereinigung und technische Sauberkeitsanalyse zueinander verhalten, wie der Geschirrspüler voller Tagesgeschirr zur handgespülten Sammeltasse.“, so Dr. Schindler.

Michael Bertzen und Jonas Marx (Chemische Fabrik Wocklum Gebr. Hertin GmbH & Co. KG) machten den Teilnehmern der Praxiszeit in ihrem Part deutlich, wie umfangreich sich die Anforderungen an die industrielle Teilereinigung hinsichtlich der Reinheit aber auch der Umweltverträglichkeit in den letzten Jahren verändert haben. In Folge haben sich dann auch die Produkte von den gängigen Branchenlösungen zu maßgeschneiderten Prozesslösungen verändert. Mit einem Überblick über die verschiedenen Reinigungsverfahren legten die Vortragenden eine Grundlage für die kommenden Vorträge.

 

Dr. Thomas Wenz (Erdmann GmbH & Co. KG) sprach in seinem Vortrag an, dass die steigenden Anforderungen an die Teilereinigung auch die Bedeutung des Reinigungsprozesses in der Wertschöpfungskette stark vergrößert haben. Die Teilereinigung ist dadurch vom notwendigen Übel zum qualitätssichernden Baustein geworden ist. Der Trend, so Dr. Wenz, geht allerdings auch bei der Teilereinigung in Richtung Industrie 4.0, was bedeutet, dass auch hier eine smarte Systemintegration in automatisierte Abläufe in Zukunft immer stärker nachgefragt wird.

Michael Schwerdtfeger (Herrmann Brose GmbH & Co. KG) aus Remscheid schloss sich der Meinung seiner Vorredner an und zeigte gleichzeitig die Vorteile einer ausgelagerten Teilereinigung nachvollziehbar auf: „Durch die gestiegenen Anforderungen stehen wir unseren Partnern viel näher und erarbeiten mit ihnen geeignete Lösungen.“ Besonders interessant war sein Bericht über den Wandel in der Teilereinigung.

Tobias Weichert (Clean – Lasersysteme GmbH) aus Herzogenrath zeigte auf, dass ein Laserstrahl hervorragende Ergebnisse, zum Beispiel bei der Reinigung des Kraftstofftanks der Ariane Rakete liefern kann. Reinheitsgrad und Vorschubgeschwindigkeit sind hierbei maßgeblich von der eingebrachten Energie abhängig, die in dem Laser umgesetzt wird. Solange der Laser auf 3 mm einer Kontur folgen kann, ist die Anwendung möglich. Es ist möglich, bis auf das Substrat zu gehen und eine „Neu“ Oxidation der Oberfläche zu kontrollieren. Die Rauheit der Oberfläche lässt sich einfach beeinflussen um eine „Feinjustierung“ des Benetzungsverhaltens zu erreichen. Auch in Bohrungen ab 55 mm ist das Verfahren möglich.

Jens Klingebiel (Wupperverband) brachte noch einen weiteren Blick auf die Teilereinigung. Nach dem reinigen muss die „Brühe“ irgendwo hin. Es wurde der Unterschied kommunaler und Industrieabwässer erklärt, auf negative Konsequenzen bei mangelhafter Direkteinleitung in kommunale Kläranlagen hingewiesen und erläutert, wie man preiswert und legal seine Abwässer „los wird“.

Das war unsere Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“. Vielen Dank an die Referenten und alle Mitwirkenden. Die nächste Praxiszeit ist der Galvano- und Oberflächentreff am 17. November 2016 in Solingen.

Nachlese zur 19. Frühschicht bei der Hochschule Bochum am 19.5.2016

Prof. Dr. Müller brachte den Teilnehmer der Frühschicht innerhalb weniger Minuten die wesentlichen Elemente seines Forschungsgebiets der Eigenspannungszustände von Federelementen im Labor Werkstoff- und Fügetechnik nahe. Anhand griffiger Beispiele zeigte er, wie selbst sehr große Bauteile in der Hochschule mit einem Röntgendiffraktometer gemessen und Kugelstrahlverfahren verbessert werden können. Man spürte sofort, dass er das nicht zum ersten Mal aber umso leidenschaftlicher erklärte: „Stahl verhält sich wie ein Radiergummi, den man knickt und biegt oder eine Menschenkette die man auseinander zieht. Je näher die Menschenkette verdichtet wird (Kugelstrahlverfahren) desto mehr Zugbelastung hält sie aus.“

Generative Fertigungsverfahren und Rapid Prototyping gehören auch an der HS Bochum zum Studium der Ingenieure. Vom CNC-Bearbeitungszentrum bis zum „Metall-Drucker“, der eigentlich gar nicht druckt und schon gar nicht sintert, lernen die Studenten die Feinheiten der praktischen Werkstoffbearbeitung im Labor Fertigungstechnik und Qualitätsmanagement.

Der moderne Konstrukteur zeichnet nicht mehr mit Tusche auf Papier sondern entwirft sein Teil in 3D am Computer, am besten noch mit stereoskopischer Visualisierung und Animation, und präsentiert das Ergebnis an der 5×4 Meter großen Smart-VR-Wall dem „Endkunden“. So jedenfalls an der HS Bochum, wo rund zehn von diesen Arbeitsplätzen geschaffen wurden, um das zu lehren, was so wichtig ist: Die Konstruktion im Gesamtkontext zu betrachten. Z.B. das Elektroauto entsprechend der Ansprüche des Motors zu konstruieren (Leichtbau), anstatt einen Elektromotor für das traditionelle Auto zu bauen. Die Teilnehmer durften auch mal ran:

„Vor 34 Jahren haben wir Schlosserlehrlinge bei FAG die erste CNC Fräsmaschine bekommen. Der Kracher! Heute saß ich hier vor einem Gerät, mit welchem ich aus einem virtuellen Produkt Elemente herausnehmen und in 3D vor meinem Auge drehen und wenden konnte“ sagt Achim Gilfert und stellte die Veränderung der Technologie anschaulich dar.

Dabei werden die Konstruktionsdaten – sofern gewünscht – zertifiziert und mit Nutzungsbestimmungen versehen in lokalen oder cloudbasierten Datenbanken angelegt, wodurch ausschließlich berechtigte Personen an den Konstruktionen arbeiten können, erklärte Stefan Binder vom CAD/CAE-Institut. Mit Blick auf die IT-Sicherheit stellt das einen „harten“ Faktor dar, um den man sich als Unternehmen keine Sorgen machen muss. Viel wichtiger wird hierbei der „weiche“ Faktor Mensch, der so gut wie möglich für das Thema IT-Sicherheit sensibilisiert werden will, um Plagiatkonflikte zu vermeiden.

„Was wünschen sich die anwesenden Unternehmen für Ingenieure? Ihre Tipps setzen gerne wir schon morgen in die Tat um!“, leitete der Dekan die Abschließende Fragerunde ein. Interdisziplinär geschulte Absolventen, die über den Tellerrand gucken und sich nicht „im technischen Bereich verkriechen“, sondern das ökonomische Denken eines Unternehmens verstehen und leben, werden in den heutigen Märkten gebraucht, sprach Ralph Jan Wörheide von der Orontec GmbH aus Dortmund seine Meinung aus.

Gleichzeitig hilft der Kontakt zur Praxis schon während des Studiums bei der persönlichen Entwicklung, weshalb die Hochschule stets bemüht ist Praxissemester, Abschlussarbeiten und Auftragsforschungen in Kooperation mit Unternehmen für die Studenten zu beiderseitigem Vorteil möglich zu machen und ermutigte die anwesenden Unternehmer den Kontakt zur Hochschule zu suchen.

Zusammengefasst war die Frühschicht bei der Hochschule Bochum wirklich sehr spannend mit hohem Praxisanteil und guten Kontakten für gemeinsame Projekte.

Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. spendet Preisgeld an das Haus Maria Frieden in Velbert

(gi) Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. konnte sich im November 2015 über den neunten Wissenspreis des Marketingclubs Südwestfalen freuen, welcher im Rahmen eines Club Dinners mit über 100 Gästen im Kulturhaus in Lüdenscheid verliehen wurde.

„Da sich unser Verein im Besonderen auch um den Nachwuchs kümmert, haben wir uns entschlossen, das Preisgeld weiter zu geben. Stellvertretend für viele Initiativen, die unsere Kinder- und Jugendlichen fördern, haben wir uns für das Haus Maria Frieden in Velbert entschieden“ sagt Dr. Ulrich Irle, Vorstandssprecher des Vereins. „Alle Mitglieder haben auf unserer Mitgliederversammlung die Weitergabe des Preisgeldes unterstützt“ so Irle weiter.

Gefördert werden soll mit dem Geld die Vermittlung der deutschen Sprache, für Kinder, die noch kein oder nicht ausreichend Deutsch sprechen können. Die Grundlage von Integration jeder Art ist das Beherrschen der Landessprache. Und weil wir den Preis für „Bildung“ erhalten haben, soll das Preisgeld auch entsprechend verwendet werden!

Nachlese zur Praxiszeit „Material“ vom 03.03.2016 in der Henrichshütte Hattingen

„Kaum zu fassen, dass ein 2 mm dicker Draht aus einer Formgedächtnislegierung in der Lage ist, 140 Kg zu heben“ sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. „In meiner Vorstellung standen Formgedächtnislegierungen eher für filigrane Anwendungen mit kleiner Kraftübertragung“ so Gilfert weiter.

Die Praxiszeit „Material“ war eine spannende Veranstaltung und es gab viele Einblicke, die man in dieser Konzentration und Zusammenstellung noch nicht kannte. Im Weiteren war die Praxiszeit von großer Bedeutung für Unternehmen aus der Oberflächentechnik und der Metallverarbeitung, um Kontakte zu knüpfen und Networking zu betreiben.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 03. März 2016 standen die Vorträge über innovative Konzepte in der Beschichtungstechnik zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Werkzeugen und Bauteilen von Prof. Wolfgang Tillmann von der TU Dortmund, ein Vortrag über die Materials Chain der Universitätsallianz Ruhr von Dr. Ingor Baumann und eine Präsentation über Smart Materials in der Praxis von Dr. Peter Dültgen, Geschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid, welche Mitglied im Verein des KfO sind. Des Weiteren erläuterte Karsten Bleymehl (MRC) über das Thema Materialtransfer und wie aus branchenfernen Materialien innovative Produkte entstehen und dabei Materialdatenbanken nützlich sein können. Dr. Arnd Schimanski, von der INNOVENT e.V. in Jena, berichtete über Technologietransfer und Praxisbeispiele aus der Industrieforschung.

Ein Beispiel für ein von Prof. Tillmann vorgestelltes Beschichtungskonzept war das Plasmaspritzen, ein thermisches Oberflächenbeschichtungsverfahren, bei der Partikel durch einen Lichtbogen, zwischen Anode und Kathode erzeugt, auf dem Zielobjekt aufgeschmolzen werden. Ein großer Vorteil des Plasmaspritzens ist, dass jeder Werkstoff beschichtet werden kann, der Nachteil liegt allerdings in den hohen Anschaffungskosten. Anwendung findet dieses Verfahren in der Beschichtung von Turbinenschaufeln sowohl für die Luftfahrt als auch in der Gasbranche, auf Bügeleisengleitflächen und auf Rollen, die in der Papierindustrie benötigt werden. Die aufgeschmolzene Schicht dient als Schutzschicht vor Verschleiß und kann unter anderem auch auf Bremsscheiben aufgebracht werden, um den Verschleiß zu senken. Auch modifizierte Spritzdüsen, eingesetzt bei dem Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen, befeuert mit Kerosin, stellen eine Neuerung dar, da so homogenere und härtere Schichten erzeugt werden können.

Die Initiative Materials Chain ist eine Kooperation der TU Dortmund, Universität Duisburg Essen und der Ruhr Universität Bochum und der vielfältigen Partner. Sie bündelt die vielfältigen Forschungsstärken der Universitäten mit den diversen Partnern. Vom Atom bis zum Bauteil sind alle Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsschritte miteinander verkettet, die jedoch keine sukzessive Abfolge darstellen. Eng in Zusammenhang stehen diese Schritte mit der experimentellen Analyse von Materialien und ihren Eigenschaften, der theoretischen, numerischen Beschreibung der Materialieneigenschaften, die Akquisition, bzw. die Pflege der Daten und die Bereitstellung von Rechenressourcen.

Smart Materials, vorgestellt von Dr. Peter Dültgen sind unter anderem sogenannte Formgedächtnislegierungen (FGL), die sich durch Erwärmung, bzw. durch hinzuführen von Strom wieder an die „angelernte Form erinnern“. Dies wird durch zwei Phasen, bzw. unterschiedliche Strukturen erreicht. Die meisten Metalle weisen nur eine Kristallstruktur bis zum Schmelzpunkt auf und können somit ihre alte Struktur nicht einfach wiedererlangen. Ein Beispiel für eine Anwendung eines FGL-Aktors ist die Ablösung eines herkömmlichen Elektromotors durch einen Formgedächtnisdraht in dem Tankdeckelverschluss in einem Auto. Vorteile dieses FGL-Aktors sind das geringe Gewicht von gerade einmal drei Gramm, im Vergleich zu einem Elektromotor mit 106g. Die Montage ist nicht so aufwendig und damit kostengünstiger. Außerdem ist eine Formgedächtnislegierung Sensor und Aktor in einem, da sich z.B. durch den Ventilhub, oder die Länge/Position einer FGL, auf den ohmschen Widerstand schließen lässt und umgekehrt.

Karsten Bleymehl von MRC berichtete über Materialtransfer und Materialdatenbanken. Materialdatenbanken sind Bibliotheken, die Tausende verschiedene Materialien aufbewahren und Kunden, die auf der Suche nach einem geeigneten Material für ihr Projekt sind, zugänglich machen. MRC informiert sich branchenübergreifend nach Material- und Technologielösungen für die Entwicklung innovativer Produkte für Unternehmen aus allen Branchensparten. Ein Beispiel für eine solche Technologielösung ist das additive Stricken, ein 3D-Druckverfahren, mit dem prinzipiell alles druckbar ist. Eingesetzt wurde es unteranderem für das Unternehmen Nike, bei dem Schuh „Nike Flyknit“. Bei der Produktion dieses Schuhs entstehen 80% weniger Abfall, bei einer generellen Reduzierung der eingesetzten Materialien und einer Gewichtseinsparung von 18%, wodurch Kosten eingespart werden können. Gekennzeichnet wird die Produktion des Schuhs durch eine standortunabhängige und automatisierte Fertigung.

Über Beispiele aus der Industrieforschung und Technologietransfer berichtete Dr. Arnd Schimanski von INNOVENT e. V. Eine Entwicklung sind die Pyrosil-Nanobeschichtungen per Flamme, die aus dem Silicoater entstanden sind. Anwendungen für dieses Verfahren lassen sich in der Dentalindustrie finden, bei der Goldzähne, für den dentalen Frontbereich, mit einem Kunststoff oder Keramik überzogen wurden. Ein weiteres Beispiel ist die Verklebung von Glas, z.B. in Duschkabinen, oder für Glastische. Eine weitere Verwendung lässt sich in der Beschichtung von Titan wiederfinden, die früher für Implantate bei Hunden, in den USA, genutzt wurden und heute auch für den Menschen zugelassen sind. Schrauben, ebenfalls in dem Implantatbereich verwendet, die mit dem Pyrosilverfahren beschichtet wurden, lassen sich leichter mechanisch lösen und es kommt nicht zu einer Kaltverschweißung. Eine weitere Anwendung liegt in der Beschichtung beispielsweise für Beamerlampen, die eine tiefschwarze Oberfläche erfordern.

„Wir konnten nicht alle Inhalte auf unseren Betrieb beziehen, aber das war auch nicht nötig. Durch die Themensammlung der Praxiszeit wurde unser Blick geöffnet und wir konnten für uns neue Bezüge zu Themen und Fragestellungen herstellen“ sagte ein Teilnehmer bei der Verabschiedung in den Feierabend. Genau das freut uns als Ausrichter, denn wir sehen auch hier unsere Aufgabe – im Besonderen für unsere Mitglieder!

Nachlese zum 5. Galvanotreff

Am 26. November 2015 fand der fünfte Galvanotreff im Gründer- und Technologiezentrum Solingen statt. Ausgerichtet wurde das Treffen mit 63 Gästen durch das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das Institut für Galvano- und Oberflächentechnik Solingen GmbH & Co. KG (IGOS). Neben den Themen, die REACH betreffen, standen aber auch Themen wie die Legionellen Gefahr und ihre Vermeidung in Verdunstungsanlagen auf der Agenda. Besonders spannend wurde es aber bei den Beiträgen zu Industrie 4.0 und der additiven Fertigung im Bereich der Oberflächentechnik. Auf dem Galvanotreff wurde der Hype um diese Themen auf das konkrete „Hier und Jetzt“ heruntergebrochen. „Was geht tatsächlich und wo lohnt es sich“ war das Motto der lebendigen Diskussion. Gerade bei der additiven Fertigung, unter die auch der 3D Druck fällt, gab es dann doch eine Überraschung.

Der Berliner Gründer der LimeMaker UG, Christian Hartung, reiste extra für den Galvanotreff mit dem Flugzeug an. Der Hersteller von Schmuck und Modeartikeln im Luxussegment brachte einen 3D gedruckten Kopf eines Gehstockes mit und suchte nach einer Lösung, diese Artikel in kleiner Stückzahl hochwertig zu Metallisieren. Die Teilnehmergruppe konnte hier sehr gut weiterhelfen, wobei die Diskussion gerade um die kleinen Stückzahlen und den damit verbundenen hohen Preis die effiziente und günstige Fertigung des gedruckten Teils wieder aufhob. In jedem Fall war es auch wichtig zu sehen, wie offensiv heute „Netzwerken“ geht. Und der Gründer hat an einer Stelle klar gemacht: „Ich suche Lösungen von Menschen, die vorwärts gehen möchten. Wer das nicht will, muss das nicht, aber der wird auch nicht weiter wahrgenommen“ so Hartung. Die durchaus selbstbewusste Haltung sollten jedoch zumindest alle Beteiligten zum Nachdenken anregen.

Am gleichen Tag des Galvanotreffs war unser Verein an einem Workshop beteiligt, der unter dem Motto „Let’s talk about Industrie 4.0 – Wirtschaft im Wandel“ bei der Fachhochschule Dortmund stattfand. Thomas Heenen vertrat den Verein um gemeinsam das fast allgegenwärtige Thema Industrie 4.0 anhand von praxisnahen Beispielen greifbar zu machen und zu diskutieren. Ein Workshop bezog sich dabei speziell auf die Oberflächentechnik und ihre Sicht auf Industrie 4.0. Laut den referierenden Experten Frau Prof. Appel (FH Dortmund) und Herr Paschke (Fraunhofer IST) sind die auffälligsten „neuen“ Entwicklungstrends weitere Rationalisierung durch noch mehr Automatisierung sowie die Digitalisierung zur Individualisierung von Produkten.

Thomas Heenen, der als dritter Experte für das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. vor Ort referierte, verwies hingegen darauf, dass offenbar die größte Herausforderung für die Unternehmen die Geschwindigkeit des Technologiefortschritts darstellt. „Unternehmer, die mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung mit der additiven Fertigung haben, trauen keiner Prognose mehr, die weiter als zwei Jahre vorausgreift.“ so Heenen weiter. Neue Geschäftsmodelle wittert hier noch niemand. Der Hype um den 3D Druck, dem in Zukunft eine immer größere Bedeutung in der Fertigung beigemessen wird, lässt die Oberflächentechnik weitestgehend kalt. Bewährte Beschichtungsverfahren könnten auch auf die „gedruckten“ Teile angewendet werden. Revolutionäre Umstrukturierungsprozesse sind in den Betrieben ebenfalls auf Grund der langen Lebensdauer und hohen Kosten der Maschinen kaum vorstellbar.

Diesen Umständen begegnet man am besten gemeinsam, indem man sich mit Fachleuten aus den Branchen der generativen Fertigung – und im Besonderen auch aus den Vor- und nachgelagerten Fachrichtungen systematisch austauscht. So lässt sich ein „Schmoren im eigenen Saft“ verhindern.

Download der Folien: D_Chrom III_Praktisch DGO 2015   Legionellen und die Folgen für Galvanikbetriebe  sowie die Folien des 3D Drucker Netzwerkes (42 MB über Dropbox) (Sollten Sie kein Dropboxkonto haben, klicken Sie bitte nach Aufruf einfach unter dem Anmeldefenster auf „Nein danke. Weiter zur Ansicht“)

4. Galvanotreff 2014 // Ein kurzer Rückblick

Der diesjährige Galvanotreff stand ganz unter dem Motto „Am Zahn der Zeit“. Fünf namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft näherten sich dem Thema unter Betrachtung  des künftigen Korrosionsschutzes.  Neben Methoden der Zukunftsforschung, zur Erschließung von relevanten Zukunftsthemen für den Korrosionsschutz, wurden ebenso neue wie auch zukünftige  Verfahren im Korrosionsschutz  aufgezeigt. Anhand der Müngstener Brücke, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, wurde die Vorgehensweise bei der Sanierung von Korrosionsschäden vorgestellt.

Zum Abschluss des Galvanotreffs wurde die erfolgreiche und nachhaltige Vernetzung der Oberflächentechnikbranche der Region über netzwerk-surface.net – Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e. V. mittels einer Staffelübergabe an den  Vorstand gefeiert. Aber auch die Vereinsmitglieder gingen nicht leer aus -jedes Unternehmen erhielt zur Feier eine Mitgliederurkunde.

Die folgende Fotostrecke gibt einen Einblick über den erfolgreichen Tag: