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Einladung zur Praxiszeit Kompakt „elSchicht“ am 30. September 2021

Digitaler Austausch zum Thema Leuchtlack sowie den Potentialen zur sensorischen Funktion von Lacken.

Auf dieser Praxiszeit Kompakt wird uns Herr Gül von der Firma MS – Metallization Solutions GmbH aus Eschelbronn einen interessanten Impuls zum Thema Leuchtlack / Leuchtlackfolien geben.

Bei dieser Technologie sprechen wir von Licht aus der Lackierpistole bzw. von dem Lack, der leuchtet. Dieser Effekt entsteht durch mehrere Schichten, welche elektrisch aufeinander abgestimmt sind.

Im Rahmen unserer Aktivitäten möchten wir die Anwendungsfelder besprechen sowie überlegen, ob sich die technologischen Prinzipien für den Ansatz „Lacke als aktive Datenproduzenten“ nutzen lassen.

Das Treffen findet am Donnerstag, 30.09.2021 in der Zeit von 09:00 Uhr bis ca. 10:00 / 10:30 Uhr statt. Die Veranstaltung werden wir in digitalem Format über Zoom ausrichten.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, melden Sie sich bitte formlos bei Achim Gilfert per Mail an gilfert@netzwerk-surface.net, an.

Im Nachgang erhalten Sie den Zugangslink.

Nachlese der 2. Praxiszeit Kompakt gemeinsam mit sentin GmbH

Am 05.03.2021 trafen sich die Mitglieder des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. und weitere Unternehmen produzierender Gewerke digital über Zoom. Dabei berichtete ChristianEls, Geschäftsführer der sentin GmbH, über die Möglichkeiten und Grenzen des maschinellen Sehens sowie der KI-Dateninterpretation – auch mit Blick auf die Oberflächentechnik. Im Laufe des Inputs wurden auch Beispiele aus Medizin und Lebensmittelindustrie thematisiert. Herr Els führte die Teilnehmer in seinem Vortrag zunächst einmal in das weite Feld der Qualitätskontrolle mit Hilfe von KI ein und erklärte welche Vorteile dieser Ansatz gegenüber klassisch regelbasierten Automatisierungslösungen in der Oberflächenqualitätsprüfung hat.

Regelbasierte Qualitätskontrollen seien dabei oftmals nicht robust genug, um sich an veränderte Bedingungen anpassen zu können. Ändert sich zum Beispiel im Tagesverlauf die Belichtung im Betrieb, geraten regelbasierte Prüfsysteme schnell an Ihre Grenzen und müssen aufwendig angepasst werden. Jede neue Veränderung an der jeweiligen Anlage ist so mit aufwendigen Nachjustierungen und damit auch Kosten verbunden.

Im Gegensatz dazu seien KI-Systeme lernfähig und sind dadurch robuster gegen derartige Veränderungen. Dazu kommen Aufgaben, die sich schlicht weg nicht mit regelbasierten Prüfsystemen umsetzen lassen. Herr Els zeigte den Teilnehmern an einer Prüfanlage für Nussschokolade, wie KI auch bei komplexen Produkten zur Qualitätskontrolle eingesetzt werden könne. Ein regelbasiertes System wäre in so einem Fall nicht möglich. Und auch der Mensch sei für derartige Prüfprozess oftmals nicht die beste Wahl, da der Mensch schlichtweg nicht derart lange konzentriert bleiben kann. „In Asien habe ich schon Anlagen gesehen, an denen alle 15 Minuten der Mitarbeiter ausgetauscht wurde, um eine vernünftige Qualitätskontrolle sicherstellen zu können“ so Herr Els. Das sei ebenfalls mit sehr hohen Kosten verbunden und sei dennoch weitaus fehleranfälliger als gut implementierte KI- Systeme.

Gerade für diese komplexeren Prüfprozesse sei KI bestens geeignet. Allerdings dürfe man bei KI-Systemen keinen Projektverlauf wie bei klassisch regelbasierten Systemen erwarten. Zum einen sei es nötig im Vorfeld eine solide Datengrundlage zu schaffen mit derer das KI- System auf den jeweiligen Anwendungsfall trainiert werden könne und zum anderen wäre der Lernprozess eines solchen Systems theoretisch niemals abgeschlossen und würde mit der Zeit immer besser werden. Durch die große Expertise von sentin könne dieser anfängliche Lernprozess allerdings deutlich beschleunigt werden. Herr Els betont, dass trotz riesigen Potentials bislang nur knapp 15% der KI-Projekte den Weg in die Serienproduktion finden würden. Daher sei es an der Zeit sei diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Els konnten die Teilnehmer noch weitere Fragen stellen und die Thematik diskutieren. Gerade im Bereich der Ressourceneffizienz sei es sehr wichtig für viele Unternehmen den Auswurf der Qualitätskontrolle zu minimieren. Auch die genauere Klassifizierung von Fehlern könne in Kooperation mit Zulieferunternehmen die gesamte Wertschöpfungskette ressourcenschonender gestalten.
Wir bedanken uns im Namen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. bei Herrn Els von sentin für diesen interessanten Vortrag, sowie allen Teilnehmern für Ihre Diskussionsbeiträge.

Nachlese zu Praxiszeit Funktionale Oberfläche vom 27.8.2020

Mit großem Abstand und unter den Auflagen der Corona Schutzverordnung startete die Praxiszeit Funktionale Oberfläche mit 21 Teilnehmer*innen. „Diese Praxiszeit ist für uns Besonders, da wir erstmalig auch zwei Vorträge über Videokonferenz durchführen“, sagt Achim Gilfert, der als Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. pünktlich um 13 Uhr 30 alle Anwesenden begrüßte. „Gerade, wenn wir spannende Themen auch mit internationalen Referenzen besetzen, ist es für uns notwendig, den Effekt und die Darstellung der Onlinevorträge zu bewerten“, so Gilfert weiter. Und das hat gesessen. Bei einer Bandbreite von nur 6 Mbit waren die beiden Vortragenden scharf zu sehen und sehr gut zu hören. Es gab keine Aussetzer und ebenso wenig andere technische Probleme.

In dem ersten Vortrag berichtete Dr. Heyer von der Forschungsvereinigung 3D- MID e.V. über die Herstellung, Funktion und Anwendung von Microdevices. Kleinste Schalteinheiten, die beispielsweise als Layer in Oberflächen eingelegt werden können und diese damit „aktiv“ werden lassen. Herr Dr. Heyer zeigte dabei die Entwicklung der Bauteile und deren Herstellung auf. Das Thema, dass Oberflächen aktive Funktionen übernehmen zog sich entsprechend durch die gesamte Praxiszeit.

Anna Schott von der Gruppe Mikro- und Sensortechnologie am Fraunhofer IST in Braunschweig wurde als zweite Rednerin dann via ZOOM Videokonferenz hinzu geschaltet. In ihrem Vortrag ging es um multisensorische Dünnschichtsysteme und deren Anwendungen. Dabei geht es darum, verschleißfeste und sensorische Oberflächen zu ermöglichen, die Messungen von Kenndaten in Hauptbelastungszonen ermöglichen. Auf diesem Wege lassen sich reale Werte, beispielsweise von Lastverteilungen, Temperatur und Verschleiß bestimmen. Anhand anschaulicher Beispiele hat Frau Schott die praktische Anwendung und die Funktion der Datenerfassung in Bauteilen aufgezeigt. Nach Rückfragen aus dem Publikum ging es dann zur ersten „Netzwerkpause“.

Frisch gestärkt ging es mit Alexander Dürkopp von der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid weiter. Sein Thema war das Morphing durch formvariable Strukturen aus Formgedächtnislegierungen und Faserverbundwerkstoffen (MOFF). Nach einer Einführung in die Funktionsweise der Materialien, die sich an „Formzustände“ erinnern können, erläuterte Herr Dürkopp am Beispiel von Flugzeugtragflächen, wie beispielsweise durch Anlegen von Spannungen an einen Aktuator, die Wölbung der Tragfläche aktiv verändert werden kann. Die Folge sind bessere Luftströme, die Treibstoffverbrauch einsparen können. Auch wird das Eigengewicht des Fluggerätes geringer. Das bedeutet, dass mehr Nutzlast (Passagiere) befördert werden können. Für die Oberflächentechnik ist die Herausforderung das Aufbringen von Schutzbeschichtungen, die eine aktive Bewegung der inneren Struktur schadlos mitmachen, ohne ihre Funktion einzuschränken oder zu verlieren.

In dem folgenden Beitrag berichtete Dr. Stefan Schäfer von MacDermid Enthone in Langenfeld über die nahtlose Integration von Displays, ihre Funktion, Form und Haptik. Die Anzahl der Displays in Automobilen nehmen immer weiter zu. Neben großen, zentralen Monitoren finden auch kleinere Displays unterschiedliche Anwendung. So lassen sich beispielsweise Anzeigen komplett verbergen, sodass sie sich optisch in das Design des Armaturenbretts einfügen. Erst, wenn eine Funktion aktiviert werden soll, oder auch eine Warnung zu erscheinen hat, leuchten auf dem Display Funktionsbereiche auf. Die Oberfläche des Displays sollte bei Bedingung des Touch Screens möglichst frei von Fingerabdrücken und Schmutz bleiben. Ebenso lassen sich Reflexionsverhalten, Glanz und Mattigkeit beeinflussen. Dr. Schäfer zeigte anschaulich auf, wie viele Aspekte aus den Bereichen Funktion, Design und Oberflächentechnik in teilweise unscheinbaren Bauteilen Eingang finden.

Nach der zweiten Pause, welche zu den Netzwerken bei Kaffee und Kuchen genutzt wurde, ging es mit Ivica Kolaric vom Fraunhofer IPA aus Stuttgart weiter. Dies war der zweite Video Vortrag und Herr Kolaric sprach über Sensorik in Lackaufbauten. Wenn man beispielsweise eine Lackschicht gegen ein anders Schichtmaterial ersetzt, welches elektrisch leitfähig ist, dann ließen sich im Nachgang der Beschichtung weitere Bearbeitungsschritte anschließen, die eine Struktur innerhalb der Lackschicht erzeugt und damit eine sensorische Funktion der Schicht aktiviert. Dies ist sogar schon möglich. Wesentlich ist der Gedanke, dass die Schicht nicht nur passiv funktional ist, sondern aktiv. Als weiteres Beispiel führte Herr Kolaric Farbveränderungen von Lacken an. Durch Anlegen von Spannungen verändern diese ihre Farbe. Anwendung können hier Zusatzteile am Auto sein, die im Nachhinein erst ihre Farbe erhalten, unerheblich ob die Farbe des Herstellers die gleichen Farbwerte aufweisen.

Im Anschluss an die Vorträge folgten eine Zusammenfassung und ein Hinweis auf die erste Fotografie verschränkter Teilchen. Verschränkte Teilchen sind Element der Quantenphysik und durchqueren die klassischen Gedanken zu Energieerhaltung. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, geht es hier zu dem Artikel. https://www.scinexx.de/news/technik/erstes-foto-einer-quantenverschraenkung/

Wir bedanken und sehr für die Teilnahme der Anwesenden und freuen uns auf die nächste Praxiszeit mit dem Titel: Galvanotechnik 2035 am 25. November 2020

Nachlese der Praxiszeit „Lack“ vom 19. Oktober 2017

„Wir haben Lösungen für Probleme, von denen Sie gar nicht wissen, dass Sie die haben.“ – Mit diesem treffenden Satz leitete Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V., die Praxiszeit „Lack“ ein.

Damit traf er genau den Kern dieser Veranstaltung – nämlich gemeinsam Kompetenzen und Ideen entwickeln – und hatte die Zustimmung der Teilnehmer, die der gleichen Meinung waren: „Das stimmt schon – manchmal ergeben sich die Lösungen an Stellen, wo man sie gar nicht vermutet“ sagte ein Teilnehmer. „Daher ist es so wichtig für mich, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen“ so der Besucher weiter.

Aus diesem Grund trafen sich am Donnerstag, dem 19. Oktober 2017 Unternehmer aus der Region in der Henrichshütte in Hattingen, um sich die Vorträge der sechs Referenten anzuhören und sich im persönlichen Gespräch auszutauschen, angeregt zu diskutieren und Erfahrungen bei fachspezifischen Themen weiterzugeben.

Die Praxiszeit begann mit einem Vortrag von Marco Heinemann der KST Kugel-Strahltechnik GmbH, der über die mechanische Strahltechnik berichtete. Nach dem Vortag wies ein Teilnehmer auf die Wichtigkeit der Reinigung der zu bearbeitenden Teile hin. Auch der zweite Referent, Micheal Bertzen von der Chemische Fabrik Wocklum aus Balve, stellte in angenehmer Atmosphäre den Weg vom Walzdraht zur Ferrari-Feder aus Sicht des Chemie-Partners dar.

Nach einer kurzen Pause stand das Thema „Farbe bekennen“ im Mittelpunkt. Frank Huppertsberg von der Huelsemann Coating GmbH aus Wuppertal berichtete in seinem Vortrag über Industrie-Nasslacke, deren Entwicklung sowie den Anforderungen an das Lackieren, während Marco Imhäuser von der Stüwe Beschichtungen GmbH aus Wetter gleiches im Bereich des Pulverlackierens erläuterte. Dabei wurde bei beiden Referenten die Faszination und Leidenschaft für ihr Thema besonders sichtbar.

Das letzte Drittel der Veranstaltung startete mit den ‚kleinen Helden des Alltags‘. Damit sind Massenkleinteile, wie Schuhösen, Reißverschlüsse, Federn, Nieten, Schrauben und ähnliches gemeint. Philipp Hülsemann von der ROTOVER Lackiertechnik GmbH aus Wuppertal brachte den Teilnehmern sein Sprühtrommellackierverfahren näher. Der Vortag von Hendrik Hustert, Geschäftsführer der ORONTEC GmbH & Co. KG aus Dortmund beschäftigte sich mit der Prozesssicherheit und den verschiedenen Herausforderungen bei Kunden/Lieferanten Beziehungen – besonders im Automotive Bereich.

Bei dieser Praxiszeit wurde erneut deutlich, wie wichtig und entscheidend der Austausch zwischen den Teilnehmern ist. Während den Vorträgen kamen einigen Zuhörern schon neue Ideen für weitere Themen, wie das Fügen oder Metallisieren, die in der nächsten Praxiszeit beleuchtet werden könnten.

„Praxiszeiten regen immer zu neuen Ideen an“ und „erfreulicherweise verselbstständigt sich das Ganze“ konstatierte Achim Gilfert am Ende der erfolgreichen Praxiszeit. Authentizität, Verlässlichkeit und Bodenständig zeichneten diese Veranstaltung aus. Die Heterogenität von Themen und Fachgebieten im Gegensatz zur Homogenität der Gedanken zu Vernetzung und Austausch bei den Menschen vor Ort – Das ist das Erfolgsrezept.

 

Absage 7. Galvano- und Oberflächentechniktreff

Leider müssen wir den diesjährigen Galvano- und Oberflächentechniktreff absagen. Wir sind als unabhängiger Verein darauf angewiesen, unsere Veranstaltungen mindestens kostendeckend zu halten – so wie jeder Betrieb.

Wir bieten qualitativ sehr hochwertige Vorträge und erfahren nach unseren Veranstaltungen immer ein sehr gutes Feedback. In diesem Fall scheint unser Angebot jedoch nicht auf Resonanz zu treffen.

Es tut uns leid, dass Sie den Termin blockiert haben. Positiv gesehen schenken wir Ihnen nun Zeit. Wir würden uns sehr freuen, Sie auf einer anderen Veranstaltung wieder zu sehen.

Sofern Sie eine Rechnung erhalten haben, ist eine Stornierung unterwegs.

Nachlese der Praxiszeit Digital – September 2017

„Die digitale Transformation ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Thomas Heenen, Geschäftsführer des FachwerkMetall e.V., „Wunsch und Wirklichkeit liegen dabei oft noch weit außeinander, wie man in dem ersten Vortrag „Die intelligente Pumpe 4.0“ des Anlagenherstellers HAUHINCO aus Sprockhövel sehen konnte.“ Wichtig ist bei diesem komplexen Thema jedoch, dass man versucht die Dinge konkret, greifbar und bewertbar zu machen.

Und dafür engagieren sich unsere Vereine, das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das FachwerkMetall e.V., die beiden Ihren Sitz in Hattingen haben. Dies freut auch den Landrat Olaf Schade, der zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort an die Teilnehmer/innen richtete.

In den regelmäßig stattfindenden Treffen und den von den Vereinen organisierten „Praxiszeiten“ fungiert der Austausch unter Unternehmern und Gleichgesinnten bei aller Digitalisierung als quasi „analoger Filter oder Datendienst“.

Am Mittwoch, den 20. September trafen sich daher erneut Unternehmer aus der Region in der Henrichshütte in Hattingen, um sich bei der Praxiszeit DIGITAL die persönlichen Erfahrungen der Referenten anzuhören und darüber zu diskutieren.

Digitale Pumpe

Als Vorreiter der Branche entwickelte HAUHINCO in den letzten Jahren gemeinsam mit Siemens eine mit Sensoren ausgestatte Hydraulikpumpe, die zum Beispiel eigenständig Störungen melden kann. Diese wurde den Teilnehmer/innen ausführlich vorgestellt.

KI

Ralph Jan Wörheide, Geschäftsführer der Orontec GmbH & Co. KG, beschäftigte sich in seinem Vortrag über KI damit, das doch recht mystische Thema „künstliche Intelligenz“ auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn auch hier geht es in erster Linie um meist mathematische Algorithmen die nach bestimmten Logiken vorgegebene Ergebnisse oder Reaktionen ausgeben. Er sieht vor allem eine große Chance in der Erleichterung bei zeitaufwendigen Routine- und Verwaltungsarbeiten durch die modernen, digitalen Systeme, die künstliche Intelligenz nutzen.

Daten, Software, Hardware

Im Zentrum des dritten Vortrags stand eine direkte Live-Schaltung in das Machine Executive System (MES) der Firma Erco Lemgo GmbH. Markus Rahn, Qualitätsbeauftragter der Firma Erco zeigte den Teilnehmern das Dashboard, mit dem er und die Betriebsleitung die Maschinenauslastung optimieren, Störungen erkennen und beheben und den Weg in die Papierlose Fabrik geschafft haben. Eine Digitalisierungsmaßnahme, die die Firma und Herr Rahn nicht mehr missen möchte. Etabliert wurde das System von dem auf MES spezialisierten Schwelmer Softwareunternehmen Syncos GmbH.

VR AR

Der aktuelle Virtual- und Augmented Reality Hype ist ungefragt der Unterhaltungsbranche zu verdanken, die diese Technologie gerne in jedem Wohnzimmer sehen würden. „Auch im produzierenden Gewerbe werden Datenbrillen u.ä. schon seit über 20 Jahren erfolgreich zur computerunterstützten Arbeit und zum erlernen verschiedenster Arbeitsabläufe eingesetzt“, sagt Claus Divossen, Geschäftsführer von Senselab.io und Referent auf der Praxiszeit Digital. Das Einsatzgebiet reicht von der Konstruktion über die Präsentation bis hin zur Fernwartung in China. „Das größte Hindernis hierfür ist aber die Datensicherheit“, sagt Ralph Jan Wörheide, der in der Fernwartung große Chancen sieht. „Denn in Asien ist es fast unmöglich mit den Datenbrillen den schnellen, firmeninternen Internetzugang zu nutzen“, so Wörheide weiter. Darauf haben die Entwickler der Applikationen allerdings keinen Einfluss und würden auch die Entwicklungen der Anwendungen nicht davon abhängig machen. Die Dateninfrastruktur ist mit zu bedenken, aber im Kern eine andere Baustelle.

Digitaler Nachrichtendienst

Was haben das Sauerland, die NSA und die Kundenakquise gemeinsam? Diese drei Punkte sind der Schlüssel zur modernen Vertriebsautomatisierung mit den digitalen Marktbeobachtungssystemen von Prof. Peter Vieregge. Denn nur mit der Neuen Sauerländer Akquisemethode (NSA) erfahren Vertriebler in Echtzeit, wenn sich etwas bei Ihren Stammkunden etwas tut und sorgen gleichzeitig dafür, dass der eigene Betrieb bei Google-Suchanfragen ganz oben steht während sie gleichzeitig statistische Zwillinge ihrer Stammkunden und damit potentielle Neukunden identifizieren. Und das alles für vergleichsweise sehr wenig Geld.

Fazit

Man sollte keine Angst vor den Technologien haben. Wasser kocht bei 100 Grad und wenn man genau hinschaut, lässt sich erkennen, wie sich die Werkzeuge für sich selbst einsetzen lassen und welchen Sinn sie machen.

Die Praxiszeit war sehr spannend und anregend. Die nächste Praxiszeit ist am 19.10.2017 mit dem Thema „Lack“.

Am 17. November findet der 6. Galvano- und Oberflächentechniktreff in Solingen statt

Am 17. November ist es endlich wieder soweit. Der sechste Galvano- und Oberflächentechniktreff findet mit einem umfangreichen Themenprogramm in der Zeit von 14 Uhr bis 18 statt.

„Die Themen in diesem Jahr zeigen wieder deutlich, wie umfangreich die Oberflächentechnologie ist. Galvanik ist nicht alles – aber sie hat einen großen Anteil“ erläutert Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V.. Und weiter ist Gilfert der Ansicht, dass mit jedem Treffen die Verknüpfungen zwischen den Gewerken der Oberflächentechnik gestärkt werden.

Josef Andrek, Geschäftsführer des IGOS (Institut für Galvano- und Oberflächentechnik Solingen GmbH & Co. KG.), freut sich ebenfalls, „dass zwei praktisch und auf den Betrieblichen Alltag ausgerichtete Institutionen den Galvano- und Oberflächentechniktreff ausrichten ist ein Gewinn für die Branchen und die Region“.

Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das IGOS ergänzen sich in hervorragender Weise bei der Organisation der Veranstaltung und hat spannende Themen zusammen gestellt. Diese sind vielfältig und greifen doch ineinander.

Es geht um Oberflächentechnik in der Medizintechnik (z.B. Bioverträglichkeit) um gelenkten Verschleiß zum Einstellen, um transparente Siliziuimbeschichtungen auf Messerschneiden sowie moderne Prozess-Steuerungen für die Galvanotechnik.

Weiter geht es mit sensorischen Dünnschichtsystemen zur Kenndatenerfassung in der Produktion und dem Korrosionsschutz für Bauteile. Abschließend werden die Möglichkeiten und Grenzen beim Galvanisieren von 3D gedruckten Bauteilen aufgezeigt. Im Anschluss essen wir gemeinsam zu Abend und lassen die Eindrücke des Tages einwirken.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Achim Gilfert unter gilfert@netzwerk-surface.net oder unter 02324564824 oder auf dieser Webseite.

Nachlese Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“ vom 28.06.2016 in Hattingen

„Früher stand man als Teilereiniger eher am Ende der Nahrungskette und trug die Schuld an Prozessproblemen – heute spricht man mit uns und wir werden als wichtiger Partner in der Prozesskette wertgeschätzt“ erläutert Michael Schwerdtfeger in seinem Vortrag auf der Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“.

Eine runde Sache war die Praxiszeit am 28.6.2016 in der Henrichshütte in Hattingen, zu der das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. gemeinsam mit dem FachwerkMetall eingeladen hatte. Das Programm wurde von sieben Unternehmen gestaltet und ermöglichte verschiedene Blicke auf die Teilereinigung.

Dr. Norbert Schindler (RIO GmbH) zeigte einleitend, welche Faktoren bei der technischen Sauberkeitsanalyse eine Rolle spielen und welche Unterschiede es zwischen der Reinigung unter Laborbedingungen und der industriellen Teilereinigung gibt: „Man könnte sagen, dass sich industrielle Teilereinigung und technische Sauberkeitsanalyse zueinander verhalten, wie der Geschirrspüler voller Tagesgeschirr zur handgespülten Sammeltasse.“, so Dr. Schindler.

Michael Bertzen und Jonas Marx (Chemische Fabrik Wocklum Gebr. Hertin GmbH & Co. KG) machten den Teilnehmern der Praxiszeit in ihrem Part deutlich, wie umfangreich sich die Anforderungen an die industrielle Teilereinigung hinsichtlich der Reinheit aber auch der Umweltverträglichkeit in den letzten Jahren verändert haben. In Folge haben sich dann auch die Produkte von den gängigen Branchenlösungen zu maßgeschneiderten Prozesslösungen verändert. Mit einem Überblick über die verschiedenen Reinigungsverfahren legten die Vortragenden eine Grundlage für die kommenden Vorträge.

 

Dr. Thomas Wenz (Erdmann GmbH & Co. KG) sprach in seinem Vortrag an, dass die steigenden Anforderungen an die Teilereinigung auch die Bedeutung des Reinigungsprozesses in der Wertschöpfungskette stark vergrößert haben. Die Teilereinigung ist dadurch vom notwendigen Übel zum qualitätssichernden Baustein geworden ist. Der Trend, so Dr. Wenz, geht allerdings auch bei der Teilereinigung in Richtung Industrie 4.0, was bedeutet, dass auch hier eine smarte Systemintegration in automatisierte Abläufe in Zukunft immer stärker nachgefragt wird.

Michael Schwerdtfeger (Herrmann Brose GmbH & Co. KG) aus Remscheid schloss sich der Meinung seiner Vorredner an und zeigte gleichzeitig die Vorteile einer ausgelagerten Teilereinigung nachvollziehbar auf: „Durch die gestiegenen Anforderungen stehen wir unseren Partnern viel näher und erarbeiten mit ihnen geeignete Lösungen.“ Besonders interessant war sein Bericht über den Wandel in der Teilereinigung.

Tobias Weichert (Clean – Lasersysteme GmbH) aus Herzogenrath zeigte auf, dass ein Laserstrahl hervorragende Ergebnisse, zum Beispiel bei der Reinigung des Kraftstofftanks der Ariane Rakete liefern kann. Reinheitsgrad und Vorschubgeschwindigkeit sind hierbei maßgeblich von der eingebrachten Energie abhängig, die in dem Laser umgesetzt wird. Solange der Laser auf 3 mm einer Kontur folgen kann, ist die Anwendung möglich. Es ist möglich, bis auf das Substrat zu gehen und eine „Neu“ Oxidation der Oberfläche zu kontrollieren. Die Rauheit der Oberfläche lässt sich einfach beeinflussen um eine „Feinjustierung“ des Benetzungsverhaltens zu erreichen. Auch in Bohrungen ab 55 mm ist das Verfahren möglich.

Jens Klingebiel (Wupperverband) brachte noch einen weiteren Blick auf die Teilereinigung. Nach dem reinigen muss die „Brühe“ irgendwo hin. Es wurde der Unterschied kommunaler und Industrieabwässer erklärt, auf negative Konsequenzen bei mangelhafter Direkteinleitung in kommunale Kläranlagen hingewiesen und erläutert, wie man preiswert und legal seine Abwässer „los wird“.

Das war unsere Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“. Vielen Dank an die Referenten und alle Mitwirkenden. Die nächste Praxiszeit ist der Galvano- und Oberflächentreff am 17. November 2016 in Solingen.

Nachlese zur Praxiszeit „Material“ vom 03.03.2016 in der Henrichshütte Hattingen

„Kaum zu fassen, dass ein 2 mm dicker Draht aus einer Formgedächtnislegierung in der Lage ist, 140 Kg zu heben“ sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. „In meiner Vorstellung standen Formgedächtnislegierungen eher für filigrane Anwendungen mit kleiner Kraftübertragung“ so Gilfert weiter.

Die Praxiszeit „Material“ war eine spannende Veranstaltung und es gab viele Einblicke, die man in dieser Konzentration und Zusammenstellung noch nicht kannte. Im Weiteren war die Praxiszeit von großer Bedeutung für Unternehmen aus der Oberflächentechnik und der Metallverarbeitung, um Kontakte zu knüpfen und Networking zu betreiben.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 03. März 2016 standen die Vorträge über innovative Konzepte in der Beschichtungstechnik zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Werkzeugen und Bauteilen von Prof. Wolfgang Tillmann von der TU Dortmund, ein Vortrag über die Materials Chain der Universitätsallianz Ruhr von Dr. Ingor Baumann und eine Präsentation über Smart Materials in der Praxis von Dr. Peter Dültgen, Geschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid, welche Mitglied im Verein des KfO sind. Des Weiteren erläuterte Karsten Bleymehl (MRC) über das Thema Materialtransfer und wie aus branchenfernen Materialien innovative Produkte entstehen und dabei Materialdatenbanken nützlich sein können. Dr. Arnd Schimanski, von der INNOVENT e.V. in Jena, berichtete über Technologietransfer und Praxisbeispiele aus der Industrieforschung.

Ein Beispiel für ein von Prof. Tillmann vorgestelltes Beschichtungskonzept war das Plasmaspritzen, ein thermisches Oberflächenbeschichtungsverfahren, bei der Partikel durch einen Lichtbogen, zwischen Anode und Kathode erzeugt, auf dem Zielobjekt aufgeschmolzen werden. Ein großer Vorteil des Plasmaspritzens ist, dass jeder Werkstoff beschichtet werden kann, der Nachteil liegt allerdings in den hohen Anschaffungskosten. Anwendung findet dieses Verfahren in der Beschichtung von Turbinenschaufeln sowohl für die Luftfahrt als auch in der Gasbranche, auf Bügeleisengleitflächen und auf Rollen, die in der Papierindustrie benötigt werden. Die aufgeschmolzene Schicht dient als Schutzschicht vor Verschleiß und kann unter anderem auch auf Bremsscheiben aufgebracht werden, um den Verschleiß zu senken. Auch modifizierte Spritzdüsen, eingesetzt bei dem Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen, befeuert mit Kerosin, stellen eine Neuerung dar, da so homogenere und härtere Schichten erzeugt werden können.

Die Initiative Materials Chain ist eine Kooperation der TU Dortmund, Universität Duisburg Essen und der Ruhr Universität Bochum und der vielfältigen Partner. Sie bündelt die vielfältigen Forschungsstärken der Universitäten mit den diversen Partnern. Vom Atom bis zum Bauteil sind alle Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsschritte miteinander verkettet, die jedoch keine sukzessive Abfolge darstellen. Eng in Zusammenhang stehen diese Schritte mit der experimentellen Analyse von Materialien und ihren Eigenschaften, der theoretischen, numerischen Beschreibung der Materialieneigenschaften, die Akquisition, bzw. die Pflege der Daten und die Bereitstellung von Rechenressourcen.

Smart Materials, vorgestellt von Dr. Peter Dültgen sind unter anderem sogenannte Formgedächtnislegierungen (FGL), die sich durch Erwärmung, bzw. durch hinzuführen von Strom wieder an die „angelernte Form erinnern“. Dies wird durch zwei Phasen, bzw. unterschiedliche Strukturen erreicht. Die meisten Metalle weisen nur eine Kristallstruktur bis zum Schmelzpunkt auf und können somit ihre alte Struktur nicht einfach wiedererlangen. Ein Beispiel für eine Anwendung eines FGL-Aktors ist die Ablösung eines herkömmlichen Elektromotors durch einen Formgedächtnisdraht in dem Tankdeckelverschluss in einem Auto. Vorteile dieses FGL-Aktors sind das geringe Gewicht von gerade einmal drei Gramm, im Vergleich zu einem Elektromotor mit 106g. Die Montage ist nicht so aufwendig und damit kostengünstiger. Außerdem ist eine Formgedächtnislegierung Sensor und Aktor in einem, da sich z.B. durch den Ventilhub, oder die Länge/Position einer FGL, auf den ohmschen Widerstand schließen lässt und umgekehrt.

Karsten Bleymehl von MRC berichtete über Materialtransfer und Materialdatenbanken. Materialdatenbanken sind Bibliotheken, die Tausende verschiedene Materialien aufbewahren und Kunden, die auf der Suche nach einem geeigneten Material für ihr Projekt sind, zugänglich machen. MRC informiert sich branchenübergreifend nach Material- und Technologielösungen für die Entwicklung innovativer Produkte für Unternehmen aus allen Branchensparten. Ein Beispiel für eine solche Technologielösung ist das additive Stricken, ein 3D-Druckverfahren, mit dem prinzipiell alles druckbar ist. Eingesetzt wurde es unteranderem für das Unternehmen Nike, bei dem Schuh „Nike Flyknit“. Bei der Produktion dieses Schuhs entstehen 80% weniger Abfall, bei einer generellen Reduzierung der eingesetzten Materialien und einer Gewichtseinsparung von 18%, wodurch Kosten eingespart werden können. Gekennzeichnet wird die Produktion des Schuhs durch eine standortunabhängige und automatisierte Fertigung.

Über Beispiele aus der Industrieforschung und Technologietransfer berichtete Dr. Arnd Schimanski von INNOVENT e. V. Eine Entwicklung sind die Pyrosil-Nanobeschichtungen per Flamme, die aus dem Silicoater entstanden sind. Anwendungen für dieses Verfahren lassen sich in der Dentalindustrie finden, bei der Goldzähne, für den dentalen Frontbereich, mit einem Kunststoff oder Keramik überzogen wurden. Ein weiteres Beispiel ist die Verklebung von Glas, z.B. in Duschkabinen, oder für Glastische. Eine weitere Verwendung lässt sich in der Beschichtung von Titan wiederfinden, die früher für Implantate bei Hunden, in den USA, genutzt wurden und heute auch für den Menschen zugelassen sind. Schrauben, ebenfalls in dem Implantatbereich verwendet, die mit dem Pyrosilverfahren beschichtet wurden, lassen sich leichter mechanisch lösen und es kommt nicht zu einer Kaltverschweißung. Eine weitere Anwendung liegt in der Beschichtung beispielsweise für Beamerlampen, die eine tiefschwarze Oberfläche erfordern.

„Wir konnten nicht alle Inhalte auf unseren Betrieb beziehen, aber das war auch nicht nötig. Durch die Themensammlung der Praxiszeit wurde unser Blick geöffnet und wir konnten für uns neue Bezüge zu Themen und Fragestellungen herstellen“ sagte ein Teilnehmer bei der Verabschiedung in den Feierabend. Genau das freut uns als Ausrichter, denn wir sehen auch hier unsere Aufgabe – im Besonderen für unsere Mitglieder!

Nachlese zum 5. Galvanotreff

Am 26. November 2015 fand der fünfte Galvanotreff im Gründer- und Technologiezentrum Solingen statt. Ausgerichtet wurde das Treffen mit 63 Gästen durch das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das Institut für Galvano- und Oberflächentechnik Solingen GmbH & Co. KG (IGOS). Neben den Themen, die REACH betreffen, standen aber auch Themen wie die Legionellen Gefahr und ihre Vermeidung in Verdunstungsanlagen auf der Agenda. Besonders spannend wurde es aber bei den Beiträgen zu Industrie 4.0 und der additiven Fertigung im Bereich der Oberflächentechnik. Auf dem Galvanotreff wurde der Hype um diese Themen auf das konkrete „Hier und Jetzt“ heruntergebrochen. „Was geht tatsächlich und wo lohnt es sich“ war das Motto der lebendigen Diskussion. Gerade bei der additiven Fertigung, unter die auch der 3D Druck fällt, gab es dann doch eine Überraschung.

Der Berliner Gründer der LimeMaker UG, Christian Hartung, reiste extra für den Galvanotreff mit dem Flugzeug an. Der Hersteller von Schmuck und Modeartikeln im Luxussegment brachte einen 3D gedruckten Kopf eines Gehstockes mit und suchte nach einer Lösung, diese Artikel in kleiner Stückzahl hochwertig zu Metallisieren. Die Teilnehmergruppe konnte hier sehr gut weiterhelfen, wobei die Diskussion gerade um die kleinen Stückzahlen und den damit verbundenen hohen Preis die effiziente und günstige Fertigung des gedruckten Teils wieder aufhob. In jedem Fall war es auch wichtig zu sehen, wie offensiv heute „Netzwerken“ geht. Und der Gründer hat an einer Stelle klar gemacht: „Ich suche Lösungen von Menschen, die vorwärts gehen möchten. Wer das nicht will, muss das nicht, aber der wird auch nicht weiter wahrgenommen“ so Hartung. Die durchaus selbstbewusste Haltung sollten jedoch zumindest alle Beteiligten zum Nachdenken anregen.

Am gleichen Tag des Galvanotreffs war unser Verein an einem Workshop beteiligt, der unter dem Motto „Let’s talk about Industrie 4.0 – Wirtschaft im Wandel“ bei der Fachhochschule Dortmund stattfand. Thomas Heenen vertrat den Verein um gemeinsam das fast allgegenwärtige Thema Industrie 4.0 anhand von praxisnahen Beispielen greifbar zu machen und zu diskutieren. Ein Workshop bezog sich dabei speziell auf die Oberflächentechnik und ihre Sicht auf Industrie 4.0. Laut den referierenden Experten Frau Prof. Appel (FH Dortmund) und Herr Paschke (Fraunhofer IST) sind die auffälligsten „neuen“ Entwicklungstrends weitere Rationalisierung durch noch mehr Automatisierung sowie die Digitalisierung zur Individualisierung von Produkten.

Thomas Heenen, der als dritter Experte für das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. vor Ort referierte, verwies hingegen darauf, dass offenbar die größte Herausforderung für die Unternehmen die Geschwindigkeit des Technologiefortschritts darstellt. „Unternehmer, die mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung mit der additiven Fertigung haben, trauen keiner Prognose mehr, die weiter als zwei Jahre vorausgreift.“ so Heenen weiter. Neue Geschäftsmodelle wittert hier noch niemand. Der Hype um den 3D Druck, dem in Zukunft eine immer größere Bedeutung in der Fertigung beigemessen wird, lässt die Oberflächentechnik weitestgehend kalt. Bewährte Beschichtungsverfahren könnten auch auf die „gedruckten“ Teile angewendet werden. Revolutionäre Umstrukturierungsprozesse sind in den Betrieben ebenfalls auf Grund der langen Lebensdauer und hohen Kosten der Maschinen kaum vorstellbar.

Diesen Umständen begegnet man am besten gemeinsam, indem man sich mit Fachleuten aus den Branchen der generativen Fertigung – und im Besonderen auch aus den Vor- und nachgelagerten Fachrichtungen systematisch austauscht. So lässt sich ein „Schmoren im eigenen Saft“ verhindern.

Download der Folien: D_Chrom III_Praktisch DGO 2015   Legionellen und die Folgen für Galvanikbetriebe  sowie die Folien des 3D Drucker Netzwerkes (42 MB über Dropbox) (Sollten Sie kein Dropboxkonto haben, klicken Sie bitte nach Aufruf einfach unter dem Anmeldefenster auf „Nein danke. Weiter zur Ansicht“)

4. Galvanotreff 2014 // Ein kurzer Rückblick

Der diesjährige Galvanotreff stand ganz unter dem Motto „Am Zahn der Zeit“. Fünf namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft näherten sich dem Thema unter Betrachtung  des künftigen Korrosionsschutzes.  Neben Methoden der Zukunftsforschung, zur Erschließung von relevanten Zukunftsthemen für den Korrosionsschutz, wurden ebenso neue wie auch zukünftige  Verfahren im Korrosionsschutz  aufgezeigt. Anhand der Müngstener Brücke, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, wurde die Vorgehensweise bei der Sanierung von Korrosionsschäden vorgestellt.

Zum Abschluss des Galvanotreffs wurde die erfolgreiche und nachhaltige Vernetzung der Oberflächentechnikbranche der Region über netzwerk-surface.net – Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e. V. mittels einer Staffelübergabe an den  Vorstand gefeiert. Aber auch die Vereinsmitglieder gingen nicht leer aus -jedes Unternehmen erhielt zur Feier eine Mitgliederurkunde.

Die folgende Fotostrecke gibt einen Einblick über den erfolgreichen Tag: