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Aufnahmen von Fluoreszenzmarker, der die Qualitätssicherung erleichtert

© Fluoreszenzmarker Qualitätssicherung, RIO GmbH Siegen.

Auch dieses Mal scheuten unsere Mitglieder die Morgenstunde nicht und waren wieder zahlreich über Zoom bei der nunmehr 41. Frühschicht vertreten. Auf dem Programm: „Ich sehe was, was du nicht siehst: Wie Fluoreszenzmarker Qualitätssicherung erleichtern“ – und damit interessanter Input aus unserer Mitgliedsfirma RIO GmbH in Siegen, einem Prüflabor mit Expertise in den Bereichen Oberflächen-, Werkstoff- und Verfahrens- technik.
Referent M. Sc. Jens Wunderlich, Projektleiter Chemische Analytik (Abteilung Schadens- analytik + Entwicklung) bei der RIO GmbH, gelang es schnell, für das Thema zu begeistern.
Vortragsbasis bildete zunächst eine Einführung in die Grundlagen der Fluoreszenz und der Phosphoreszenz. Anhand des vorgestellten Jablonski-Diagramms konnten alle Frühschicht- Teilnehmer nachvollziehen, wie Lumineszenz, und damit das „Leuchten“, entsteht. Spannend auch zu erfahren, dass es für die Qualitätssicherung von großer Bedeutung ist, die Eigenschaften von fluoreszierendem Markern vor dem Einsatz sorgfältig zu prüfen. Deren Reaktion ist nämlich von einer Vielzahl von Faktoren abhängig – unter anderem von der chemischen Umgebung.
Wie Jens Wunderlich ausführte, gibt es für Fluoreszenzmarker ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft. Die RIO GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Weiterentwicklung zu befeuern und ist mit dem 2018 aufgelegten Projekt „LumoFilm“ auf einem sehr guten Weg. Ziel ist, eine schnelle, kostengünstige und fertigungsnahe Nachweismethode für organische Prozessadditive mittels lumineszierender Stoffe zu erschaffen und diese in ein InLine-taugliches QS-Verfahren einzubetten.
Fünf Etappen, so Jens Wunderlich, markieren dabei die Vorgehensweise. Anhand des individuell vorliegenden Anforderungsprofils, das in einem ersten Schritt definiert wird, folgt in einem zweiten Schritt die Auswahl eines passenden Fluoreszenzmarkers, der in einem dritten und vierten Schritt zunächst einen qualitativen und danach einen quantitativen Nachweis des Prozessmediums erbringt. So kann in der Folge, nachdem die Messung durch eine weitere Methode validiert wurde, der Prozess auf InLine-Tauglichkeit geprüft und in die Serienfertigung implementiert werden.
Augenblicklich ist die RIO GmbH noch auf der Suche nach Partnern mit Expertise beim Einsatz von digitaler Bildverarbeitung und Künstlicher Intelligenz, um schließlich noch einen weiteren, letzten Schritt gehen zu können: Die Auswertung der durch den Fluoreszenzmarker sichtbar gemachten Defekte am Bauteil. Auch für die Zusendung von Proben zur Bemusterung mittels Fluoreszenz ist die RIO GmbH offen.
Mit dieser Botschaft beendete Jens Wunderlich seinen Vortrag, um gleich darauf für Fragen der Frühschicht-Teilnehmer zur Verfügung zu stehen.
Im Namen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik bedanken wir uns recht herzlich bei der RIO GmbH, insbesondere Herrn Jens Wunderlich, für seinen interessanten Vortrag sowie bei allen Teilnehmern für Ihre Beiträge.

Nachlese der 2. Praxiszeit Kompakt gemeinsam mit sentin GmbH

Am 05.03.2021 trafen sich die Mitglieder des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. und weitere Unternehmen produzierender Gewerke digital über Zoom. Dabei berichtete ChristianEls, Geschäftsführer der sentin GmbH, über die Möglichkeiten und Grenzen des maschinellen Sehens sowie der KI-Dateninterpretation – auch mit Blick auf die Oberflächentechnik. Im Laufe des Inputs wurden auch Beispiele aus Medizin und Lebensmittelindustrie thematisiert. Herr Els führte die Teilnehmer in seinem Vortrag zunächst einmal in das weite Feld der Qualitätskontrolle mit Hilfe von KI ein und erklärte welche Vorteile dieser Ansatz gegenüber klassisch regelbasierten Automatisierungslösungen in der Oberflächenqualitätsprüfung hat.

Regelbasierte Qualitätskontrollen seien dabei oftmals nicht robust genug, um sich an veränderte Bedingungen anpassen zu können. Ändert sich zum Beispiel im Tagesverlauf die Belichtung im Betrieb, geraten regelbasierte Prüfsysteme schnell an Ihre Grenzen und müssen aufwendig angepasst werden. Jede neue Veränderung an der jeweiligen Anlage ist so mit aufwendigen Nachjustierungen und damit auch Kosten verbunden.

Im Gegensatz dazu seien KI-Systeme lernfähig und sind dadurch robuster gegen derartige Veränderungen. Dazu kommen Aufgaben, die sich schlicht weg nicht mit regelbasierten Prüfsystemen umsetzen lassen. Herr Els zeigte den Teilnehmern an einer Prüfanlage für Nussschokolade, wie KI auch bei komplexen Produkten zur Qualitätskontrolle eingesetzt werden könne. Ein regelbasiertes System wäre in so einem Fall nicht möglich. Und auch der Mensch sei für derartige Prüfprozess oftmals nicht die beste Wahl, da der Mensch schlichtweg nicht derart lange konzentriert bleiben kann. „In Asien habe ich schon Anlagen gesehen, an denen alle 15 Minuten der Mitarbeiter ausgetauscht wurde, um eine vernünftige Qualitätskontrolle sicherstellen zu können“ so Herr Els. Das sei ebenfalls mit sehr hohen Kosten verbunden und sei dennoch weitaus fehleranfälliger als gut implementierte KI- Systeme.

Gerade für diese komplexeren Prüfprozesse sei KI bestens geeignet. Allerdings dürfe man bei KI-Systemen keinen Projektverlauf wie bei klassisch regelbasierten Systemen erwarten. Zum einen sei es nötig im Vorfeld eine solide Datengrundlage zu schaffen mit derer das KI- System auf den jeweiligen Anwendungsfall trainiert werden könne und zum anderen wäre der Lernprozess eines solchen Systems theoretisch niemals abgeschlossen und würde mit der Zeit immer besser werden. Durch die große Expertise von sentin könne dieser anfängliche Lernprozess allerdings deutlich beschleunigt werden. Herr Els betont, dass trotz riesigen Potentials bislang nur knapp 15% der KI-Projekte den Weg in die Serienproduktion finden würden. Daher sei es an der Zeit sei diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Els konnten die Teilnehmer noch weitere Fragen stellen und die Thematik diskutieren. Gerade im Bereich der Ressourceneffizienz sei es sehr wichtig für viele Unternehmen den Auswurf der Qualitätskontrolle zu minimieren. Auch die genauere Klassifizierung von Fehlern könne in Kooperation mit Zulieferunternehmen die gesamte Wertschöpfungskette ressourcenschonender gestalten.
Wir bedanken uns im Namen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. bei Herrn Els von sentin für diesen interessanten Vortrag, sowie allen Teilnehmern für Ihre Diskussionsbeiträge.

Das Fachgruppentreffen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. und des automotiveland.nrw fand dieses Mal in den Räumlichkeiten der Hochschule Bochum beim SolarCar Team Bochum statt.

 

 Noch vor dem eigentlichen Beginn des Treffens konnten die Teilnehmer die in der Halle stehenden Solarfahrzeuge anschauen und einen ersten Eindruck der Arbeit vor Ort bekommen. Nachdem Achim Gilfert und Fritz Förstmann die Vereine automotiveland.nrw und Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., deren gemeinsamen Ziele und Aufgaben im Rahmen der Fachgruppe Oberflächentechnik vorstellten, ging es in eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmer.

 

In Folge stellten die Studierenden des SolarCar Teams Bochum um Maximilian Frankholz ihr Projekt vor. Sie beschäftigen sich mit der Forschung und Entwicklung von solarbetriebenen Fahrzeugen, mit denen das Team u.a. an Rennen durch das australische Outback teilnimmt. Um unter den enorm anspruchsvollen Bedingungen vor Ort bestehen zu können und die Energie der Solarzellen maximal zu nutzen, sind die Fahrzeuge auf maximale Effizienz getrimmt. Das unterscheidet sie beispielsweise von herkömmlichen Fahrzeugen mit regenerativem Antrieb. Um den Gedanken der Nachhaltigkeit weiter zu verfolgen und auch das Laden der Batterie möglichst umweltfreundlich zu gestalten, entwickelt das Team zurzeit eine mobile, solarbetriebene Ladestation. Diese ist einzigartig, da sie flexible Solarpanels verwendet, die von beiden Seiten Sonne aufnehmen können. Neben den Fahrzeugen konnte auch diese Ladestation von den Anwesenden angeschaut werden.

 

Beim Netzwerken versammelten sich in Folge kleine Gruppen um die beeindruckenden Fahrzeuge des SolarCar Teams und tauschten sich untereinander aus. Hier konnte auch das SolarCar Team noch einmal gezielt auf Nachfragen zu ihren Fahrzeugen und ihrer Arbeit eingehen.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für den Besuch und freuen uns schon auf das nächste Treffen, welches  voraussichtlich noch im Dezember 2020 stattfinden soll – sofern Corona dies zulässt.

Nachlese zu Praxiszeit Funktionale Oberfläche vom 27.8.2020

Mit großem Abstand und unter den Auflagen der Corona Schutzverordnung startete die Praxiszeit Funktionale Oberfläche mit 21 Teilnehmer*innen. „Diese Praxiszeit ist für uns Besonders, da wir erstmalig auch zwei Vorträge über Videokonferenz durchführen“, sagt Achim Gilfert, der als Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. pünktlich um 13 Uhr 30 alle Anwesenden begrüßte. „Gerade, wenn wir spannende Themen auch mit internationalen Referenzen besetzen, ist es für uns notwendig, den Effekt und die Darstellung der Onlinevorträge zu bewerten“, so Gilfert weiter. Und das hat gesessen. Bei einer Bandbreite von nur 6 Mbit waren die beiden Vortragenden scharf zu sehen und sehr gut zu hören. Es gab keine Aussetzer und ebenso wenig andere technische Probleme.

In dem ersten Vortrag berichtete Dr. Heyer von der Forschungsvereinigung 3D- MID e.V. über die Herstellung, Funktion und Anwendung von Microdevices. Kleinste Schalteinheiten, die beispielsweise als Layer in Oberflächen eingelegt werden können und diese damit „aktiv“ werden lassen. Herr Dr. Heyer zeigte dabei die Entwicklung der Bauteile und deren Herstellung auf. Das Thema, dass Oberflächen aktive Funktionen übernehmen zog sich entsprechend durch die gesamte Praxiszeit.

Anna Schott von der Gruppe Mikro- und Sensortechnologie am Fraunhofer IST in Braunschweig wurde als zweite Rednerin dann via ZOOM Videokonferenz hinzu geschaltet. In ihrem Vortrag ging es um multisensorische Dünnschichtsysteme und deren Anwendungen. Dabei geht es darum, verschleißfeste und sensorische Oberflächen zu ermöglichen, die Messungen von Kenndaten in Hauptbelastungszonen ermöglichen. Auf diesem Wege lassen sich reale Werte, beispielsweise von Lastverteilungen, Temperatur und Verschleiß bestimmen. Anhand anschaulicher Beispiele hat Frau Schott die praktische Anwendung und die Funktion der Datenerfassung in Bauteilen aufgezeigt. Nach Rückfragen aus dem Publikum ging es dann zur ersten „Netzwerkpause“.

Frisch gestärkt ging es mit Alexander Dürkopp von der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid weiter. Sein Thema war das Morphing durch formvariable Strukturen aus Formgedächtnislegierungen und Faserverbundwerkstoffen (MOFF). Nach einer Einführung in die Funktionsweise der Materialien, die sich an „Formzustände“ erinnern können, erläuterte Herr Dürkopp am Beispiel von Flugzeugtragflächen, wie beispielsweise durch Anlegen von Spannungen an einen Aktuator, die Wölbung der Tragfläche aktiv verändert werden kann. Die Folge sind bessere Luftströme, die Treibstoffverbrauch einsparen können. Auch wird das Eigengewicht des Fluggerätes geringer. Das bedeutet, dass mehr Nutzlast (Passagiere) befördert werden können. Für die Oberflächentechnik ist die Herausforderung das Aufbringen von Schutzbeschichtungen, die eine aktive Bewegung der inneren Struktur schadlos mitmachen, ohne ihre Funktion einzuschränken oder zu verlieren.

In dem folgenden Beitrag berichtete Dr. Stefan Schäfer von MacDermid Enthone in Langenfeld über die nahtlose Integration von Displays, ihre Funktion, Form und Haptik. Die Anzahl der Displays in Automobilen nehmen immer weiter zu. Neben großen, zentralen Monitoren finden auch kleinere Displays unterschiedliche Anwendung. So lassen sich beispielsweise Anzeigen komplett verbergen, sodass sie sich optisch in das Design des Armaturenbretts einfügen. Erst, wenn eine Funktion aktiviert werden soll, oder auch eine Warnung zu erscheinen hat, leuchten auf dem Display Funktionsbereiche auf. Die Oberfläche des Displays sollte bei Bedingung des Touch Screens möglichst frei von Fingerabdrücken und Schmutz bleiben. Ebenso lassen sich Reflexionsverhalten, Glanz und Mattigkeit beeinflussen. Dr. Schäfer zeigte anschaulich auf, wie viele Aspekte aus den Bereichen Funktion, Design und Oberflächentechnik in teilweise unscheinbaren Bauteilen Eingang finden.

Nach der zweiten Pause, welche zu den Netzwerken bei Kaffee und Kuchen genutzt wurde, ging es mit Ivica Kolaric vom Fraunhofer IPA aus Stuttgart weiter. Dies war der zweite Video Vortrag und Herr Kolaric sprach über Sensorik in Lackaufbauten. Wenn man beispielsweise eine Lackschicht gegen ein anders Schichtmaterial ersetzt, welches elektrisch leitfähig ist, dann ließen sich im Nachgang der Beschichtung weitere Bearbeitungsschritte anschließen, die eine Struktur innerhalb der Lackschicht erzeugt und damit eine sensorische Funktion der Schicht aktiviert. Dies ist sogar schon möglich. Wesentlich ist der Gedanke, dass die Schicht nicht nur passiv funktional ist, sondern aktiv. Als weiteres Beispiel führte Herr Kolaric Farbveränderungen von Lacken an. Durch Anlegen von Spannungen verändern diese ihre Farbe. Anwendung können hier Zusatzteile am Auto sein, die im Nachhinein erst ihre Farbe erhalten, unerheblich ob die Farbe des Herstellers die gleichen Farbwerte aufweisen.

Im Anschluss an die Vorträge folgten eine Zusammenfassung und ein Hinweis auf die erste Fotografie verschränkter Teilchen. Verschränkte Teilchen sind Element der Quantenphysik und durchqueren die klassischen Gedanken zu Energieerhaltung. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, geht es hier zu dem Artikel. https://www.scinexx.de/news/technik/erstes-foto-einer-quantenverschraenkung/

Wir bedanken und sehr für die Teilnahme der Anwesenden und freuen uns auf die nächste Praxiszeit mit dem Titel: Galvanotechnik 2035 am 25. November 2020

Nachlese zur Praxiszeit Digital Update 19

„In Zukunft brauchen wir Menschen nicht mehr arbeiten. Es gibt keinen Grund, warum man nicht alles durch Maschinen erledigen lassen sollte“ und „Es ist wichtig, dass wir Menschen unsere Arbeit haben, denn die macht Spaß und gibt auch Sinn im Leben.“ Die beiden Zitate zeigen anschaulich die Spannweite der Meinungen und Thesen, die am 3. Juli 2019 auf der Praxiszeit Digital Update ´19 in der Henrichshütte in Hattingen thematisiert wurden.

31 Teilnehmer/innen diskutierten zu verschiedenen Themen der Digitalisierung. In sieben Vorträgen wurden die Impulse für den Austausch gesetzt. Nach einer kurzen Begrüßung des Landrates des Ennepe-Ruhr-Kreises, Olaf Schade und Jürgen Köder, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsagentur im Ennepe-Ruhr-Kreis, ging es inhaltlich mit dem ersten Impuls los.

Wolf Strotmann zeigte auf, wie bei der Digitalisierung auch klassische „Anpacker“ im Betrieb mitgenommen werden können. Wie kann man Befürwortern und Gegnern im Betrieb begegnen. Dabei machte er deutlich, dass Digitalisierung nicht zum Nulltarif zu bekommen ist. Digitalisierungsprozesse kosten Geld und dauern auch. Die Veränderungsprozesse, gerade wenn es sich um umfangreiche Digitalisierung handelt, brauchen Zeit und sind nicht über das Knie zu brechen.

Frau Dr. Theißen referierte über das Arbeitsrecht 4.0 und mögliche Auswirkungen auf die neuen Arbeitsformen, die mit der Digitalisierung einhergehen können. Kreativität und Vertrauensarbeitszeiten sind Stichworte, die möglicherweise den gesetzlichen Anforderungen entgegenstehen. Schnell wurde klar, dass die entsprechenden Gesetze einzuhalten sind, jedoch durchaus Spielräume – gerade für kleinere Unternehmen – bestehen.

Marc Letzing, der als Geschäftsführer der GRAUZONE in Hattingen den Ausführungen praktische Aspekte beisteuerte, erläuterte die Besonderheiten der Arbeit in einem Open Space beziehungsweise eines Co-Working Space. Am Ende gilt es auch abzuwarten, da die aktuelle Gesetzgebung der EU noch nicht in den Mitgliedsstaaten angekommen ist. Beobachten heißt die Devise.

Nach einer kurzen Pause ging es mit Professor Vieregge weiter. Thema war die Frage, wo Datenroboter in Unternehmen bereits heute Unterstützung leisten können. Anschaulich wurde die unstrukturierte Datenflut im Internet dargestellt. Im Weiteren ging es dann darum, mit welchen Möglichkeiten diese Informationen strukturiert, ausgewertet und – noch besser – zusammengeführt werden können. Hier sind Maschinen einfach Maß der Dinge, da für unser tausende Jahre altes Gehirn die Zusammenhänge einfach zu komplex sind. Hier scheitert unsere, in anderen Kontexten so bewährte Hardware „Gehirn“.

Bereits in den vorangegangenen Impulsen ging es um Künstliche Intelligenz (KI), sodass Herr Wörheide mit dem Beitrag „Chancen und Risiken durch künstliche Intelligenz“ einen guten Anschluss fand. Wie können praktische Umsetzungen in kleinen und mittleren Betrieben aussehen? Dabei ist darauf zu achten, nicht Opfer von Verklausulierungen und unverständlichen Formulierungen zu werden. „Liegt der Fokus nur auf Algorithmen, kann man durchaus für dumm verkauft werden, wenn die Qualität der zugrunde liegenden Daten nicht zentraler Bestandteil von Systemen ist“, so Wörheide. Das A & O sind valide Messdaten, die ebendiese Datenqualität ausmachen. Nur dann kann ein System verwertbare Ergebnisse liefern. Das gilt auch für Künstliche Intelligenz, denn auch diese „lebt“ ausschließlich von den zur Verfügung gestellten Daten. Wenn die KI aufgrund nicht valider Daten lernt, dann lernt sie falsch. Shit in, Shit out – das gilt auch hier. Herr Wörheide wies auch darauf hin, dass Prozesse digitalisiert werden und daher die Branche weniger relevant ist. Anders gesagt: Wo Prozesse regieren, kann man Digitalisieren.

Nach Ende der zweiten Pause ging es weiter mit Dawid Schäfers, der über die Entwicklung eines Webshops berichtete, bei welchem keine Fotos oder Bilder verwendet werden sollten. Es ging hier um einen Shop für Chemikalien, was für die Oberflächentechnik sehr interessant war. Im Fokus der Entwicklung standen die Usability, das Nutzererlebnis und die Datenintegration. Letzteres war wichtig, damit vorhandene Daten nicht händisch neu verarbeitet werden müssen, sondern sich elegant in das System importieren ließen. Das sparte Zeit und Mühe, denn – so Schäfers – bei IT Projekten gibt es immer ein knappes Budget. Internetauftritt und Webtools werden eher als „Beiwerk“ gesehen. Andererseits wurde deutlich, dass der Vertrieb mit den richtigen Tools effizienter werden und den Umsatz steigern kann. Die „Fotofreie“ Lösung in diesem Praxisbeispiel waren farbliche Formen, in welchen die Summenformeln hinterlegt wurden. Der Nutzer findet jederzeit schnell das, was gesucht wird.

Jürgen M. Möckel erläuterte in dem folgenden Impuls, wie man in nur 17 Minuten eine erste, digitale Analyse der Geschäftsprozesse vornehmen und eine Digitalisierungsstrategie für das eigene Unternehmen entwickeln kann. Der Ausbau von Informations-Technologien und -Konzepten, habe in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Grenzen von ERP-Systemen zunehmend aufgebrochen werden können, so Möckel. Dadurch sei es möglich geworden, Geschäftsprozesse bis auf Mikro-Funktionsebene als einzelne, digitale Teilprozesse zu modellieren und in einer Business Engine wirklich real auszuführen. Wie in einem Stellwerk sieht man dann, was gerade im Geschäftsprozess passiert. Jeder einzelne Prozessschritt entspricht einem kleinen Stück Programmcode, der kurzerhand einzeln getestet, verbessert oder ausgetauscht werden kann, führte Möckel weiter aus. Entscheidungsregeln werden dabei in Excel-ähnlichen Tabellen (DMN) eingetragen und in den Prozessschritten maschinell ausgewertet.

Den Abschluss der Vorträge bildet Achim Gilfert mit dem Gedankengang des Emotional Risk Mapping (ERM)®. Mit diesem digitalen Tool lassen sich Risikopotentiale bei Veränderungsprozessen – vornehmlich Digitalisierungsprozessen kartographieren. Mit der Schaffung von Interessenausgleich lässt sich diesen dann begegnen. Dabei wurde erläutert, warum „ausgedachte“ Prozesse und deren Umsetzung erst einmal nichts miteinander zu tun haben. Das Gehirn des Menschen verarbeitet Informationen auf verschiedene Arten und erfordert daher unterschiedliche Arten von Kommunikation. Das Wissen darum ist wesentlich, um Konfliktkosten und vor allem zusätzliche Konfliktkosten bei Digitalisierungsprozessen zu vermeiden. Denn mit einer technischen Lösung kaufen Betriebe auch zusätzliche Begleitprobleme. Die Kosten dafür fallen meist höher aus als der gesamte Technologieeinsatz.

Nach einer kurzen Abschlussdiskussion gab es bei dem anschließenden gemeinsamen Abendessen weiteren Austausch. Allen Teilnehmer/innen werden die Präsentationen der Praxiszeit zur Verfügung gestellt. Sollten Sie Interesse daran haben, können Sie bei unserem Geschäftsführer, Herrn Gilfert unter 0163 175 8937 nachfragen. Die Praxiszeit wurde gemeinsam von dem Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., dem FachwerkMetall e.V. und der Wirtschaftsförderungsagentur des Ennepe-Ruhr-Kreises durchgeführt. Wir bedanken uns herzlich für alle Beiträge und das ehrenamtliche Engagement der Referentinnen und Referenten.

Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. Eickener Straße 41 45525 Hattingen Mobil: +49/163/175 8937 Fax: +49/2324/5648-48 Mail: gilfert@netzwerk-surface.net Web: www.netzwerk-surface.net

     

 

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2018

Auf diesem Wege wünschen wir allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen angenehmen Übergang in das Jahr 2018. Ab dem 2.1.2018 stehen wir Ihnen wieder in gewohnter Weise zur Verfügung.

Nachlese der Frühschicht 26 bei der FGW in Remscheid vom 7.12.2017

„Auf dieser Frühschicht zeigte sich mal wieder der ganze Wert meiner Mitgliedschaft“ sagte ein Teilnehmer der 26ten Frühschicht des Kompetenznetzwerkes für Oberflächentechnik e.V.. Geschäftsführer Achim Gilfert freut sich über diesen Satz besonders und möchte das unterstreichen.

„Es treffen sich Menschen, die alle vom gleichen Geist der Unternehmerschaft geprägt sind. Wenn jemand ein Beschichtungsproblem oder ein anders Problem schildert, entwickelt sich rasch eine Diskussion, auf welchen Wegen eine Lösung zu finden ist. Dabei kommen Dinge ins Spiel, mit denen vorher niemand rechnen konnte – Spartenwissen oder auch Nischenverfahren, die kaum jemand kennt. In jedem Fall nehmen alle Impulse und „neue“ Gedanken mit“.

Die letzte Frühschicht 2017 fand bei der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge Und Werkstoffe e.V. FGW statt. Die FGW ist Gründungsmitglied unseres Vereins. Wir haben auch einen Einblick in die Abläufe, die Werkstätten und Labore erhalten. Dort konnten wir uns von den Vorteilen von Smart Material überzeugen. Teilweise können diese aufwendige Anlagen obsolet machen. Eine sehr spannende, aber auch komplexe Entwicklung, die ähnliche Konsequenzen mit sich bringt wie die der Digitalisierung.

Auf der Frühschicht konnten wir auch unserem Mitglied WIWOX Surface Systems die Mitgliedsurkunde an Herrn Hallensleben überreichen. Darüber haben wir uns sehr gefreut und wir möchten uns auch auf diesem Wege bei allen Mitgliedern für ihr Engagement und ihre Unterstützung bedanken. Ohne die Mitglieder wäre der Verein nur ein leerer Eimer – und für sich selbst nutzlos.

Vielen Dank an das Team der FGW für die Möglichkeit der Frühschicht.

 

 

 

Nachlese der Praxiszeit Digital – September 2017

„Die digitale Transformation ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Thomas Heenen, Geschäftsführer des FachwerkMetall e.V., „Wunsch und Wirklichkeit liegen dabei oft noch weit außeinander, wie man in dem ersten Vortrag „Die intelligente Pumpe 4.0“ des Anlagenherstellers HAUHINCO aus Sprockhövel sehen konnte.“ Wichtig ist bei diesem komplexen Thema jedoch, dass man versucht die Dinge konkret, greifbar und bewertbar zu machen.

Und dafür engagieren sich unsere Vereine, das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das FachwerkMetall e.V., die beiden Ihren Sitz in Hattingen haben. Dies freut auch den Landrat Olaf Schade, der zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort an die Teilnehmer/innen richtete.

In den regelmäßig stattfindenden Treffen und den von den Vereinen organisierten „Praxiszeiten“ fungiert der Austausch unter Unternehmern und Gleichgesinnten bei aller Digitalisierung als quasi „analoger Filter oder Datendienst“.

Am Mittwoch, den 20. September trafen sich daher erneut Unternehmer aus der Region in der Henrichshütte in Hattingen, um sich bei der Praxiszeit DIGITAL die persönlichen Erfahrungen der Referenten anzuhören und darüber zu diskutieren.

Digitale Pumpe

Als Vorreiter der Branche entwickelte HAUHINCO in den letzten Jahren gemeinsam mit Siemens eine mit Sensoren ausgestatte Hydraulikpumpe, die zum Beispiel eigenständig Störungen melden kann. Diese wurde den Teilnehmer/innen ausführlich vorgestellt.

KI

Ralph Jan Wörheide, Geschäftsführer der Orontec GmbH & Co. KG, beschäftigte sich in seinem Vortrag über KI damit, das doch recht mystische Thema „künstliche Intelligenz“ auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn auch hier geht es in erster Linie um meist mathematische Algorithmen die nach bestimmten Logiken vorgegebene Ergebnisse oder Reaktionen ausgeben. Er sieht vor allem eine große Chance in der Erleichterung bei zeitaufwendigen Routine- und Verwaltungsarbeiten durch die modernen, digitalen Systeme, die künstliche Intelligenz nutzen.

Daten, Software, Hardware

Im Zentrum des dritten Vortrags stand eine direkte Live-Schaltung in das Machine Executive System (MES) der Firma Erco Lemgo GmbH. Markus Rahn, Qualitätsbeauftragter der Firma Erco zeigte den Teilnehmern das Dashboard, mit dem er und die Betriebsleitung die Maschinenauslastung optimieren, Störungen erkennen und beheben und den Weg in die Papierlose Fabrik geschafft haben. Eine Digitalisierungsmaßnahme, die die Firma und Herr Rahn nicht mehr missen möchte. Etabliert wurde das System von dem auf MES spezialisierten Schwelmer Softwareunternehmen Syncos GmbH.

VR AR

Der aktuelle Virtual- und Augmented Reality Hype ist ungefragt der Unterhaltungsbranche zu verdanken, die diese Technologie gerne in jedem Wohnzimmer sehen würden. „Auch im produzierenden Gewerbe werden Datenbrillen u.ä. schon seit über 20 Jahren erfolgreich zur computerunterstützten Arbeit und zum erlernen verschiedenster Arbeitsabläufe eingesetzt“, sagt Claus Divossen, Geschäftsführer von Senselab.io und Referent auf der Praxiszeit Digital. Das Einsatzgebiet reicht von der Konstruktion über die Präsentation bis hin zur Fernwartung in China. „Das größte Hindernis hierfür ist aber die Datensicherheit“, sagt Ralph Jan Wörheide, der in der Fernwartung große Chancen sieht. „Denn in Asien ist es fast unmöglich mit den Datenbrillen den schnellen, firmeninternen Internetzugang zu nutzen“, so Wörheide weiter. Darauf haben die Entwickler der Applikationen allerdings keinen Einfluss und würden auch die Entwicklungen der Anwendungen nicht davon abhängig machen. Die Dateninfrastruktur ist mit zu bedenken, aber im Kern eine andere Baustelle.

Digitaler Nachrichtendienst

Was haben das Sauerland, die NSA und die Kundenakquise gemeinsam? Diese drei Punkte sind der Schlüssel zur modernen Vertriebsautomatisierung mit den digitalen Marktbeobachtungssystemen von Prof. Peter Vieregge. Denn nur mit der Neuen Sauerländer Akquisemethode (NSA) erfahren Vertriebler in Echtzeit, wenn sich etwas bei Ihren Stammkunden etwas tut und sorgen gleichzeitig dafür, dass der eigene Betrieb bei Google-Suchanfragen ganz oben steht während sie gleichzeitig statistische Zwillinge ihrer Stammkunden und damit potentielle Neukunden identifizieren. Und das alles für vergleichsweise sehr wenig Geld.

Fazit

Man sollte keine Angst vor den Technologien haben. Wasser kocht bei 100 Grad und wenn man genau hinschaut, lässt sich erkennen, wie sich die Werkzeuge für sich selbst einsetzen lassen und welchen Sinn sie machen.

Die Praxiszeit war sehr spannend und anregend. Die nächste Praxiszeit ist am 19.10.2017 mit dem Thema „Lack“.

Nachlese zur 25. Frühschicht bei der Hühoco GmbH

Am 06. April 2014 führte das in Hattingen ansässige Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. in der Zeit von 07.30 Uhr bis 09:00 Uhr die 25te Frühschicht des Vereins bei der Hühoco GmbH durch. Der Wuppertaler Betrieb ist Gründungsmitglied des Vereins und stellt mit Dr. Ulrich Irle den Vorstandssprecher. „Auf diesen Treffen finden sich alle 6-8 Wochen Vereinsmitglieder und interessierte Unternehmen der Region zusammen“ erläutert Dr. Irle in seiner Begrüßung der Gäste. Dabei steht das Motto „Gemeinsam tun, was alleine nicht geht“ an erster Stelle.

„Die Fachleute unterhalten sich bei den Treffen über aktuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten bei der Herstellung und Entwicklung von Produkten. Da sich verschiedene Branche treffen, lernen die Betriebe untereinander mehr über die Prozesse, die ihren eigenen vor- oder nachgelagert sind. In Summe ergibt dies einen Wettbewerbsvorteil – auch für die Standorte“, sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerkes.

„Für die zurzeit 44 Mitgliedsunternehmen, groß wie klein, stellt der Vorstand eine verlässliche Größe dar. Mit Dr. Urlich Irle, Michael Busenbecker und Ralph Jan Wörheide engagieren sich drei Unternehmen komplett ehrenamtlich für den Verein und seine Mitglieder. Wenn man sich überlegt, wieviel Zeit die drei für den Verein aufwenden, dann wird klar um welch intensiven Einsatz es sich handelt. Ich bin froh, in diesem Team mitzuwirken und spreche in meinem und im Namen der Mitglieder große Wertschätzung und Dankbarkeit aus“ so Gilfert weiter.

Neben einer Rückblende auf 24 vergangene Frühschichten stand diesmal das Thema „Mediation“ im Vordergrund. Verhandeln statt Gerichtsprozess ist ein Gewinn für alle. „Es ist schon eine große Ersparnis, wenn wir mit Hilfe der Mediation ein Problem in wenigen Sitzungstagen auflösen können, welches bei Gericht sicher über 300 Tage dauern würde. Dazu kommt noch, das man vor Gericht die Kontrolle abgibt. Anders als in der Mediation – hier ergeben sich sogar noch zusätzliche Kompetenzgewinne“ sagt Fr. Dr. Carmen Poszich-Buscher.

Anschaulich erläuterte die Referentin den Anwesenden neben den Vorteilen auch, wie Mediation im Gehirn funktioniert. Diese neurobiologische Sicht auf Mediation war für die Teilnehmer/innen eine neue Betrachtungsweise – denn neben den Kosteneinsparungen erklärte Frau Dr. Poszich-Buscher auch, dass Mediation für das Gehirn ein Ausnahmezustand ist und eine Höchstleistung darstellt. „Den mediativen Umgang mit Konflikten kann man sehr gut trainieren und bei einem Erfolg wird Dopamin ausgeschüttet, welches für uns Menschen ein Belohnungsstoff ist. Außerdem reduziert ein Konfliktverständnis im Sinne der Mediation den Stoff Amyloid im Gehirn, der für die Alterung des Gehirns zuständig ist. Neben all den positiven Effekten ist das noch ein schöner Zusatzeffekt“ so Frau Dr. Poszich-Buscher weiter. Im Anschluss wurde noch ein Rundgang durch den Betrieb angeboten, damit sich alle Anwesenden ein Bild von der Firma machen konnten.

Unser Verein bietet Wirtschaftsmediation für Unternehmen an. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Achim Gilfert telefonisch oder unter gilfert@netzwerk-surface.net

Nachlese der Frühschicht 24 bei Enthone Mc Dermind in Langenfeld

„Eine Forschungseinrichtung im Deutschen Bergbaumuseum, die sich sehr stark mit Oberflächentechnik beschäftigt – Das war fast jedem von uns neu“ erzählt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. Nach einer spontanen technischen Anfrage, vorgetragen durch Anika Diekmann vom Bergbaumuseum, ging es dann mit dem Part von Enthone Mc Dermid los.

Dr. Stefan Schäfer berichtetete von den Aktivitäten des Betriebes und zeige auf, wie sich die Technologie und die Verfahren über mehr als 100 Jahre bei Enthone verändert haben. Er wies auch die gewachsenen Anforderungen, hier besonders der Automobilindustrie, hin. Im Anschluss an die Ausführungen hatten wir die Möglichkeit, den Betrieb „von innen“ kennen zu lernen. „Eine ganz tolle Sache, dass wir einmal in die Labore schauen dürfen“ freute sich eine Teilnehmerin, die aus Lüdenscheid angereist kam.

Nach dem Rundgang wurde durch den Verband der Chemischen Industrie das neue Projekt ELECTRA vorgestellt. Die Protagonisten, neben namhaften Unternehmen der Region auch das Forschungszentrum Jülich sowie die RWTH Aachen, warben für eine Unterstützung bei dem Aufbau eines Kompetenzzentrums für Elektrochemie. Auch wir als Verein haben einen Letter of Intend abgegeben.

Eine hervorragende Frühschicht – und vielen Dank an das Team bei Enthone. Die nächste Frühschicht findet am 6.4.2017 bei Hühoco in Wuppertal statt. Hier gibt es ein Sonderthema: Mediation – Verhandeln statt Gerichtsprozess.

Nachlese der Frühschicht 23 bei Carl Aug. Picard in Remscheid

Mit 45 Teilnehmern fand am 26. Januar die erste Frühschicht des Kompetenznetzwerkes für Oberflächentechnik e.V. in 2017 statt. „21 Besucher waren zum ersten Mal dabei, um uns kennen zu lernen“ freut sich Achim Gilfert, der sich als Geschäftsführer des Vereins um die Frühschichten kümmert.

„Wir sind der Firma Carl Aug. Picard, vertreten durch unser Vorstandsmitglied Michael Busenbecker, sehr dankbar, dass wir im Nachgang der Betriebsvorstellung auch den Betrieb besichtigen konnten“ so Gilfert weiter. Die Stimmen aus den Teilnehmergruppen waren durchweg positiv. Der Austausch, den diese informellen Arbeitstreffen ermöglichen, ist nicht zu unterschätzen. Es gab wieder Gäste und Betriebe, die an den Gastgeber konkrete Anfragen hatten. Dabei geht es um Prozesse oder auch Auftragsfragen.

Gegen 10 Uhr 15, über eine Stunde nach Ende der Veranstaltung, machten sich die letzten Teilnehmer auf den Weg zu ihren Betrieben. Da bei dieser Frühschicht leider nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten, haben wir diese Anfragen aber bereits jetzt in die Liste für die nächste Frühschicht genommen.

Wir treffen uns am 8. März in der Zeit von 07:30 bis 09:00 Uhr bei Enthone in Langenfeld. Im Anschluss wird bis gegen 10 Uhr vor Ort ein Vorhaben im Bereich der Elektrochemie vorgestellt, an welches Federführend durch das Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen bearbeitet wird. Wer daran interessiert ist, kann gerne über die Frühschicht hinaus bleiben.

Die Einladung für die Frühschicht bei Enthone wird Mitte Februar versandt. Sie haben allerdings jetzt schon die Möglichkeit, sich bei Achim Gilfert vormerken zu lassen. Schreiben Sie dazu eine E-Mail an gilfert@netzwerk-surface.net.

Weitere Informationen zu Carl Aug. Picard finden Sie unter www.capicard.de/de/

Nachlese zur Frühschicht 22 bei RIO GmbH in Siegen

„Für uns ist das Bild einer Beschädigung unter dem Rasterelektronenmikroskop ein sehr ästhetischer Anblick – ein Kunstwerk. Für unsere Kunden ist die Beschädigung eher weniger schön“, so Dr. Günther, Geschäftsführer der RIO GmbH in Siegen.

Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. freute sich, dass es mit seiner letzten Frühschicht 2016 in dem im Technologiezentrum Siegen ansässigen Unternehmen zu Gast sein durfte. „Unsere nunmehr 22te Frühschicht war mit 20 Teilnehmer/innen sehr spannend und wir konnten uns von einem beeindruckenden Prüflabor überzeugen.

Wir sind stolz, dass die RIO GmbH Mitglied in unserem Verein ist.“ sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des in Hattingen ansässigen Oberflächenvereins. Nach einer Einführung in den Betrieb konnten sich die Teilnehmer/innen ein Bild von den einzelnen Prüflabors machen. Beim anschließenden, informellen Austausch ergaben sich, wie bei jeder Frühschicht, betriebliche Verbindungen und Anfragen.

„Die Qualität unserer Frühschichten erkennen wir daran, wenn um 10 Uhr immer noch Betriebe vor Ort sind, obwohl die Frühschicht um 9 Uhr endet“, erläutert Michael Busenbecker, Vorstandsmitglied des Vereins.

Wir bedanken uns sehr für die Ausrichtung der Frühschicht und danken dem RIO Team herzlich für Ihren Einsatz.

Informationen zur RIO GmbH können Sie hier herunterladen.

Nachlese der Frühschicht 21 bei Canto Ing.

„Wahnsinn, was es alles für Möglichkeiten gibt“, war der erste Eindruck nach den einleitenden Worten der Geschäftsführer Jörg Schmidt und Hagen Tschorn bei der Frühschicht am vergangenen Donnerstag bei der Firma Canto Ing. GmbH.

Zuvor überreichte Herr Gilfert noch die Mitgliedsurkunde an Dr.Ulrich Prinz, Mitglied und Vertreter der MacDermid Enthone GmbH & Co. KG. Mit der Urkunde können die Vereinsmitglieder auch ein sichtbares Zeichen für die Mitgliedschaft setzen.

Speziell Herr Tschorn ging in seinem Part auf die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Fertigungsmethoden in der Prototypenentwicklung ein und regte so die Kreativität der Zuschauer an. Egal ob Spritzguss, Stereolithographie, CNC-Bearbeitung oder Selective Lasermelting bzw. „Metalldrucken“ – Alle Verfahren finden sich bei Canto Ing. und werden bei der Prototypenentwicklung in Betracht gezogen. Die Vorteile additiver Fertigungsverfahren wurden deutlich, Herr Tschorn das Modell eines Spritzgusswerkzeugs mit optimierten Kühlkanälen vorgestellt wurde (links als durchsichtiges SLA-Teil, rechts das eigentliche SLM-Produkt).

Wobei Rapid Prototyping und 3D-Druck für die Firma ein alter Hut sind. Alle Verfahren gibt es schon seit über 20 Jahren und findet durch die abgelaufenen Patentlizenzen der Hersteller nun erst den reißenden Absatz. „Viel wichtiger ist jedoch, dass hierdurch ein Umbruch im Konstruktionsdenken stattfinden kann, wodurch losgelöst von althergebrachten/etablierten Maßen, Vorschriften und Normen das Ziel der Konstruktion in den Vordergrund im Mittelpunkt stehen kann: Nämlich z.B. die optimale Kühlung des Werkstücks“, sagt Geschäftsführer Jörg Schmidt. Das Sonnenbrillengestell aus Titan, das Canto Ing. für einen Kunden entwickelte, bildete dann die perfekte Überleitung zu Frau Dr. Beate Heisterkamp, die auf das Thema Ressourceneinsparung durch die Vorteile der hybriden Additiven Fertigung im Anschluss an den Unternehmensrundgang zu sprechen kam. Das jüngste Mitglied unseres Vereins stellt neben Ihren Kompetenzen als Korrosionsschutzexpertin und Materialconsultant das Projekt „Prozessschritte zur Industrialisierung der hybriden Additiven Fertigung (HAM) von Metallen in der Serienfertigung mittels selektivem Laserschmelzen“ vor. Diesen Impuls werden wir in der Vorstellung von Frau Dr. Heisterkamp näher darstellen.

Am 17. November findet der 6. Galvano- und Oberflächentechniktreff in Solingen statt

Am 17. November ist es endlich wieder soweit. Der sechste Galvano- und Oberflächentechniktreff findet mit einem umfangreichen Themenprogramm in der Zeit von 14 Uhr bis 18 statt.

„Die Themen in diesem Jahr zeigen wieder deutlich, wie umfangreich die Oberflächentechnologie ist. Galvanik ist nicht alles – aber sie hat einen großen Anteil“ erläutert Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V.. Und weiter ist Gilfert der Ansicht, dass mit jedem Treffen die Verknüpfungen zwischen den Gewerken der Oberflächentechnik gestärkt werden.

Josef Andrek, Geschäftsführer des IGOS (Institut für Galvano- und Oberflächentechnik Solingen GmbH & Co. KG.), freut sich ebenfalls, „dass zwei praktisch und auf den Betrieblichen Alltag ausgerichtete Institutionen den Galvano- und Oberflächentechniktreff ausrichten ist ein Gewinn für die Branchen und die Region“.

Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das IGOS ergänzen sich in hervorragender Weise bei der Organisation der Veranstaltung und hat spannende Themen zusammen gestellt. Diese sind vielfältig und greifen doch ineinander.

Es geht um Oberflächentechnik in der Medizintechnik (z.B. Bioverträglichkeit) um gelenkten Verschleiß zum Einstellen, um transparente Siliziuimbeschichtungen auf Messerschneiden sowie moderne Prozess-Steuerungen für die Galvanotechnik.

Weiter geht es mit sensorischen Dünnschichtsystemen zur Kenndatenerfassung in der Produktion und dem Korrosionsschutz für Bauteile. Abschließend werden die Möglichkeiten und Grenzen beim Galvanisieren von 3D gedruckten Bauteilen aufgezeigt. Im Anschluss essen wir gemeinsam zu Abend und lassen die Eindrücke des Tages einwirken.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Achim Gilfert unter gilfert@netzwerk-surface.net oder unter 02324564824 oder auf dieser Webseite.

Nachlese der 20. Frühschicht bei der GLW Velbert vom 30.06.2016

„Zwei Holzfäller sind im Wald zugange. Einer hat schon drei Bäume gesägt, der andere erst einen. Da sagt der mit den drei Bäumen – „hör mal, du musst deine Säge schärfen“ – worauf der mit dem einen Baum sagt „dafür habe ich keine Zeit, ich habe ja jetzt schon erst einen Baum“. Mit diesem Beispiel erläutert Volker Knipping, Geschäftsführer der Gemeinschaftslehrwerkstatt Velbert und Umgebung, das oftmals bei Betrieben erkennbare Bewusstsein für Bildungsfragen.

Ein Teilnehmer der Frühschicht sagte: „Ein Fräszentrum mit allem Drum und Dran für 1,5 Mio. Euro kaufen und für den Bediener vor Ort die Basisschulung von einem halben Tag buchen. Das ist ein Missverhältnis, denn die Potentiale der Maschine können mit so einer Schulung nicht genutzt werden“. Herr Knipping regte dann an, im Betrieb nicht nur den aktuellen Bildungsstand bei den Mitarbeitern zu reflektieren, sondern auch besonders die Potentiale bei den Mitarbeitern in den Fokus zu nehmen und mit den technologischen Herausforderungen abzugleichen.

Die 20.te Frühschicht unseres Vereins war wieder sehr spannend und neben den Maschinen und Anlagen der Lehrwerkstatt konnten wir auch das in der GLW beheimatete „Federnzentrum“ sehen. An modernsten Maschinen werden Mitarbeiter der Federnindustrie geschult und nach vorne gebracht. Das Federnzentrum ist einmalig in Deutschland.

Vielen Dank an die GLW, Herrn Knipping und die Crew, die das Frühstück vorbereitet hat. Weitere Informationen – auch über die Angebote der GLW finden Sie hier.

Nachlese Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“ vom 28.06.2016 in Hattingen

„Früher stand man als Teilereiniger eher am Ende der Nahrungskette und trug die Schuld an Prozessproblemen – heute spricht man mit uns und wir werden als wichtiger Partner in der Prozesskette wertgeschätzt“ erläutert Michael Schwerdtfeger in seinem Vortrag auf der Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“.

Eine runde Sache war die Praxiszeit am 28.6.2016 in der Henrichshütte in Hattingen, zu der das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. gemeinsam mit dem FachwerkMetall eingeladen hatte. Das Programm wurde von sieben Unternehmen gestaltet und ermöglichte verschiedene Blicke auf die Teilereinigung.

Dr. Norbert Schindler (RIO GmbH) zeigte einleitend, welche Faktoren bei der technischen Sauberkeitsanalyse eine Rolle spielen und welche Unterschiede es zwischen der Reinigung unter Laborbedingungen und der industriellen Teilereinigung gibt: „Man könnte sagen, dass sich industrielle Teilereinigung und technische Sauberkeitsanalyse zueinander verhalten, wie der Geschirrspüler voller Tagesgeschirr zur handgespülten Sammeltasse.“, so Dr. Schindler.

Michael Bertzen und Jonas Marx (Chemische Fabrik Wocklum Gebr. Hertin GmbH & Co. KG) machten den Teilnehmern der Praxiszeit in ihrem Part deutlich, wie umfangreich sich die Anforderungen an die industrielle Teilereinigung hinsichtlich der Reinheit aber auch der Umweltverträglichkeit in den letzten Jahren verändert haben. In Folge haben sich dann auch die Produkte von den gängigen Branchenlösungen zu maßgeschneiderten Prozesslösungen verändert. Mit einem Überblick über die verschiedenen Reinigungsverfahren legten die Vortragenden eine Grundlage für die kommenden Vorträge.

 

Dr. Thomas Wenz (Erdmann GmbH & Co. KG) sprach in seinem Vortrag an, dass die steigenden Anforderungen an die Teilereinigung auch die Bedeutung des Reinigungsprozesses in der Wertschöpfungskette stark vergrößert haben. Die Teilereinigung ist dadurch vom notwendigen Übel zum qualitätssichernden Baustein geworden ist. Der Trend, so Dr. Wenz, geht allerdings auch bei der Teilereinigung in Richtung Industrie 4.0, was bedeutet, dass auch hier eine smarte Systemintegration in automatisierte Abläufe in Zukunft immer stärker nachgefragt wird.

Michael Schwerdtfeger (Herrmann Brose GmbH & Co. KG) aus Remscheid schloss sich der Meinung seiner Vorredner an und zeigte gleichzeitig die Vorteile einer ausgelagerten Teilereinigung nachvollziehbar auf: „Durch die gestiegenen Anforderungen stehen wir unseren Partnern viel näher und erarbeiten mit ihnen geeignete Lösungen.“ Besonders interessant war sein Bericht über den Wandel in der Teilereinigung.

Tobias Weichert (Clean – Lasersysteme GmbH) aus Herzogenrath zeigte auf, dass ein Laserstrahl hervorragende Ergebnisse, zum Beispiel bei der Reinigung des Kraftstofftanks der Ariane Rakete liefern kann. Reinheitsgrad und Vorschubgeschwindigkeit sind hierbei maßgeblich von der eingebrachten Energie abhängig, die in dem Laser umgesetzt wird. Solange der Laser auf 3 mm einer Kontur folgen kann, ist die Anwendung möglich. Es ist möglich, bis auf das Substrat zu gehen und eine „Neu“ Oxidation der Oberfläche zu kontrollieren. Die Rauheit der Oberfläche lässt sich einfach beeinflussen um eine „Feinjustierung“ des Benetzungsverhaltens zu erreichen. Auch in Bohrungen ab 55 mm ist das Verfahren möglich.

Jens Klingebiel (Wupperverband) brachte noch einen weiteren Blick auf die Teilereinigung. Nach dem reinigen muss die „Brühe“ irgendwo hin. Es wurde der Unterschied kommunaler und Industrieabwässer erklärt, auf negative Konsequenzen bei mangelhafter Direkteinleitung in kommunale Kläranlagen hingewiesen und erläutert, wie man preiswert und legal seine Abwässer „los wird“.

Das war unsere Praxiszeit „Industrielle Teilereinigung“. Vielen Dank an die Referenten und alle Mitwirkenden. Die nächste Praxiszeit ist der Galvano- und Oberflächentreff am 17. November 2016 in Solingen.

Nachlese zur 19. Frühschicht bei der Hochschule Bochum am 19.5.2016

Prof. Dr. Müller brachte den Teilnehmer der Frühschicht innerhalb weniger Minuten die wesentlichen Elemente seines Forschungsgebiets der Eigenspannungszustände von Federelementen im Labor Werkstoff- und Fügetechnik nahe. Anhand griffiger Beispiele zeigte er, wie selbst sehr große Bauteile in der Hochschule mit einem Röntgendiffraktometer gemessen und Kugelstrahlverfahren verbessert werden können. Man spürte sofort, dass er das nicht zum ersten Mal aber umso leidenschaftlicher erklärte: „Stahl verhält sich wie ein Radiergummi, den man knickt und biegt oder eine Menschenkette die man auseinander zieht. Je näher die Menschenkette verdichtet wird (Kugelstrahlverfahren) desto mehr Zugbelastung hält sie aus.“

Generative Fertigungsverfahren und Rapid Prototyping gehören auch an der HS Bochum zum Studium der Ingenieure. Vom CNC-Bearbeitungszentrum bis zum „Metall-Drucker“, der eigentlich gar nicht druckt und schon gar nicht sintert, lernen die Studenten die Feinheiten der praktischen Werkstoffbearbeitung im Labor Fertigungstechnik und Qualitätsmanagement.

Der moderne Konstrukteur zeichnet nicht mehr mit Tusche auf Papier sondern entwirft sein Teil in 3D am Computer, am besten noch mit stereoskopischer Visualisierung und Animation, und präsentiert das Ergebnis an der 5×4 Meter großen Smart-VR-Wall dem „Endkunden“. So jedenfalls an der HS Bochum, wo rund zehn von diesen Arbeitsplätzen geschaffen wurden, um das zu lehren, was so wichtig ist: Die Konstruktion im Gesamtkontext zu betrachten. Z.B. das Elektroauto entsprechend der Ansprüche des Motors zu konstruieren (Leichtbau), anstatt einen Elektromotor für das traditionelle Auto zu bauen. Die Teilnehmer durften auch mal ran:

„Vor 34 Jahren haben wir Schlosserlehrlinge bei FAG die erste CNC Fräsmaschine bekommen. Der Kracher! Heute saß ich hier vor einem Gerät, mit welchem ich aus einem virtuellen Produkt Elemente herausnehmen und in 3D vor meinem Auge drehen und wenden konnte“ sagt Achim Gilfert und stellte die Veränderung der Technologie anschaulich dar.

Dabei werden die Konstruktionsdaten – sofern gewünscht – zertifiziert und mit Nutzungsbestimmungen versehen in lokalen oder cloudbasierten Datenbanken angelegt, wodurch ausschließlich berechtigte Personen an den Konstruktionen arbeiten können, erklärte Stefan Binder vom CAD/CAE-Institut. Mit Blick auf die IT-Sicherheit stellt das einen „harten“ Faktor dar, um den man sich als Unternehmen keine Sorgen machen muss. Viel wichtiger wird hierbei der „weiche“ Faktor Mensch, der so gut wie möglich für das Thema IT-Sicherheit sensibilisiert werden will, um Plagiatkonflikte zu vermeiden.

„Was wünschen sich die anwesenden Unternehmen für Ingenieure? Ihre Tipps setzen gerne wir schon morgen in die Tat um!“, leitete der Dekan die Abschließende Fragerunde ein. Interdisziplinär geschulte Absolventen, die über den Tellerrand gucken und sich nicht „im technischen Bereich verkriechen“, sondern das ökonomische Denken eines Unternehmens verstehen und leben, werden in den heutigen Märkten gebraucht, sprach Ralph Jan Wörheide von der Orontec GmbH aus Dortmund seine Meinung aus.

Gleichzeitig hilft der Kontakt zur Praxis schon während des Studiums bei der persönlichen Entwicklung, weshalb die Hochschule stets bemüht ist Praxissemester, Abschlussarbeiten und Auftragsforschungen in Kooperation mit Unternehmen für die Studenten zu beiderseitigem Vorteil möglich zu machen und ermutigte die anwesenden Unternehmer den Kontakt zur Hochschule zu suchen.

Zusammengefasst war die Frühschicht bei der Hochschule Bochum wirklich sehr spannend mit hohem Praxisanteil und guten Kontakten für gemeinsame Projekte.

Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. spendet Preisgeld an das Haus Maria Frieden in Velbert

(gi) Das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. konnte sich im November 2015 über den neunten Wissenspreis des Marketingclubs Südwestfalen freuen, welcher im Rahmen eines Club Dinners mit über 100 Gästen im Kulturhaus in Lüdenscheid verliehen wurde.

„Da sich unser Verein im Besonderen auch um den Nachwuchs kümmert, haben wir uns entschlossen, das Preisgeld weiter zu geben. Stellvertretend für viele Initiativen, die unsere Kinder- und Jugendlichen fördern, haben wir uns für das Haus Maria Frieden in Velbert entschieden“ sagt Dr. Ulrich Irle, Vorstandssprecher des Vereins. „Alle Mitglieder haben auf unserer Mitgliederversammlung die Weitergabe des Preisgeldes unterstützt“ so Irle weiter.

Gefördert werden soll mit dem Geld die Vermittlung der deutschen Sprache, für Kinder, die noch kein oder nicht ausreichend Deutsch sprechen können. Die Grundlage von Integration jeder Art ist das Beherrschen der Landessprache. Und weil wir den Preis für „Bildung“ erhalten haben, soll das Preisgeld auch entsprechend verwendet werden!

Nachlese zur Praxiszeit „Material“ vom 03.03.2016 in der Henrichshütte Hattingen

„Kaum zu fassen, dass ein 2 mm dicker Draht aus einer Formgedächtnislegierung in der Lage ist, 140 Kg zu heben“ sagt Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. „In meiner Vorstellung standen Formgedächtnislegierungen eher für filigrane Anwendungen mit kleiner Kraftübertragung“ so Gilfert weiter.

Die Praxiszeit „Material“ war eine spannende Veranstaltung und es gab viele Einblicke, die man in dieser Konzentration und Zusammenstellung noch nicht kannte. Im Weiteren war die Praxiszeit von großer Bedeutung für Unternehmen aus der Oberflächentechnik und der Metallverarbeitung, um Kontakte zu knüpfen und Networking zu betreiben.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 03. März 2016 standen die Vorträge über innovative Konzepte in der Beschichtungstechnik zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Werkzeugen und Bauteilen von Prof. Wolfgang Tillmann von der TU Dortmund, ein Vortrag über die Materials Chain der Universitätsallianz Ruhr von Dr. Ingor Baumann und eine Präsentation über Smart Materials in der Praxis von Dr. Peter Dültgen, Geschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid, welche Mitglied im Verein des KfO sind. Des Weiteren erläuterte Karsten Bleymehl (MRC) über das Thema Materialtransfer und wie aus branchenfernen Materialien innovative Produkte entstehen und dabei Materialdatenbanken nützlich sein können. Dr. Arnd Schimanski, von der INNOVENT e.V. in Jena, berichtete über Technologietransfer und Praxisbeispiele aus der Industrieforschung.

Ein Beispiel für ein von Prof. Tillmann vorgestelltes Beschichtungskonzept war das Plasmaspritzen, ein thermisches Oberflächenbeschichtungsverfahren, bei der Partikel durch einen Lichtbogen, zwischen Anode und Kathode erzeugt, auf dem Zielobjekt aufgeschmolzen werden. Ein großer Vorteil des Plasmaspritzens ist, dass jeder Werkstoff beschichtet werden kann, der Nachteil liegt allerdings in den hohen Anschaffungskosten. Anwendung findet dieses Verfahren in der Beschichtung von Turbinenschaufeln sowohl für die Luftfahrt als auch in der Gasbranche, auf Bügeleisengleitflächen und auf Rollen, die in der Papierindustrie benötigt werden. Die aufgeschmolzene Schicht dient als Schutzschicht vor Verschleiß und kann unter anderem auch auf Bremsscheiben aufgebracht werden, um den Verschleiß zu senken. Auch modifizierte Spritzdüsen, eingesetzt bei dem Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen, befeuert mit Kerosin, stellen eine Neuerung dar, da so homogenere und härtere Schichten erzeugt werden können.

Die Initiative Materials Chain ist eine Kooperation der TU Dortmund, Universität Duisburg Essen und der Ruhr Universität Bochum und der vielfältigen Partner. Sie bündelt die vielfältigen Forschungsstärken der Universitäten mit den diversen Partnern. Vom Atom bis zum Bauteil sind alle Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsschritte miteinander verkettet, die jedoch keine sukzessive Abfolge darstellen. Eng in Zusammenhang stehen diese Schritte mit der experimentellen Analyse von Materialien und ihren Eigenschaften, der theoretischen, numerischen Beschreibung der Materialieneigenschaften, die Akquisition, bzw. die Pflege der Daten und die Bereitstellung von Rechenressourcen.

Smart Materials, vorgestellt von Dr. Peter Dültgen sind unter anderem sogenannte Formgedächtnislegierungen (FGL), die sich durch Erwärmung, bzw. durch hinzuführen von Strom wieder an die „angelernte Form erinnern“. Dies wird durch zwei Phasen, bzw. unterschiedliche Strukturen erreicht. Die meisten Metalle weisen nur eine Kristallstruktur bis zum Schmelzpunkt auf und können somit ihre alte Struktur nicht einfach wiedererlangen. Ein Beispiel für eine Anwendung eines FGL-Aktors ist die Ablösung eines herkömmlichen Elektromotors durch einen Formgedächtnisdraht in dem Tankdeckelverschluss in einem Auto. Vorteile dieses FGL-Aktors sind das geringe Gewicht von gerade einmal drei Gramm, im Vergleich zu einem Elektromotor mit 106g. Die Montage ist nicht so aufwendig und damit kostengünstiger. Außerdem ist eine Formgedächtnislegierung Sensor und Aktor in einem, da sich z.B. durch den Ventilhub, oder die Länge/Position einer FGL, auf den ohmschen Widerstand schließen lässt und umgekehrt.

Karsten Bleymehl von MRC berichtete über Materialtransfer und Materialdatenbanken. Materialdatenbanken sind Bibliotheken, die Tausende verschiedene Materialien aufbewahren und Kunden, die auf der Suche nach einem geeigneten Material für ihr Projekt sind, zugänglich machen. MRC informiert sich branchenübergreifend nach Material- und Technologielösungen für die Entwicklung innovativer Produkte für Unternehmen aus allen Branchensparten. Ein Beispiel für eine solche Technologielösung ist das additive Stricken, ein 3D-Druckverfahren, mit dem prinzipiell alles druckbar ist. Eingesetzt wurde es unteranderem für das Unternehmen Nike, bei dem Schuh „Nike Flyknit“. Bei der Produktion dieses Schuhs entstehen 80% weniger Abfall, bei einer generellen Reduzierung der eingesetzten Materialien und einer Gewichtseinsparung von 18%, wodurch Kosten eingespart werden können. Gekennzeichnet wird die Produktion des Schuhs durch eine standortunabhängige und automatisierte Fertigung.

Über Beispiele aus der Industrieforschung und Technologietransfer berichtete Dr. Arnd Schimanski von INNOVENT e. V. Eine Entwicklung sind die Pyrosil-Nanobeschichtungen per Flamme, die aus dem Silicoater entstanden sind. Anwendungen für dieses Verfahren lassen sich in der Dentalindustrie finden, bei der Goldzähne, für den dentalen Frontbereich, mit einem Kunststoff oder Keramik überzogen wurden. Ein weiteres Beispiel ist die Verklebung von Glas, z.B. in Duschkabinen, oder für Glastische. Eine weitere Verwendung lässt sich in der Beschichtung von Titan wiederfinden, die früher für Implantate bei Hunden, in den USA, genutzt wurden und heute auch für den Menschen zugelassen sind. Schrauben, ebenfalls in dem Implantatbereich verwendet, die mit dem Pyrosilverfahren beschichtet wurden, lassen sich leichter mechanisch lösen und es kommt nicht zu einer Kaltverschweißung. Eine weitere Anwendung liegt in der Beschichtung beispielsweise für Beamerlampen, die eine tiefschwarze Oberfläche erfordern.

„Wir konnten nicht alle Inhalte auf unseren Betrieb beziehen, aber das war auch nicht nötig. Durch die Themensammlung der Praxiszeit wurde unser Blick geöffnet und wir konnten für uns neue Bezüge zu Themen und Fragestellungen herstellen“ sagte ein Teilnehmer bei der Verabschiedung in den Feierabend. Genau das freut uns als Ausrichter, denn wir sehen auch hier unsere Aufgabe – im Besonderen für unsere Mitglieder!

Nachlese zum 5. Galvanotreff

Am 26. November 2015 fand der fünfte Galvanotreff im Gründer- und Technologiezentrum Solingen statt. Ausgerichtet wurde das Treffen mit 63 Gästen durch das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und das Institut für Galvano- und Oberflächentechnik Solingen GmbH & Co. KG (IGOS). Neben den Themen, die REACH betreffen, standen aber auch Themen wie die Legionellen Gefahr und ihre Vermeidung in Verdunstungsanlagen auf der Agenda. Besonders spannend wurde es aber bei den Beiträgen zu Industrie 4.0 und der additiven Fertigung im Bereich der Oberflächentechnik. Auf dem Galvanotreff wurde der Hype um diese Themen auf das konkrete „Hier und Jetzt“ heruntergebrochen. „Was geht tatsächlich und wo lohnt es sich“ war das Motto der lebendigen Diskussion. Gerade bei der additiven Fertigung, unter die auch der 3D Druck fällt, gab es dann doch eine Überraschung.

Der Berliner Gründer der LimeMaker UG, Christian Hartung, reiste extra für den Galvanotreff mit dem Flugzeug an. Der Hersteller von Schmuck und Modeartikeln im Luxussegment brachte einen 3D gedruckten Kopf eines Gehstockes mit und suchte nach einer Lösung, diese Artikel in kleiner Stückzahl hochwertig zu Metallisieren. Die Teilnehmergruppe konnte hier sehr gut weiterhelfen, wobei die Diskussion gerade um die kleinen Stückzahlen und den damit verbundenen hohen Preis die effiziente und günstige Fertigung des gedruckten Teils wieder aufhob. In jedem Fall war es auch wichtig zu sehen, wie offensiv heute „Netzwerken“ geht. Und der Gründer hat an einer Stelle klar gemacht: „Ich suche Lösungen von Menschen, die vorwärts gehen möchten. Wer das nicht will, muss das nicht, aber der wird auch nicht weiter wahrgenommen“ so Hartung. Die durchaus selbstbewusste Haltung sollten jedoch zumindest alle Beteiligten zum Nachdenken anregen.

Am gleichen Tag des Galvanotreffs war unser Verein an einem Workshop beteiligt, der unter dem Motto „Let’s talk about Industrie 4.0 – Wirtschaft im Wandel“ bei der Fachhochschule Dortmund stattfand. Thomas Heenen vertrat den Verein um gemeinsam das fast allgegenwärtige Thema Industrie 4.0 anhand von praxisnahen Beispielen greifbar zu machen und zu diskutieren. Ein Workshop bezog sich dabei speziell auf die Oberflächentechnik und ihre Sicht auf Industrie 4.0. Laut den referierenden Experten Frau Prof. Appel (FH Dortmund) und Herr Paschke (Fraunhofer IST) sind die auffälligsten „neuen“ Entwicklungstrends weitere Rationalisierung durch noch mehr Automatisierung sowie die Digitalisierung zur Individualisierung von Produkten.

Thomas Heenen, der als dritter Experte für das Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. vor Ort referierte, verwies hingegen darauf, dass offenbar die größte Herausforderung für die Unternehmen die Geschwindigkeit des Technologiefortschritts darstellt. „Unternehmer, die mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung mit der additiven Fertigung haben, trauen keiner Prognose mehr, die weiter als zwei Jahre vorausgreift.“ so Heenen weiter. Neue Geschäftsmodelle wittert hier noch niemand. Der Hype um den 3D Druck, dem in Zukunft eine immer größere Bedeutung in der Fertigung beigemessen wird, lässt die Oberflächentechnik weitestgehend kalt. Bewährte Beschichtungsverfahren könnten auch auf die „gedruckten“ Teile angewendet werden. Revolutionäre Umstrukturierungsprozesse sind in den Betrieben ebenfalls auf Grund der langen Lebensdauer und hohen Kosten der Maschinen kaum vorstellbar.

Diesen Umständen begegnet man am besten gemeinsam, indem man sich mit Fachleuten aus den Branchen der generativen Fertigung – und im Besonderen auch aus den Vor- und nachgelagerten Fachrichtungen systematisch austauscht. So lässt sich ein „Schmoren im eigenen Saft“ verhindern.

Download der Folien: D_Chrom III_Praktisch DGO 2015   Legionellen und die Folgen für Galvanikbetriebe  sowie die Folien des 3D Drucker Netzwerkes (42 MB über Dropbox) (Sollten Sie kein Dropboxkonto haben, klicken Sie bitte nach Aufruf einfach unter dem Anmeldefenster auf „Nein danke. Weiter zur Ansicht“)

4. Galvanotreff 2014 // Ein kurzer Rückblick

Der diesjährige Galvanotreff stand ganz unter dem Motto „Am Zahn der Zeit“. Fünf namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft näherten sich dem Thema unter Betrachtung  des künftigen Korrosionsschutzes.  Neben Methoden der Zukunftsforschung, zur Erschließung von relevanten Zukunftsthemen für den Korrosionsschutz, wurden ebenso neue wie auch zukünftige  Verfahren im Korrosionsschutz  aufgezeigt. Anhand der Müngstener Brücke, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, wurde die Vorgehensweise bei der Sanierung von Korrosionsschäden vorgestellt.

Zum Abschluss des Galvanotreffs wurde die erfolgreiche und nachhaltige Vernetzung der Oberflächentechnikbranche der Region über netzwerk-surface.net – Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e. V. mittels einer Staffelübergabe an den  Vorstand gefeiert. Aber auch die Vereinsmitglieder gingen nicht leer aus -jedes Unternehmen erhielt zur Feier eine Mitgliederurkunde.

Die folgende Fotostrecke gibt einen Einblick über den erfolgreichen Tag: