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Das Fachgruppentreffen des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. und des automotiveland.nrw fand dieses Mal in den Räumlichkeiten der Hochschule Bochum beim SolarCar Team Bochum statt.

 

 Noch vor dem eigentlichen Beginn des Treffens konnten die Teilnehmer die in der Halle stehenden Solarfahrzeuge anschauen und einen ersten Eindruck der Arbeit vor Ort bekommen. Nachdem Achim Gilfert und Fritz Förstmann die Vereine automotiveland.nrw und Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., deren gemeinsamen Ziele und Aufgaben im Rahmen der Fachgruppe Oberflächentechnik vorstellten, ging es in eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmer.

 

In Folge stellten die Studierenden des SolarCar Teams Bochum um Maximilian Frankholz ihr Projekt vor. Sie beschäftigen sich mit der Forschung und Entwicklung von solarbetriebenen Fahrzeugen, mit denen das Team u.a. an Rennen durch das australische Outback teilnimmt. Um unter den enorm anspruchsvollen Bedingungen vor Ort bestehen zu können und die Energie der Solarzellen maximal zu nutzen, sind die Fahrzeuge auf maximale Effizienz getrimmt. Das unterscheidet sie beispielsweise von herkömmlichen Fahrzeugen mit regenerativem Antrieb. Um den Gedanken der Nachhaltigkeit weiter zu verfolgen und auch das Laden der Batterie möglichst umweltfreundlich zu gestalten, entwickelt das Team zurzeit eine mobile, solarbetriebene Ladestation. Diese ist einzigartig, da sie flexible Solarpanels verwendet, die von beiden Seiten Sonne aufnehmen können. Neben den Fahrzeugen konnte auch diese Ladestation von den Anwesenden angeschaut werden.

 

Beim Netzwerken versammelten sich in Folge kleine Gruppen um die beeindruckenden Fahrzeuge des SolarCar Teams und tauschten sich untereinander aus. Hier konnte auch das SolarCar Team noch einmal gezielt auf Nachfragen zu ihren Fahrzeugen und ihrer Arbeit eingehen.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für den Besuch und freuen uns schon auf das nächste Treffen, welches  voraussichtlich noch im Dezember 2020 stattfinden soll – sofern Corona dies zulässt.

Nachlese zu Praxiszeit Funktionale Oberfläche vom 27.8.2020

Mit großem Abstand und unter den Auflagen der Corona Schutzverordnung startete die Praxiszeit Funktionale Oberfläche mit 21 Teilnehmer*innen. „Diese Praxiszeit ist für uns Besonders, da wir erstmalig auch zwei Vorträge über Videokonferenz durchführen“, sagt Achim Gilfert, der als Geschäftsführer des Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. pünktlich um 13 Uhr 30 alle Anwesenden begrüßte. „Gerade, wenn wir spannende Themen auch mit internationalen Referenzen besetzen, ist es für uns notwendig, den Effekt und die Darstellung der Onlinevorträge zu bewerten“, so Gilfert weiter. Und das hat gesessen. Bei einer Bandbreite von nur 6 Mbit waren die beiden Vortragenden scharf zu sehen und sehr gut zu hören. Es gab keine Aussetzer und ebenso wenig andere technische Probleme.

In dem ersten Vortrag berichtete Dr. Heyer von der Forschungsvereinigung 3D- MID e.V. über die Herstellung, Funktion und Anwendung von Microdevices. Kleinste Schalteinheiten, die beispielsweise als Layer in Oberflächen eingelegt werden können und diese damit „aktiv“ werden lassen. Herr Dr. Heyer zeigte dabei die Entwicklung der Bauteile und deren Herstellung auf. Das Thema, dass Oberflächen aktive Funktionen übernehmen zog sich entsprechend durch die gesamte Praxiszeit.

Anna Schott von der Gruppe Mikro- und Sensortechnologie am Fraunhofer IST in Braunschweig wurde als zweite Rednerin dann via ZOOM Videokonferenz hinzu geschaltet. In ihrem Vortrag ging es um multisensorische Dünnschichtsysteme und deren Anwendungen. Dabei geht es darum, verschleißfeste und sensorische Oberflächen zu ermöglichen, die Messungen von Kenndaten in Hauptbelastungszonen ermöglichen. Auf diesem Wege lassen sich reale Werte, beispielsweise von Lastverteilungen, Temperatur und Verschleiß bestimmen. Anhand anschaulicher Beispiele hat Frau Schott die praktische Anwendung und die Funktion der Datenerfassung in Bauteilen aufgezeigt. Nach Rückfragen aus dem Publikum ging es dann zur ersten „Netzwerkpause“.

Frisch gestärkt ging es mit Alexander Dürkopp von der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) aus Remscheid weiter. Sein Thema war das Morphing durch formvariable Strukturen aus Formgedächtnislegierungen und Faserverbundwerkstoffen (MOFF). Nach einer Einführung in die Funktionsweise der Materialien, die sich an „Formzustände“ erinnern können, erläuterte Herr Dürkopp am Beispiel von Flugzeugtragflächen, wie beispielsweise durch Anlegen von Spannungen an einen Aktuator, die Wölbung der Tragfläche aktiv verändert werden kann. Die Folge sind bessere Luftströme, die Treibstoffverbrauch einsparen können. Auch wird das Eigengewicht des Fluggerätes geringer. Das bedeutet, dass mehr Nutzlast (Passagiere) befördert werden können. Für die Oberflächentechnik ist die Herausforderung das Aufbringen von Schutzbeschichtungen, die eine aktive Bewegung der inneren Struktur schadlos mitmachen, ohne ihre Funktion einzuschränken oder zu verlieren.

In dem folgenden Beitrag berichtete Dr. Stefan Schäfer von MacDermid Enthone in Langenfeld über die nahtlose Integration von Displays, ihre Funktion, Form und Haptik. Die Anzahl der Displays in Automobilen nehmen immer weiter zu. Neben großen, zentralen Monitoren finden auch kleinere Displays unterschiedliche Anwendung. So lassen sich beispielsweise Anzeigen komplett verbergen, sodass sie sich optisch in das Design des Armaturenbretts einfügen. Erst, wenn eine Funktion aktiviert werden soll, oder auch eine Warnung zu erscheinen hat, leuchten auf dem Display Funktionsbereiche auf. Die Oberfläche des Displays sollte bei Bedingung des Touch Screens möglichst frei von Fingerabdrücken und Schmutz bleiben. Ebenso lassen sich Reflexionsverhalten, Glanz und Mattigkeit beeinflussen. Dr. Schäfer zeigte anschaulich auf, wie viele Aspekte aus den Bereichen Funktion, Design und Oberflächentechnik in teilweise unscheinbaren Bauteilen Eingang finden.

Nach der zweiten Pause, welche zu den Netzwerken bei Kaffee und Kuchen genutzt wurde, ging es mit Ivica Kolaric vom Fraunhofer IPA aus Stuttgart weiter. Dies war der zweite Video Vortrag und Herr Kolaric sprach über Sensorik in Lackaufbauten. Wenn man beispielsweise eine Lackschicht gegen ein anders Schichtmaterial ersetzt, welches elektrisch leitfähig ist, dann ließen sich im Nachgang der Beschichtung weitere Bearbeitungsschritte anschließen, die eine Struktur innerhalb der Lackschicht erzeugt und damit eine sensorische Funktion der Schicht aktiviert. Dies ist sogar schon möglich. Wesentlich ist der Gedanke, dass die Schicht nicht nur passiv funktional ist, sondern aktiv. Als weiteres Beispiel führte Herr Kolaric Farbveränderungen von Lacken an. Durch Anlegen von Spannungen verändern diese ihre Farbe. Anwendung können hier Zusatzteile am Auto sein, die im Nachhinein erst ihre Farbe erhalten, unerheblich ob die Farbe des Herstellers die gleichen Farbwerte aufweisen.

Im Anschluss an die Vorträge folgten eine Zusammenfassung und ein Hinweis auf die erste Fotografie verschränkter Teilchen. Verschränkte Teilchen sind Element der Quantenphysik und durchqueren die klassischen Gedanken zu Energieerhaltung. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, geht es hier zu dem Artikel. https://www.scinexx.de/news/technik/erstes-foto-einer-quantenverschraenkung/

Wir bedanken und sehr für die Teilnahme der Anwesenden und freuen uns auf die nächste Praxiszeit mit dem Titel: Galvanotechnik 2035 am 25. November 2020